Cyberwar im Ukraine-Krieg

Cyberwar im Ukraine-Krieg

US-Militär hackt defensiv, offensiv und zur Informationsgewinnung

Als das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, „Moskwa“, versenkt wurde, war es Thema: Die USA beliefern die Ukraine nicht nur mit Waffen, sondern auch mit nachrichtendienstlichen Erkenntnissen. Praktisch bedeutet das, dass sie geheimdienstlich in den Krieg eingreifen. Mittlerweile ist klar: „Online“ sind die USA schon Kriegspartei.

Von fu

Laut Heise-Bericht vom 2. Juni erklärte der Chef des Cyber Commands der US-Streitkräfte und des US-Militärgeheimdienstes NSA, US-General Paul Nakasone, gegenüber Sky News: „Wir haben eine Reihe von Operationen durchgeführt, die das gesamte Spektrum abdecken.“ Das heißt: Hacker des US-Militärs hacken offensiv, defensiv und zur Informationsgewinnung. Alles natürlich im „gesetzlichen Rahmen“, wie Nakasone versichert. Welches Gesetz auch immer er meint: Damit bestätigt er, was der ultrareaktionäre Präsident Russlands, Wladimir Putin, vor wenigen Tagen erklärte, nämlich dass die Zunahme von Cyberangriffen in Russland durch ausländische Geheimdienste koordiniert wird.

 

Nakasone hat unter anderem eine Initiative namens „Hunt Forward“ (dt. „Vorwärts jagen(d)“) entwickelt, an der „über 16 Nationen“ beteiligt sind. Dabei werden die Spezialisten des Cyber Command in andere Staaten geschickt, um dort in deren IT-Netzwerken nach „geheimdienstrelevanten Informationen“ zu suchen. Diese würden dann mit dem jeweiligen Land geteilt - so heißt es zumindest. Gerade erst im Dezember letzten Jahres waren US-Hacker für fast 90 Tage in der Ukraine – bis kurz vor dem russischen Angriff also.

 

Nakasone sagt jedenfalls nicht weniger, als dass – zumindest digital – die USA bereits Kriegspartei sind, die eigenständig offensive Operationen gegen russische Datennetze durchführt und dort Schaden anrichtet. Ein weiterer, virtueller Schritt in Richtung Eskalation zu einem ganz realen III. Weltkrieg.