Stuttgart

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Gedenken an die Ermordung von Lilo Herrmann

Vor 84 Jahren, am 20. Juni 1938, wurde Lilo Herrmann, die aktiv im kommunistischen Widerstand gegen den deutschen Faschismus arbeitete, als erste Frau und als Mutter eines kleinen Jungen in Berlin vom faschistischen deutschen Staat hingerichtet.

Korrespondenz
Gedenken an die Ermordung von Lilo Herrmann

VVN-BdA und Antifa, Kommunisten, Linke, Gewerkschafter und weitere, darunter viele junge Leute, erinnerten daran in Reden und mit Liedern wie "Mein Vater wird gesucht.." und dem gemeinsam gesungenen "Moorsoldaten". In einer Schweigeminute und mit einer Kranzniederlegung gedachten die etwas 50 Anwesenden Lilo Herrmann und weiterer Opfer des Hitler-Faschismus. Sie setzten so ein Zeichen gegen das Verdrängen des kommunistischen Widerstands gegen den Faschismus in bürgerlichen Medien und Geschichtsbüchern. Die Aktualität und Notwendigkeit dieses Kampfes in der jetzigen Zeit der akuten Vorbereitung eines Dritten Weltkriegs war deutlich zu spüren.

 

Die Universität Stuttgart, an der Lilo zwei Semester studiert hatte, hatte sich in den 1980er-Jahren geweigert, einen Gedenkstein an der Uni aufzustellen. Ihr Argument: Lilo Herrmann sei als Kommunistin kein Vorbild für die Jugend! Als schließlich 1988 ein Gedenkstein in einer Nacht- und Nebel-Aktion direkt vor den Hauptgebäuden der Technischen Universität „illegal“ gesetzt wurde, wagte aber auch niemand, ihn zu entfernen. Nach einer Schändung des Steines hat die Universität ihn wieder herrichten lassen und damit gewissermaßen „adoptiert“.

 

Gefragt, warum sie Kommunistin sei, antwortete Lilo Herrmann: „Wenn ich über das mir benannte Ziel des Kommunismus befragt werde, dann kann ich dies in einem Satz ausdrücken, und der heißt: Das größte Glück der größten Menge. (…) Wenn ich weiter gefragt werde, wie ich mir den Weg zu diesem Ziel vorgestellt habe, dann antworte ich darauf: Durch Überzeugung der Massen und Schaffung einer Mehrheit für den Kommunismus.“