Hafenarbeiter

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Das hat gesessen! Jetzt die volle Kampfkraft in den Häfen einsetzen!

Die Landesleitung Nord der MLPD hat heute unter der Überschrift "Das hat gesessen! Jetzt die volle Kampfkraft in den Häfen einsetzen!" eine Erklärung veröffentlicht, die auch als gestaltetes Flugblatt zur Verfügung steht und verteilt wurde.

Das hat gesessen! Jetzt die volle Kampfkraft in den Häfen einsetzen!
Hafenarbeiter am Verhandlungstag am 10. Juni 2022 (rf-foto)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlichen Glückwunsch zu eurem Kampf um die Erhöhung eurer Löhne! Ihr habt Eindruck hinterlassen und Sympathie gewonnen bei vielen Belegschaften durch eure kämpferische Haltung. Ihr habt eure Warnstreiks mit machtvollen Demonstrationen verbunden. Ihr zeigt, dass es angesichts der grassierenden Inflation richtig ist, hohe Lohnforderungen aufzustellen. Das hat euch viel Solidarität eingebracht. Mit eurer Festgeldforderung von 1,20 € habt ihr auch klar gemacht, dass es
euch besonders um die Verbesserung der Löhne der unteren Lohngruppen geht. Im gleichen Sinn wirkt auch die Forderung nach einer Einmalzahlung, die ebenfalls diesen Kolleginnen und Kollegen besonders zugute kommt.

Unverschämte und dreiste Hetzkampagne in der bürgerlichen Presse

Allen voran das Hamburger Abendblatt profiliert sich als Presseorgan der Hafenbosse und macht Stimmung gegen euch. Obwohl schon wiederholt durch ver.di und HHLA-Beschäftigte klargestellt worden ist, dass die angeblichen 90.000 € und mehr Jahreseinkommen eine Lüge sind, wird das wider besseren Wissens gebetsmühlenartig wiederholt. Der Zweck ist doch klar: Zu spalten, indem die Solidarität und die Sympathie in der Bevölkerung mit eurem Kampf zersetzt werden soll. Die gleiche Hetze beginnt das Abendblatt nun gegen die Forderungen der IG Metaller des Bezirks Küste.

 

Wer ist denn hier gierig? Die Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) hat auf ihrer Hauptversammlung am 16. Juni 2022 die Ausschüttung pro Aktie um 66% erhöht, da sich der Gewinn um 84,7% auf 228,2 Mio. € erhöht hat. Und diese Gewinne sind das Ergebnis der Ausbeutung der Arbeitskraft der Hafenarbeiter. Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd (Großkunde der HHLA) hat ihr Konzernergebnis im ersten Quartal 2022 gegenüber 2021 auf 4,171 Mrd. € verdreifacht. Der Stundenlohn für die untere Lohngruppe der Hafenarbeiter ist 18,34 €, die Lohngruppe für die meisten Hafenfacharbeiter 23,11€ und nur wenige Großgerätefahrer, Meister und Vorarbeiter bekommen 28,47€. Das sind Löhne, wie sie in vielen Großbetrieben bezahlt werden.

 

Keine Kollegin und kein Kollege muss sich für seinen Lohn entschuldigen! Brosamen wie 9-€-Ticket für ein Vierteljahr, Steuernachlass bei Sprit und andere Einmalzahlungen ändern nichts auf Dauer. Erneut wurden nun letzten Dienstag die Verhandlungen von ver.di mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) ergebnislos abgebrochen und auf Dienstag, den 5. Juli 2022, verschoben.

So kann es keinen Tag weitergehen!

  • Schluss mit dieser Hinhaltetaktik des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS)!
  • Es reicht mit der medialen Hetze gegen die Hafenarbeiter!
  • Urabstimmung jetzt!
  • Einsatz der vollen gewerkschaftlichen Kampfkraft und unbefristeter Streik für die vollständige Durchsetzung der Lohnforderungen!
  • Solange diese Forderungen nicht erfüllt sind, wird kein Container mehr abgefertigt!
  • Der Warnstreik und die Demonstrationen waren erst ein Anfang! Und eines ist doch klar: Kein am Streik beteiligter Kollege darf gemaßregelt werden!

Wir verzichten mit keinem Cent für die Kriegs- und Krisenlasten der Regierung!

