Ukraine-Krieg

Ukraine-Krieg

Am Betriebstor war niemand für Waffenlieferungen

Als Rentner kenne ich am Tor meines ehemaligen Betriebes die meisten Kolleginnen und Kollegen noch persönlich.

Korrespondenz

Gestern haben wir das Rote Fahne Magazin angeboten und ich konnte mit sieben bis acht Kollegen länger sprechen. Kein einziger von ihnen war für Waffenlieferungen an die Ukraine und kein einziger verteidigte Putin. Natürlich ist das nicht repräsentativ, aber es waren auch nicht ausgesuchte Kollegen.
Ich kann gut verstehen, wenn der Tonfall der Kriegshetzer in Talkshows und Zeitungskommentaren zunehmend gereizter wird - angesichts der Stimmung unter den Arbeiterinnen und Arbeitern.


Das Problem ist, dass die Kollegen sich nicht vorstellen können, dass wir als Arbeiter den Krieg stoppen oder gar die Imperialisten davonjagen können. Dazu ging mir durch den Kopf, was Gabi Fechtner am 8. Mai über den Revolutionär Karl Liebknecht gesagt hatte: "Karl Liebknecht war 1914 der Einzige, der im Reichstag gegen die Kriegskredite gestimmt hatte. Vier Jahre später kam es zur Novemberrevolution. Wer würde heute noch etwas über Karl Liebknecht wissen, wenn er nicht damals mutig Rückgrat gezeigt hätte?". Recht hat sie.