Braunschweig

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Erneute Protestaktion bei VW GroupServices

Am Freitag, 8. Juli, nach der Frühschicht, fand die dritte Protestaktion von Logistik-Kollegen der VW GroupServices* der Halle 30 / 31 statt. Vorausgegangen waren ihr eine Kundgebung und ein sehr kämpferischer Auftritt auf der Betriebsversammlung von VW Braunschweig Ende Juni.

Korrespondenz
Erneute Protestaktion bei VW GroupServices
Die kampfbereiten Kollegen (rf-foto)

Die Kollegen fordern Bezahlung nach Produktionslohn statt nach Logistiklohn. Das sind ca. 650 Euro mehr.

 

Ca. 50 Kollegen trafen sich vor dem Tor. Sie hatten ihre Schilder von der Betriebsversammlung dabei: „Ende der Bescheidenheit – VW GS ist jetzt kampfbereit!“; „Drei Schichten + Nebenjob ist nicht familienfreundlich!“; „Ich kann gar nicht so schlecht arbeiten, wie ich bezahlt werde.“. Stammwerker brachten ein Schild mit: „Ein Betrieb – ein Tarifvertrag – solidarische Grüße - Kollegen vom T6“.

 

Die MLPD Braunschweig-Wolfsburg-Salzgitter verteilte eine Solidaritätserklärung. Sie orientierte darauf, sich nicht bis zum anstehenden Werksurlaub hinhalten zu lassen, sondern die Initiative zu behalten, die Kampfformen zu steigern und sich mit der Stammbelegschaft zusammenzuschließen. Diese diskutiert gerade den selbständigen Kampf um Lohnnachschlag. Dieser Kampf und der der Logistik-Kollegen gehören zusammen! Vielerorts entfalten sich derzeit unterschiedliche Kämpfe um höhere Löhne und für einen sofortigen Lohnnachschlag. Die Kollegen fordern zu Recht die Unterstützung der IG Metall für ihren Kampf. Das nutzte der anwesende Betriebsrat aber aus, um sie massiv in die Richtung zu beeinflussen, jetzt erst mal Ruhe zu geben, „um das Erreichte nicht zu gefährden“. Sonst könne der Betriebsrat nicht verhandeln.

 

Auf ihn geht wohl auch zurück, dass nur ein Fototermin und keine richtige Kundgebung zustande kam. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Nur wenn richtig gekämpft wird, kann man auch gut verhandeln! Und außerhalb der Tarifrunden kann nur selbständig gekämpft werden. Jetzt muss beraten werden, wie es weitergeht. Ein Streik bei VW, immerhin ein führendes Übermonopol in Deutschland, wäre auch ein Signal dafür, dass die Arbeiter nicht bereit sind, für die Krisen- und Kriegskosten zu verzichten.