Mit jedem Tag spüren wir die galoppierende Inflation. Real beträgt die Inflation bei Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs in einem Arbeiterhaushalt mindestens 15%. Die 100 Milliarden Sondervermögen kommen nicht per Zaubertrick; es sind Staatsschulden, die über kurz oder lang auf alle Kolleginnen und Kollegen abgewälzt werden. Um die Lohnverluste durch diese Kriegs- und Krisenlasten auszugleichen, brauchen wir selbstständige Streiks für Lohnnachschlag! Die Gewerkschaften dürfen so einen Kampf nicht führen – das müssen wir selber in die Hand nehmen.

 

Die Monopole gehen immer stärker zur offenen Abwälzung der Krisenlasten auf die Belegschaften über. In Mannheim sollen handstreichartig 1.000 Arbeitsplätze beim Bushersteller Daimler-Evobus vernichtet und nach Tschechien verlagert werden. Damit will der Daimler-Konzern den kompletten Bus-Rohbau ins Ausland verlagern. Die Kolleginnen und Kollegen haben die richtige Antwort gegeben: Sie haben nach der Infoveranstaltung am 29.6.22 die Arbeit nicht mehr aufgenommen. Das ist die rich  tige Antwort und ein wichtiger Schritt im Kampf um den Erhalt aller Arbeitsplätze. Dafür brauchen sie die volle Solidarität der gesamten Arbeiterklasse! Schickt Solidaritätsadressen an die Daimler-Evobus-Kollegen in Mannheim und in Ulm.

Nehmen wir uns ein Beispiel an den griechischen und italienischen Kollegen!

Am 26.5.22 wurde in Italien der Generalstreik „Waffen runter – Löhne rauf“ breit befolgt. Auch Kolleginnen und Kollegen aus dem Hafen waren dabei. U.a. in den Städten Mailand, Novara, Genua, Turin, Bologna, Florenz, Rom, Neapel und auf Sizilien wurden 4- bis 24- stündige Streiks durchgeführt. Vorher schon wurden in Genua Rüstungstransporte boykottiert und in Thessaloniki demonstrierte die Bevölkerung gemeinsam mit den Hafenarbeitern gegen das Löschen von Rüstungsgütern vom britischen Schiff „Eddystone“.

 

Ziehen wir Lehren aus dem Hafenarbeiterkampf 2016 gegen Portpackage II. Er war ein politischer Streik! Und nur, weil die Hafenarbeiter in allen europäischen Ländern aktiv wurden, konnte dieses EU Gesetz damals gekippt werden. Fakt ist: Um einen Lohnnachschlag durchzusetzen, um einen Dritten Weltkrieg zu verhindern, müssen wir uns das Recht auf selbständige Streiks nehmen! Nur so kann die notwendige Kampfkraft der Hafenarbeiter und aller Arbeiter des internationalen Industrieproletariats entfaltet werden.

Aktiver Widerstand gegen die Weltkriegsgefahr – vorwärts zum echten Sozialismus!

Kriege sind kein Zufallsprodukt oder ein Ergebnis durchgeknallter bürgerlicher Politiker. Schon der Kriegswissenschaftler Carl von Clausewitz stellte fest, dass Kriege die „Fortführung der Politik mit anderen Mitteln“ sind. Die Ungleichmäßigkeit in der Entwicklung der imperialistischen Länder wie USA, China, Russland, EU, Japan, Türkei und ihr Streben nach Weltherrschaft sind die eigentliche Wurzel des Anstiegs von Kriegen und Kriegsgefahr. Wer also imperialistische Kriege abschaffen will, muss ihre gesetzmäßigen Ursachen beseitigen und den Imperialismus revolutionär überwinden. In Wechselwirkung mit dem Ukraine-Krieg verschärfen sich weitere Krisen: Übergang in die Umweltkatastrophe, Hunger- und Ernährungskrise, galoppierende Inflation, wachsende Armut, bevorstehender tiefer Einbruch in der Weltwirtschafts- und Finanzkrise. Es ist eine offene Krise des imperialistischen Weltsystems entstanden.

 

Die Frage ist aufgeworfen, welche Zukunft ein System hat, das trotz enorm wachsenden Reichtums einiger weniger das Leben von Millionen Werktätigen zunehmend unerträglich macht. Die Imperialisten der Welt, vor allem USA, EU, China, Russland, können nicht ein einziges Problem der Menschheit lösen. Darum: Aktiver Widerstand gegen die Weltkriegsgefahr! Macht mit in den Widerstandsgruppen – für eine neue Friedensbewegung!

 

Überwinden wir den Imperialismus in einer internationalen sozialistischen Revolution!

 

Informiert euch über die MLPD, werdet Mitglied in MLPD und Rebell!

 

Hier steht die Erklärung als Flugblatt im pdf-Format zur Verfügung