Meinungsmanipulation

Meinungsmanipulation

Warum fürchtet die "Stalinismus"-Gebetsmühle jede öffentliche Diskussion über den Sozialismus?

Mit der abstrusen Gleichsetzung von Waldimir Putin, dem Machthaber des neuimperialistischen Russland, mit Josef Stalin, dem Befreier Deutschlands vom Hitlerfaschismus, versucht die „WELT“ als antikommunistischer Taktgeber den 8. Mai für seine „Stalinismus“-Gebetsmühle zu nutzen. Den sachlichen Vergleich von Sozialismus und Kapitalismus könnte sie nie riskieren.

von kw

Zitat: „'Mit Einschüchterung allein kann man sich nicht an der Macht halten. Es braucht dazu auch die Lüge.' Diesen Satz soll einer geäußert haben, der wusste, wovon er sprach: Josef Stalin“ (DIE WELT 10.5.2022). Sehen wir mal gnädig über die Methode der fehlenden Quellenangabe hinweg. Die Mühe (im Falle von Plagiatsfragen nicht gerade unwesentlich) erspart sich der Verfasser Jacques Schuster großzügig mit der typischen Floskel für Halbwahrheiten „soll einer geäußert haben“. Seine Aussage, dass Stalin „wusste, wovon er sprach“, trifft zu, allerdings in anderem Sinn. Im Unterschied zu dem Verfasser, der entweder in antikommunistischer Verblendung keine Ahnung hat, wovon er schreibt. Oder der in bewusster Verdrehung bei dem Versuch scheitert, den Sozialismus zu diskreditieren.

 

Denn Stalin sprach über die Methoden der kapitalistischen Länder im Vergleich zum Sozialismus. So beinhaltet der zitierte Satz eine Grundaussage des Marxismus-Leninismus über die Herrschaftsmethoden im staatsmonopolistischen Kapitalismus. Der Betrug ist neben Zwangsmaßnahmen und Gewalt die Hauptmethode der bürgerlichen Demokratie; die des Terrors bei gleichzeitigem Betrug die der faschistischen Diktatur.

 

Die Manipulation der öffentlichen Meinung wurde mit dem Internet zu einer kaum zu durchschauenden Mischung von Lügen und Halbwahrheiten, bürgerlichen, kleinbürgerlichen und proletarischen Mitteln und Methoden entwickelt. In der aktuellen Kriegspropaganda ist die Unterdrückung des proletarischen Klassenstandpunktes und insbesondere des Standpunkts der MLPD in allen öffentlichen Medien Methode. Unter allen Umständen soll die Erkenntnis verhindert werden: Imperialismus bedeutet Krieg – Die Zeit ist reif für einen neuen Aufschwung im Kampf um den echten Sozialismus.

 

Warum der Kapitalismus den Vergleich mit dem Sozialismus fürchten muss, hat Lenin 1919 auf Fragen eines amerikanischen Journalisten beantwortet. Das folgende Angebot fiel in den USA unter die Zensur: „Keine einzige Regierung in der Welt wird auf einen Wettbewerb mit unserer Regierung auf der Grundlage wirklicher Freiheit, Gleichheit und Demokratie eingehen können, sie wird sich fürchten, darauf einzugehen: Angenommen, ein Vertrag würde unserer Regierung und jeder beliebigen anderen Regierung die Freiheit des Austausches von Broschüren zusichern, die im Namen der Regierung in jeder beliebigen Sprache herausgegeben werden und den Wortlaut der Gesetze des betreffenden Landes, den Wortlaut der Verfassung mit einer Erläuterung ihrer Vorzüge vor den anderen enthalten. Keine einzige bürgerliche Regierung in der Welt wird es wagen, einen solchen friedlichen, zivilisierten, freien, auf Gleichberechtigung beruhenden, demokratischen Vertrag mit uns einzugehen. Warum? Weil alle Regierungen außer Sowjetregierungen sich nur durch die Unterdrückung und den Betrug der Massen halten. Aber der große Krieg von 1914-1918 hat den großen Betrug zerschlagen.“ (Lenin Werke Band 29, Seite 507 ff)