Büchel

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Geburtstagsfeier - Protestaktionen gegen nukleare Aufrüstung und Atomkrieg - Vertiefende Diskussionen

Das Camp der Internationalen Ärzte gegen Atomkrieg (IPPNW) und der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) startete am letzten Dienstag vor den Toren des Atomwaffenstützpunkts im rheinlandpfälzischen Büchel. In Büchel sind etwa 20 US-Atombomben stationiert.

Von einer Korrespondentin

Ab 2023 sollen auch in Deutschland neue, modernisierte US-Atomwaffen stationiert werden. Dafür orderte die Bundesregierung neue atombombenfähige F 35-Kampfjets für über 20 Milliarden Euro.

 

Zum ersten Mal nahm eine Delegation der MLPD und des Jugendverbands REBELL teil. Viele andere Teilnehmer kamen in diesem Jahr auch zum ersten Mal, weil sie sich durch den Ukrainekrieg und die akute Weltkriegsgefahr besonders herausgefordert fühlten. Wir lernten sehr viele neue Leute kennen und packten natürlich selbst mit an bei der Organisation.

 

Eine Anti-Atom-Aktivistin aus Kalifornien nahm teil. Aus den USA stammend, setzt sie sich besonders gegen Atomwaffen ein, denn die USA waren das erste Land, welches Atombomben einsetzte 1945 in Hiroshima und Nagasaki. Es nahmen viele Ärzte, Friedensaktivisten und Studenten teil. Die neue Publikation der MLPD "Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems“ stieß auf immer mehr Interesse. Bis in die Nacht hinein diskutierten wir mit vielen Teilnehmern, wie eine atomwaffenfreie Welt erkämpft werden kann, über die Einheit von Arbeiter - und Friedensbewegung und wie eine sozialistische Perspektive aussieht. Zur Broschüre "Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems" findet auch noch eine Gesprächsrunde statt.

 

Beim Fliegerhorst Büchel arbeiten fast 2000 Soldatinnen und Soldaten. Auch Arbeiter wurden auf die Mahnwache früh morgens aufmerksam. Unter der Bevölkerung wird das Bewusstsein über die Gefahren größer, aber es gibt noch keine breite Ablehnung der Stationierung der Atombomben. Am Donnerstag wurde der Geburtstag des UN- Atombombenverbotsvertrags vom 7. Juli 2017 gefeiert, für den sich die ICAN jahrelang eingesetzt hat. Der Vertrag verbietet Staaten, Atomwaffen zu testen, zu entwickeln, zu produzieren und zu besitzen. Weiterhin wird den Staaten die Stationierung von Atomwaffen auf eigenem Boden verboten.

 

Die Realität sieht anders aus. Imperialisten setzen sich über Erkenntnisse und Verträge hinweg oder treten dem Vertrag erst gar nicht bei. MLPD und REBELL überreichten das Buch von Willi Dickhut „Krieg und Frieden und die internationale sozialistische Revolution“ als Geburtstagsgeschenk. Willi Dickhut setzte sich zeit seines Lebens gegen die atomare Aufrüstung, gegen Faschismus und Krieg ein. Es ist unbedingt richtig, die Forderungen des Vertrags durchzukämpfen und zu erweitern, denn bisher sind nur Staaten beigetreten, die keine Atomwaffen besitzen. Um den imperialistischen Machthabern die Verfügungsgewalt über die Nuklearwaffen aus der Hand zu nehmen und einen Dritten Weltkrieg zu verhindern, braucht es eine internationale Front des aktiven Widerstands, die auf eine internationale sozialistische Revolution abzielt.

 

Am Freitag, den 8.7. beteiligten wir uns an vielfältigen Protestaktionen rund um den Fliegerhorst. Ein Video kann hier gesehen angesehen werden. Das Camp findet jedes Jahr rund um den Geburtstag des Atomwaffenverbotsvertrags, den 7. Juli, statt. Im nächsten Jahr sollten noch viel mehr mitkommen!

 

  • Aktiver Widerstand gegen akute Weltkriegsgefahr!
  • Für die Vernichtung aller atomaren, biologischen und chemischen Waffen!