Weg des Kampfes genau richtig

Weg des Kampfes genau richtig

Der Kampf gegen die Arbeitsplatzvernichtung in Mannheim: Ein Zeichen für die Zukunft

Die Kollegen der Busfertigung von Daimler-Benz EvoBus in Mannheim antworteten auf die Ankündigung, dass der Konzern weitere 1000 Arbeitsplätze vernichten will, mit Streik der Früh- und der Spätschicht. Auch im Werk Neu-Ulm sollen 600 Arbeitsplätze vernichtet werden. Das ist vor allem eine Folge geplanter Verlagerung von Produktion in die Werke von Daimler Busse in Holysov in Tschechien und in Hosdere in der Türkei.

Von h
Der Kampf gegen die Arbeitsplatzvernichtung in Mannheim: Ein Zeichen für die Zukunft
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In dem Werk in Holysov werden mit 420 Beschäftigten bisher die Rohbauten für die Werke in Deutschland produziert. In das große Buswerk in Hosdere bei Istanbul mit ca. 4000 Beschäftigten und eigenem Entwicklungszentrum wurden schon im letzten Jahr 500 Einheiten aus Mannheim verlagert.

 

Der Weg des Kampfes der Daimlerkollegen ist genau richtig und erfordert unsere volle Unterstützung. Schon im letzten Jahr wurden im Mannheimer Daimlerwerk hunderte Arbeitsplätze vernichtet, Leiharbeiter entlassen bei gleichzeitiger Arbeitsverdichtung und Lohnsenkung. Rekordgewinne bei Daimler trotz Weltwirtschafts- und Finanzkrise, das bedeutet verschärfte Ausbeutung der Arbeiter und Ausnutzen satter staatlicher Subventionen. Der Daimlerkonzern hat den Bereich der LKW und Busse im Dezember 2021 aus dem Konzern ausgegliedert. Damit hat er angekündigt, 100 Millionen Euro im Bereiche Busse „einzusparen“.

 

Hintergrund ist der verschärfte Konkurrenzkampf auf dem Busmarkt, vor allem in Hinblick auf die Einführung von elektrisch betriebenen Bussen. Hier steigt der Absatz noch, während er bei Reisebussen erheblich zurückgeht. Elektrisch betriebene Busse, noch mit Solarpanels auf dem Dach oder teilweise Oberleitung, das ist eigentlich eine gute Sache für die Umwelt. Aber hier geht es nicht um Umwelt, sondern um Maximalprofit. Deshalb führt die Umstellung auf elektrisch betriebene Busse zur Arbeitsplatzvernichtung. Die geplante Umstellung auf E-Busse bei Daimler bis 2030 ist mit Arbeitsplatzvernichtung in der der Motorenproduktion für LKW und Busse verbunden. Dort arbeiten derzeit in Mannheim 4.800 Kolleginnen und Kollegen. Ein Teil der Motorenproduktion wurde schon in den amerikanischen Konzern Cummins ausgegliedert.

 

Im Kampf um die Konkurrenz bei E-Bussen haben MAN und Volvo Trucks neue Elektrochassis entwickelt. Während Daimler in der BRD hier die Nase vorn hat, ist europaweit Solaris der Marktführer. Das ist ein Unternehmen des französischen Verkehrsmonopols CAF, das in Polen produziert. Die Osterweiterung der EU hat diesen Monopolen einen Billiglohnsektor mit hochqualifizierten Arbeitern beschert, den jedes Monopol nutzen will, um die Ausbeutung der Arbeiter zu steigern. Deshalb soll die Produktion von Mannheim nach Tschechien und in die Türkei verlagert werden. Das Durchschnittslohn eines Arbeiters in Tschechien liegt bei 1000 Euro brutto. Außerdem gibt es hohe Subventionen. Wir brauchen gegen dieses Vorgehen der internationalen Monopole die internationale Arbeitereinheit.

 

Sie jagen um den ganzen Erdball auf der Suche nach den profitabelsten Produktionstätten. Daimler produziert Busse auch in Indien und Brasilien. Wenn jetzt bei dem immer brutaler werdenden Kampf um den Weltmarkt bis zum Krieg die Lieferketten brechen, sollen wieder wir es sein, die die Folgen tragen.

 

In der neu erschienenen Broschüre der MLPD wird das so analysiert: „In der Weltwirtschaft hat eine offene Krise der Neuorganisation der internationalen Produktion eingesetzt, die die Destabilisierung des imperialistischen Weltsystems weiter enorm beschleunigt. Der Übergang zum Weltwirtschaftskrieg spitzt den hauptsächlichen Widerspruch zwischen den revolutionären internationalisierten Produktivkräften und der nationalstaatlichen Macht und der Organisation der kapitalistischen Produktionsverhältnisse aufs Äußerste zu. Das treibt die Gefahr eines Dritten Weltkriegs voran.“

 

Zu Recht nimmt die IG Metall in ihrem aktuellen Flugblatt Impuls extra Stellung gegen die verschärfte Ausbeutung und damit für die kämpferischen Kollegen. Aber was soll das, wenn es weiter heißt: „Ziel muss sein, gemeinsam getragene Lösungen zu finden, die nicht einseitig zu Lasten der deutschen Standorte gehen.“ Sollen die 100 Millionen Euro Profitsteigerung des Herrn Källenius nur gleichmäßig auf alle Standorte verteilt werden? Der Kampf der Kollegen zeigt, dass es nicht um eine „gemeinsam getragene Lösung“ mit der Konzernspitze geht. Es geht um den Kampf um die Zukunftsinteressen der Arbeiter, und der Jugend auf Kosten der Profite.

 

Die MLPD steht mit ihrem ganzen Know-how mitten drin in solchen Kämpfen und konsequent auf der Seite der Arbeiter.