Saarbrücken

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Montagsdemo gegen Kriegskurs und Hartz IV und für Arbeitersolidarität

Die Montagsdemo am 4. Juli trat direkt gegen die Rolle auf, die der Bevölkerung penetrant und unisono von den Politikern der wahrlich staatstragenden Regierungs- und Oppositionsparteien zugewiesen wird: lammfromm Opfer bringen für deren Krise zum Erhalt ihres Systems.

Pressemitteilung 498. Saarbrücker Montagsdemo

„Manche Leute schauen schon keine Nachrichten mehr, weil sie das Elend nicht mehr ertragen. Andere haben ein mulmiges Gefühl für die Zukunft. Orientierung ist gefragt, nicht Schockstarre. Die Mehrheit der Menschen will nicht untergehen, will friedlich leben, will sich nicht ausbeuten lassen und dann den Arbeitsplatz verlieren wie bei Ford, will in der Welt was Gutes schaffen", hieß es.

 

„Von Scholz über Habeck bis Steinmeier machen sich nun alle große Sorgen", so die Moderatorin. „Aber nicht etwa um die Kriegsopfer auf beiden Seiten, nicht um unsere kalten Wohnungen im Winter, um die schlechte Ernährung bei starker Inflation, nicht um die Hungernden im sogenannten globalen Süden. Sie machen sich Sorgen wegen des ‚sozialen Sprengstoffs', so der Kanzler Scholz am 3. Juli, fürchten ‚aggressive Debatten', ‚Verteilungskämpfe' - oder am Ende eine Revolution? Kurz, sie wollen, dass alles so bleibt, wie es ist: Sie oben, wir unten."

 

Die Redebeiträge am offenen Mikro wirkten befreiend und zogen etliche Gruppen vor allem Jugendlicher an, die heftig untereinander diskutierten, sich aber auch trauten, selbst was zu sagen: „Wir sind froh, dass dies hier stattfindet. Wir brauchen Frieden, in Syrien und überall. Wir dürfen nicht still sein," forderte ein jugendlicher Geflüchteter.

 

„Wie Knospen brechen auch im Saarland vereinzelt Arbeiterkämpfe auf und entwickelt sich eine neue Zusammenarbeit derer, die sich nicht einschüchtern und einlullen lassen. Die Kolleginnen und Kollegen der Ford-Belegschaft haben am 22. Juni zu kämpfen begonnen. begonnen zu kämpfen. Die Vorbereitung der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen hat mit einem wunderschönen, schwesterlichen und internationalistischen Fest letzten Samstag volle Fahrt aufgenommen. Syrische Geflüchtete engagieren sich in der Flutopfer – und Ukraine-Hilfe und verbinden sich mit hiesigen Bergleuten und Umweltkämpferinnen und Umweltkämpfern. Daran sollten wir weiterbauen, das macht uns auf Dauer unschlagbar", sagte jemand.

 

„Das 9.-€-Ticket muss auf jeden Fall bleiben, als Betroffener von Hartz IV bin ich so froh damit – erstmals seit Jahren komme ich ein wenig rum in Deutschland", sagte einer – viel Applaus und das Versprechen, gemeinsam dran zu bleiben. Nicht betteln, sondern sich organisieren!

 

Die 498. Saarbrücker Montagsdemo verabschiedete eine Solidaritätserklärung an die Belegschaft von Ford Saarlouis, die um ihre Arbeitsplätze kämpft.