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Henning Zierock ist tot – ein Friedenskämpfer, der fehlt

Am 11.Mai ist Henning Zierock nach einer Herzoperation im Alter von 70 Jahren gestorben. Er ist einer breiteren Öffentlichkeit über die Region Stuttgart hinaus als unermüdlicher Friedensaktivist und Initiator der Gesellschaft „Kultur des Friedens“ bekannt gewesen.

Korrespondenz

Als Musiker und Lehrer in Tübingen gründete er den Theodorakis-Chor und organisierte viele Veranstaltungen mit Mikis Theodorakis und Konstantin Wecker.

Die MLPD Stuttgart-Sindelfingen schrieb an „Kultur des Friedens“: „Mit Bestürzung haben wir gehört, dass Henning gestorben ist. Einige von uns kannten ihn schon Jahrzehnte aus der Zusammenarbeit im Friedenskampf, viele aus den letzten Jahren von Kundgebungen oder auch als „fliegender Bote“ bei der Stuttgarter Montagsdemo gegen Sozialabbau, wo er immer wieder gerne das „Offene Mikrofon“ für inhaltliche Beiträge und Ankündigungen nutzte oder auch mal ein Lied vortrug. Ein Höhepunkt für uns in diesem Sinne war eine gemeinsame Montagskundgebung mit Aktivisten der Seebrücke mit Schlauchboot am Schlossplatz. Diese streitbare Vorbehaltlosigkeit von Henning werden wir in guter Erinnerung behalten.“

 

In der Zeitschrift Kontext berichtet Franz Alt: „Noch drei Tage vor seinem Tod hat er mich aus dem Krankenhaus angerufen und gesagt: ‚Gerade jetzt, mitten im Ukraine-Krieg, dürfen wir den Bellizisten nicht das Feld und die öffentliche Diskussion überlassen. Gerade jetzt brauchen wir die deutliche Stimme der Pazifisten.‘ In den Talkshows der öffentlich-rechtlichen Sender höre er fast nur noch den Ruf nach "Waffen, Waffen, Waffen". Natürlich heiße der derzeitige Aggressor Putin, aber wo bleibe die Kritik am Afghanistan-Krieg, am Irak-Krieg und am Vietnam-Krieg des Westens und der NATO?“