Buchvorstellung und Antikriegsdemo

Buchvorstellung und Antikriegsdemo

Großes Interesse an wissenschaftlicher Analyse der MLPD

Schon am Freitagabend vor der Antikriegsdemonstration fand eine Open-Air-Diskussion mit der MLPD-Vorsitzenden Gabi Fechtner vor dem Rathaus Neukölln statt. Rund 70 dauerhafte Teilnehmerinnen und Teilnehmer hörten trotz Wind und Regen gespannt der Vorstellung der neuen Broschüre "Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems" zu.

Von Korrespondentinnen und Korrespondenten / gis
Großes Interesse an wissenschaftlicher Analyse der MLPD

Mehrere hundert Menschen wurden durch die Open-Air-Diskussion auf uns aufmerksam und diskutierten über die vielfältigen Themen. Über 20 Exemplare der neuen Broschüre und etliche Exemplare des Rote Fahne Magazins wurden verkauft.

 

Gabi Fechtner stellte Kernthesen der MLPD aus der neuen Broschüre vor. Gleich zu Beginn betonte sie, dass die MLPD trotz der ernsthaften Gefahr eines Dritten Weltkriegs optimistisch in die Zukunft schaut. Wir sind überzeugt, dass die Arbeiter und die breiten Massen eine andere Vorstellung von ihrer Zukunft haben als in der kapitalistischen Barbarei unterzugehen. Dafür ist es aber unverzichtbar, eine Bewusstseinsbildung über die Ursachen des Ukraine-Kriegs und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems zu machen. Wir haben es mit einer beschleunigten Destabiliierung des imperialistischen Weltsystems zu tun!

 

Angesichts der neuesten Beschlüsse der Bundesregierung, der G7-Länder und der NATO ist es völlig weltfremd, wenn in den bürgerlichen Medien immer wieder von einer sogenannten "Deeskalationspolitik" gesprochen wird. "Es soll mir mal einer erklären, was die Aufrüstung der NATO-Kriseneingreif-Truppe auf über 300.000 Mannstärke mit Deeskalation zu tun hat. Die NATO hat überhaupt nichts mit einem angeblich friedenschaffenden Bündnis gemein. Sie hat überall gemeinsam mit dem US-Imperialismus wie in Afghanistan oder Syrien hunderttausendfaches Elend und Tote, zerstörte Städte und vieles mehr hinterlassen," führte Gabi Fechtner aus.

 

Sie kritisierte die gefühlsmäßige Stimmungsmache ausgehend von der Regierung. Nach deren Logik ist jeder, der nicht pragmatisch den Waffenlieferungen an die Ukraine zustimmt, unsolidarisch. Während zeitgleich alle diejenigen, die Waffenlieferungen für berechtigte Befreiungskämpfe wie des kurdischen oder des palästinensischen Volkes unterstützen, als Terroristen diffamiert werden. Mit dem O-Ton in den bürgerlichen Medien, dass die "Ukraine heute ein Hort der Demokratie und Feiheit sei" rechtfertigen ehemalige Friedensaktivisten u.a. der Grünen wie Anton Hofreiter ihre Wandlung zu aktiven Kriegstreibern.

 

In der folgenden Diskussion entwickelte sich u.a. ein Streitgespräch über die Rolle der Arbeiterkämpfe heute. Mehrere Teilnehmer hoben hervor, dass sich mit bedeutenden Kämpfen in den letzten Tagen Hafenarbeiter oder Arbeiter bei Daimler und Ford und in den Kliniken zu Wort gemeldet haben. Gabi Fechtner betonte aber kritisch, dass - so sehr wir als MLPD mit ganzer Kraft die Streiks der Arbeiter fördern und unterstützen - sie aber bei weitem nicht ausreichen. Wenn wir davon ausgehen, dass die heutige Phase der Destabilisierung des imperialistischen Weltsystems bedeutet, dass es entweder zu einem Dritten Weltkrieg kommt oder zu einer internationalen sozialistischen Revolution, dann müssen wir als Partei an der Spitze ihrer Vorbereitung und Durchführung stehen.

 

Ein Teilnehmer berichtete in der Diskussion, wie er sich selbst erstmal von der Meinungsmanipulation lösen musste, um sich klar gegen alle imperialistischen Kriegstreiber zu stellen. Er betonte auch die weitgehenden umweltpolitischen Folgen des Krieges. Die Open-Air-Veranstaltung zeigte, dass tiefgehende Diskussionen notwendig sind, damit sich wirklich die breiten Massen gegen die Gefahr eines Dritten Weltkriegs wenden. Dafür müssen wir auch lernen, solche Open-Air-Veranstaltungen noch mehr für die Bewusstseinsbildung zu nutzen und mit den anwesenden Passanten und Teilnehmer zu diskutieren.

 

Heute um 14 Uhr startete auf dem Bebelplatz in Berlin die Antikriegsdemonstration "Wir zahlen nicht für eure Kriege". An der Auftaktkundgebung nahmen ungefähr 2000 Menschen teil.Telefonisch berichtet eine Korrespondentin: "2000 Leute versammelten sich auf dem Bebelplatz. Es sind Gewerkschafter da, Migrantinnen und Migranten, darunter viele Palästinenser, das Internationalistische Bündnis, DKP, Linkspartei, MLPD, REBELL und viele weitere. Die NümmesBand hat ein Vorkonzert vor der Auftaktkundgebung gemacht, für das sich die Kundgebungsleitung bedankte. Ein neues Nümmes-Lied hat die Zeilen: 'Zum großem Krieg der Räuber sage ich Nein!... Zum Kampf gegen die Räuber sage ich Ja!' Beeindruckend waren Gewerkschafter aus Italien von SI Cobas, die eine Grußbotschaft überbrachten, und eine Delegation der kämpferischen Hafenarbeiterkoordinierung. Am Mikrofon der NümmesBand wurden kurze Redebeiträge gehalten. Auch Gabi Fechtner, die MLPD-Vorsitzende, sprach. Sie attackierte die Propaganda von einer angeblichen Deeskalationspolitik der NATO und wies nach, dass alle Imperialisten aktiv einen Dritten Weltkrieg vorbereiten. Um durchzublicken, muss man sich die Gesetzmäßigkeiten in der Entwicklung der zwischenimperialistischen Widersprüche bewusst machen. Die wissenschaftliche marxistische Analyse der neuen Studie der MLPD stößt bei der Demo auf größtes Interesse. Zum Teil werden unsere Argumente regelrecht aufgesogen. Man begegnet auch antikommunistischen Vorbehalten, aber die kontern wir souverän."

 

Zur Stunde dauert die Demonstration noch an. Ein Highlight ist für die Abschlusskundgebung vorgesehen: Kämpferische Grüße von Gewerkschaftern der Hafenarbeiter, der Bergarbeiter und der Stahlarbeiter aus Griechenland, die bei der Entwicklung eines aktiven Widerstands gegen Militarisierung und Weltkriegsvorbereitung vorne dran stehen!

 

Auf der Demo wurden 163 Exemplare der Broschüre "Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems" verkauft. Außerdem 18 Exemplare des Rote Fahne Magazins. 49 Unterschriften unter den Aufruf für eine neue Friedensbewegung und 50 Euro Spenden.