Höcke-Deal

Höcke-Deal

Kleine Nachlese zum AfD-Parteitag

Der Parteitag der AfD vor einer guten Woche hat die tiefe Krise der Partei nicht beenden können.

jw

Der wiedergewählte Tino Chrupalla aus Sachsen inszenierte sich dort als „Bundessprecher der Basis“. Wer ihn angreife, wolle die „Basis zum Schweigen bringen“. Das wollten ihm die Mitglieder offenbar nicht abnehmen und er erhielt gerade einmal die Stimmen von 53 Prozent der Delegierten. Und die auch nur aufgrund eines Deals.

 

Wie wenig Chrupalla tatsächlich von „Basis“ oder gar demokratischen Wahlen hält, konnte der MDR anhand ihm vorliegender interner Chatprotokolle der AfD aufdecken. Daraus geht hervor, dass die neuen Bundesvorsitzenden sich vor dem Parteitag mit dem offenen Faschisten Björn Höcke abgesprochen hatten, dass dieser diesmal (noch) nicht für den Bundesvorsitz kandidiert. Dafür wurde ihm ein anderer Posten versprochen: Der Vorsitz einer Kommission zur Parteistrukturreform. Solcher Art Karrierismus und Pöstchenschieberei kennt man aus jeder x-beliebigen bürgerlichen Partei. Von wegen „Bundessprecher der Basis“! Wohl eher Bundessprecher auf Basis eines Deals mit dem offen faschistischen Flügel seiner Partei.

 

Dieser kann in der AfD immer offener agieren: So in Form von Info-Ständen im Parteitagsfoyer. Dort konnte man für das Parteibüro schon mal einen Kalender mit dem Titel „Männer der Waffen-SS“ erwerben.¹

 

Der Mythos einer dem Volkswillen verpflichteten konservativen Partei zerplatzte beim Parteitag wieder einmal an ihrem Charakter als Wegbereiterin des Faschismus und an der privaten Profilierungssucht ihrer Akteure. Die AfD inszeniert sich gerne als Opfer des bürgerlichen Mainstreams. Tatsächlich ist sie mit jeder Faser Fleisch vom Fleisch des kapitalistischen Systems – sein faschistoides Eitergeschwür.