Stahlarbeiter

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Das Milliardengrab

Viele Monate, ja Jahre, haben wir Arbeiter von MGB und Europipe in Mülheim an der Ruhr für die Rohre für die Pipeline Nordstream II gearbeitet. Jetzt soll das - nach verschiedenen Aussagen bis zu 11 Milliarden Euro - teure Projekt im Meer versenkt bleiben.

Aus Kollegenzeitung „Stahlkocher“
Das Milliardengrab

Wir Arbeiter haben im Kapitalismus keinen Einfluss darauf, was wir produzieren. Sollen wir uns aber damit zufrieden geben, dass wir wenigstens ein paar Jahre Arbeit haben, wie jetzt mit den Aufträgen aus Australien und den USA?

 

Was könnte mit unserer Arbeit, der Beherrschung der Technik, mit diesem Reichtum für die Menschen und die Umwelt bewirkt werden, wenn sie planmäßig für die Menschen eingesetzt würde und nicht für den Profit weniger Monopole.

 

Pipelines, ob Nordstream, Southstream, das gescheiterte Nabucco oder wie sie alle heißen, sind Bestandteil des weltweiten Machtkampfes um die Beherrschung der Rohstoffe Öl und Gas. Der Krieg in der Ukraine mit den verheerenden Folgen für die Menschen ist eine Fortsetzung dieses Machtkampfes.

 

„Wir müssen kostengünstig sein, um konkurrenzfähig und Weltmarktführer zu werden.“ Damit lagen uns die in den Ohren, die Milliardenwerte einfach vernichten. Unsere Arbeiterinteressen stehen im direkten Gegensatz zu diesem Profitinteressen der Monopole.

 

Ist die jetzige bedrohliche Kriegssituation für uns Arbeiter der Röhrenwerke nicht ein Grund, sich neu zu orientieren - für den Kampf um eine Zukunft ohne Ausbeutung und Unterdrückung?