9-Euro-Ticket im Nah- und Regionalverkehr

9-Euro-Ticket im Nah- und Regionalverkehr

Ökologisch und sozial sinnvoll – aber nur für drei Monate!?

Die Bundesregierung hat jetzt das „Energiekosten-Entlastungspaket“ auf den Weg gebracht, dem Donnerstag und Freitag letzter Woche Bundestag und Bundesrat zugestimmt haben. Ein Teil davon ist das auf drei Monate begrenzte 9-Euro–Ticket. Dieses ist ein Zugeständnis an eine Forderung der MLPD.

Von gof
Ökologisch und sozial sinnvoll – aber nur für drei Monate!?
Es kann losgehen (foto: Richard Huber (CC BY-SA 3.0))

Entlastung mit Verfallsdatum

Für Empfänger der Grundsicherung (Hartz IV) gibt es im Juli einmalig 200 Euro – das wird die Mehrkosten durch die Inflation für einen alleinstehenden Erwachsenen bis Jahresende bei weitem nicht decken. Für Kinder gibt es eine Einmalzahlung von 100 Euro sowie monatlich 20 Euro. Die Energiepreispauschale von brutto 300 Euro steht sowieso nur Menschen zu, die in einer Beschäftigung stehen. Und wohlgemerkt: Abgesehen von den 20 Euro Kindergeld im Monat sind das einmalige Leistungen. (aus „DER SPIEGEL 21/2022) Der Tankrabatt entlastet natürlich nur Leute mit PKW. 2,5 Mrd. Euro lässt die Bundesregierung für das 9-Euro–Ticket springen, gerade mal 1,5 Prozent der Summe, die für die Aufrüstung der Bundeswehr beschlossen ist: 100 Mrd. Euro Sonderausgabe in diesem Jahr plus 70 Mrd. Euro an Rüstungsausgaben jährlich!  

Wie und wo gilt das 9-Euro–Ticket?

Das 9-Euro-Ticket ist ein Monatsticket, für den Zeitraum vom 1. Juni bis 31. August 2022. Es ist personengebunden. Wer für alle drei Monate lösen will, muss 27 Euro bezahlen. Es gilt im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)  innerhalb Deutschlands, mit wenigen Ausnahmen in die Niederlande und nach Belgien, wo man sich aber vorher erkundigen muss. Der Verkauf beginnt in den meisten Fällen heute und erfolgt über Apps, Fahrkartenautomaten und Kundencentern sämtlicher Verkehrsunternehmen in Deutschland. Mit dem Ticket können deutschlandweit Linienbusse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalzüge (2. Klasse), Regionalexpress-Züge, einzelne Fähren des HVV in Hamburg und der BVG in Berlin genutzt werden. Ausgeschlossen sind ICE, IC, EC und weitere Fernverkehrszüge. Reservierungen sind mit diesem Ticket nicht möglich. Fahrradmitnahme und die Begleitung eines Hundes sind wahrscheinlich nicht kostenlos inbegriffen, man muss die Bestimmungen der jeweiligen Verkehrsverbünde beachten. Abonnentinnen und Abonnenten müssen laut ADAC nichts tun, sie bekommen die Differenz zwischen ihrem Abo und dem 9-Euro-Ticket gutgeschrieben. Bei Semestertickets von Studierenden, Sozialtickets, Seniorenangeboten und Schülerkarten ist die Regelung noch unklar, wie und wann, teilweise (Schüler, Senioren) ob sie aufgrund des neuen Tickets Vorteile und Rückvergütungen haben. Anders bei Job-Tickets: Sie werden für Juni, Juli und August zu 9-Euro-Tickets umgewandelt. (alle Angaben: „220520 9-Euro-Ticket Das müssen Sie dazu wissen ADAC“)

Großes Interesse seitens der Bevölkerung

Die Stadtwerke Wuppertal hatten bereits Mittwoch letzter Woche binnen weniger Stunden 1700 Tickets verkauft. (Süddeutsche Zeitung, 220520 Bundesrat stimmt zu -Was man zum 9-Euro-Ticket wissen muss - Politik - SZ.de) Einen ähnlichen Ansturm erlebten auch die Hamburger Verkehrsbetriebe über das Wochenende. (ARD-Videotext, 23.5.22)

 

Richtig ist die Forderung für einen kostenlosen öffentlichen und gut ausgebauten (!) Nahverkehr  – mindestens für das 9-Euro-Ticket auf Dauer, nicht nur für drei Monate.

 

Mit dem 9-Euro-Ticket zum 20. Internationalen Pfingstjugendtreffen, dem Festival für den Weltfrieden vom 3. - 5.Juni im Ruhrgebiet und vom 26. bis 28.August zu den Feierlichkeiten zu „40 Jahre MLPD“ beim Willi–Dickhut–Haus in Gelsenkirchen! Da es aber nur für Züge bis zum Regionalexpress gilt - also Nahverkehr - sollte man vorher prüfen, wie lange die Fahrt dann dauert und wie häufig man eventuell umsteigen muss.