Gelsenkirchen

Gelsenkirchen

Montagsdemo feiert 750. Jubiläum

Ca. 50 feste Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am gestrigen Montag, 11. Juli, auf den Gelsenkirchener Heinrich-König-Platz gekommen, um die 750. Montagsdemonstration, die eine Woche zuvor stattgefunden hatte, zu feiern.

Von ffz
Montagsdemo feiert 750. Jubiläum
Montagsdemonstrantin Maria Reidler mit dem Geburtstagskuchen (rf-foto)

Für die MLPD grüßte Stefan Engel, langjähriger Teilnehmer und Montagsdemonstrant der ersten Stunde, die Montagsdemonstrantinnen und Montagsdemonstranten am offenen Mikrofon und überbrachte ihnen seine herzlichen Glückwünsche - verbunden mit einem wichtigen richtungsweisenden Beitrag zum aktiven Widerstand gegen einen Dritten Weltkrieg. Der Ukrainekrieg wird durch noch so schwere Waffen nur verlängert. Auch Russland wird ihn nicht gewinnen. Die einzige Möglichkeit, ihn zu beenden, hat der aktive Widerstand weltweit: Wenn die Massen entschlossen sind und es Massendemonstrationen und Streiks gegen den Krieg gibt, erkennen Regierungen und Kriegstreiber, dass sie bei Strafe ihres Untergangs den Krieg beenden müssen.

 

Petra Polz-Wassong, langjährige Montagsdemonstrantin, ließ in ihrem Beitrag 750 Mal Gelsenkirchener Montagsdemonstration Revue passieren.Vom 9. Februar 2004, als die erste Gelsenkirchener Montagsdemonstration unter dem Motto: „Gelsenkirchen steht auf gegen den Sozialkahlschlag“ stattfand über den Erfolg gegen die sogenannte Wohnsitzauflage für Flüchtlinge, die auf der 600. Montagsdemonstration gefeiert werden konnte; hin zum Kampf für das Bleiberecht so mancher Mitstreiter aus anderen Ländern; der Solidarität mit der „Gelbwesten-Bewegung“ in Frankreich; den Kampf gegen die menschenverachtende Flüchtlingspolitik der EU; gegen das chaotische Corona-Management der Bundesregierung etc. Die Montagsdemonstration vereint geballte Kompetenz auf der Straße und kämpfte und kämpfte für Frauenrechte, die Zukunft der Jugend, für Arbeitszeitverkürzung, Zusammenhalt von jung und alt, Deutschen und Migranten, klare Kante gegen rechts und Corona-Leugner und für die sofortige Freigabe der Patente für Corona-Impfstoffe für alle Länder.

 

Die Montagsdemonstration war und ist solidarisch mit dem kurdischen und palästinensischen Kampf für Freiheit und Demokratie. Sie zeigte selbstbewusst Solidarität mit Stefan Engel und der Moderatorin der Montagsdemonstration, Monika Gärtner-Engel, als diese vom Inlandsgeheimdienst unverschämterweise monatelang bespitzelt und europaweit zur Fahndung ausgeschrieben worden waren. Sie war von 2004 an bis zum Jahr 2014 aktiv solidarisch mit dem Kampf der Opelanerinnen und Opelaner in Bochum um ihre Arbeitsplätze.

 

Die Gelsenkirchener Montagsdemonstration ist das Sprachrohr und Gewissen der Straße in der „Stadt der 1000 Feuer“. „750 Mal auf die Straße gehen, bei Wind und Wetter, Sonnenschein oder Regen, im Gegenwind der bürgerlichen Politiker haben uns stark gemacht. Unsere Ausdauer und unser Stehvermögen macht uns so schnell keiner nach. Wir sind geblieben und wie viele Politiker von Schröder, Merkel, Baranowski und wie sie noch alle heißen mögen, sind schon längst Geschichte … “, so Petra Polz-Wassong.

 

Weitere Beiträge kamen unter anderem von Brigitte Wiesemann, die stolz die Ankündigung für die 750. Montagsdemonstration aus der WAZ, die noch Monate vorher erklärt hatte, nicht mehr über die Montagsdemo berichten zu wollen, vorlas. Johanna von der MLPD und Celina und Pia vom Jugendverband REBELL berichteten vom Protestcamp gegen Atomwaffen und -krieg, das vor dem Luftwaffenstützpunkt Büchel stattgefunden hatte und an dem sie erfolgreich teilgenommen hatten.

 

All diese Beiträge, untermalt von Peter Reichmann und einer Songgruppe, fanden das Interesse und den Beifall der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dazu gab es ein liebevoll gestaltetes Mitbringbüffet, sodass jede und jeder auch körperlich satt wurde.

 

Die Gelsenkirchener Montagsdemonstration freut sich auf die nächsten 750 Ausgaben.