Angriffe auf Belegschaften nehmen zu

Angriffe auf Belegschaften nehmen zu

EvoBus droht Schließung - selbständiger konzernweiter Streik ist die Antwort!

"Rote Fahne News" dokumentiert den Text einer neuen Ausgabe der Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Daimler-Werke in Deutschland, "Die Stoßstange", die bundesweit vor allen Werken verteilt wurde und uns zugeschickt wurde.

Aus "Die Stoßstange"
EvoBus droht Schließung - selbständiger konzernweiter Streik ist die Antwort!
Protest von Daimler-Kolleginnen und -Kollegen in Berlin-Marienfelde gegen Arbeitsplatzvernichtung (Foto: RF)

Die Kollegen bei EvoBus haben es gestern richtig gemacht: Nach der lapidaren Info über die Schließung um 13:30 Uhr nahm die Frühschicht die Arbeit nicht mehr auf. Die Spätschicht streikte weiter, das Werk stand den restlichen Tag.


Selbständiger Streik ist das richtige Signal, wie wir Arbeiter gegen Werksschließungen, Entlassungen, gesteigerte Ausbeutung, Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten vorgehen müssen.


Die Strukturkrise aufgrund der Umstellung auf E-Mobilität trifft in immer mehr Autobetrieben und Zulieferern auf die Weltwirtschafts- und Finanzkrise. Ausbaden sollen das die Arbeiter und ihre Familien. Massenentlassungen in Mannheim, Ulm und bei Ford Saarlouis, Streichung von A- und B-Klasse, Kurzarbeit in Bremen trotz Rekordgewinne… Nicht mit uns!

 

Die Konzernleitung behauptet scheinheilig es „wachse der Kostendruck, der Wettbewerb verschärfe sich“.(www.boerse-online 29.6.22) Da kriegt man wirklich Mitleid! Der läppische Rekordgewinn von 5,2 Mrd. Euro im 1. Quartal ist im unersättlichen Kapitalismus natürlich kein Argument. Was haben wir mit dem Wettbewerb der Autokonzerne um die höchste Profitmarge und Weltmarktführerschaft bei Absatzmärkten zu tun? Es war schon immer ein Märchen, dass die Arbeiter von dieser „Pole-Position“ profitieren würden. Im Gegenteil, diese wird nur auf Kosten der Arbeiter, der Umwelt und der Gesellschaft erreicht.

 

Die Betriebsratsführung in Mannheim kündigt zurecht kämpferisch an, das „nicht kampflos hin zu nehmen“. Aber wofür und wie soll der Kampf geführt werden? Auf der Homepage der IGM liest man von einer „Informationsphase“ und einem vagen „Zukunftskonzept“. Diese schön betitelten Papiere gingen in den letzten Jahren alle Richtung fauler Kompromiss. Die Arbeit zwar niederzulegen aber dann nach Hause zu gehen, ist keine gute „Kampfform“ – sie schwächt unsere Einheit, die Möglichkeit uns zu beraten, offensiv zu kämpfen, lässt jede Familie mit den Sorgen alleine. Wir brauchen jeden einzelnen Arbeitsplatz! Streik darum ist die einzige Sprache, die die dreisten Konzernchefs verstehen! Über alles darunter zucken die doch die Achseln.

 

Heute morgen hat ein Teil der Frühschicht in Mannheim die Arbeit zunächst wieder aufgenommen. Im Werk wird intensiv über die Notwendigkeit eines selbständigen Streiks diskutiert. Von 14 Uhr bis 15:30 Uhr fand eine Kundgebung vor dem Tor 1 Werk Mannheim statt.

 

Der selbständige Streik wird von vielen als richtig angesehen. Dazu braucht es eine richtige Organisation, eine Streikleitung, Prinzipien wie „Streikzeit ist Arbeitszeit“ und demokratische Abstimmungen der Belegschaft. Die MLPD an der Spitze kämpferischer Arbeiter hat großes Know-How, wie man das macht. Sich mit ihnen zu beraten und zu planen, aktiv zu werden – das ist das Gebot der Stunde. Abwarten, dass es jemand für uns macht, führt in die Niederlage. Die Arbeiter müssen‘s in der Hand behalten.

 

Die tumultartigen Szenen auf der Betriebsversammlung und Demonstration Tausender Ford-Arbeiter in Saarlouis am 22.6., kämpferisch geführten gewerkschaftlichen Streiks und Demonstrationen von 3.000 Hafenarbeitern im Norden nach 44 Jahren ohne Tarifkampf, wochenlange Streiks an Unikliniken zeigen: Die Arbeiterklasse tritt auf den Plan! Und das ist auch richtig so. Der Kapitalismus destabilisiert sich beschleunigt.

 

Jetzt ist Zeit für ein Signal von Daimler EvoBus und Arbeitern aus dem ganzen Konzern.

 

Kampf um jeden Arbeitsplatz! Streik bis die Schließungspläne vom Tisch sind! Solidaritätsstreiks in allen Werken! Aktiver Widerstand gegen die gefährliche Weltkriegsvorbereitung.

 

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In den letzten Tagen beschloss die NATO eine 300.000 Mann starke kriegsfähige Armee aufzustellen – eine Versiebenfachung. Wo sollen die denn herkommen? Werden bald europaweit die Arbeiter rekrutiert? Wird auf Kriegsproduktion umgestellt? Die Waffenlieferungen für zig Milliarden haben noch zu keinem Millimeter an Sicherheit, Freiheit oder gar Verteidigung der Interessen der Arbeiter in der Ukraine geführt, die zu tausenden ihr Leben lassen. In Griechenland und Italien steht die Arbeiterklasse mit Streiks und Blockaden an der Spitze gegen Putins Angriffskrieg aber auch die aggressive Weltkriegsvorbereitung der NATO. Auch in diesem Aktiven Widerstand ist die Arbeiterklasse in Deutschland gefragt.


Politik und Monopole handeln sowohl in der Weltkriegsvorbereitung als auch den Angriffen auf die Arbeiterklasse Hand in Hand. Scholz kündigt schon mal an, im Gespräch mit den Kapitalistenverbänden nächste Woche unsere Lohnerhöhung für Einmalzahlungen zu opfern. Wir sprechen ihm das Recht dazu ab! WIR müssen die Fahrt zur Arbeit finanzieren, die Strom- und Gasnachzahlungen und die Versorgung unserer Familien. Also nehmen WIR uns auch das Recht, für Lohnnachschlag zu kämpfen.