Vor 60 Jahren

Vor 60 Jahren

Todesurteil an Adolf Eichmann vollstreckt

In der Nacht zum 1. Juni vor 60 Jahren wurde das Todesurteil an dem faschistischen Massenmörder Adolf Eichmann in Israel vollstreckt.

Korrespondenz aus Ingolstadt

Eichmann war maßgeblich verantwortlich für die Ermordung von 6 Millionen Juden. Er war SS-Obersturmbannführer, Leiter des "Judenreferats" im Reichssicherheitshauptamt, Protokollführer auf der Wannseekonferenz zur "Endlösung der Judenfrage", dem planmäßigen barbarischen Völkermord. Er wurde als "Cheflogistiker des Holocausts" bezeichnet. Zur Erfassung Eichmanns hatten die jahrelangen Bemühungen des antifaschistischen Staatsanwaltes Fritz Bauer gegen zahllose Widerstände beigetragen.

 

Lange vorher schon wussten der amerikanische und der westdeutsche Geheimdienst, dass er in Argentinien unter dem falschen Namen Clement lebte. Sie versuchten seine Verhaftung mit allen Mitteln zu verhindern. Adolf Eichmann wusste zu viel, und sie befürchteten, dass er für sie Unangenehmes auspacken würde. Zum Beispiel über Hans Globke, Staatsekretär und rechte Hand Adenauers. Dieser Globke war hoher Beamter im faschistischen Reichsinnenministerium und schrieb den Kommentar zu den faschistischen Rassegesetzen. Noch während des Prozesses gab es geheimdienstliche Bemühungen und Absprachen, wie er aus dem Prozess herausgehalten werden könnte.