Griechenland / Türkei

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Türkischer Imperialismus beansprucht Osthälfte der Ägäis

Der Chef der faschistischen Partei in der Türkei, MHP, Devlet Bahceli, Koalitionspartner der AKP-Regierung Erdogans, hat bei einem Besuch in Ankara die Großmachtpläne der Türkei offen ausgesprochen.

Von hodo

Der Besuch fand im Hauptquartier der „Grauen Wölfe“ statt, einer faschistischen Organisation unter Ahmet Yigit Yildirim. Dort bekam Bahceli eine „Landkarte der Türkei“ als Geschenk. Auf ihr ist die gesamte Osthälfte der Ägäis Bestandteil der Türkei. Dazu gehören nach faschistischer bzw. imperialistischer Logik Rhodos, die Inseln des Dodekanes, Lesbos, Chios, Samos und sogar Kreta.

 

Bahceli und Yildirim ließen sich mit dieser Karte, die mit: „Unser nationaler Schwur auf den Meeren“ betitelt ist, ablichten.

 

Die faschistische Erdogan-Regierung schweigt dazu, was nichts anderes als Zustimmung bedeutet. An der Haltung von Außenminister Mevlüt Cavusoglu ist die Haltung der AKP abzulesen: Die Türkei dürfe „nicht in ihren heutigen Grenzen gefangen sein". Bei seinem letzten Staatsbesuch in Deutschland hat er sich vor seinen Anhängern mit dem faschistischen Wolfsgruß ablichten lassen.

 

Erdogan setzt auf die Gewinnung von nationalistisch bis faschistisch gesinnten Stimmen für seine Wahl 2023. Die Unterstützung für ihn ist in der türkischen Bevölkerung massiv gesunken. Umfragen sprechen von 30 Prozent. Möglich ist auch ein Vorziehen der Wahl.

 

Gleichzeitig unterstreichen die Erklärungen die neuimperialistische Entwicklung der Türkei - mit Großmachtambitionen im Rahmen des verschärften Konkurrenzkampfes der imperialistischen Kräfte auf der Welt. Sie sind keine „Spinnerei“ Erdogans. Die Ambitionen reihen sich in die Weltkriegsvorbereitung fast aller imperialistischen Länder ein. Das unterstreicht die Notwendigkeit des Aufbaus einer internationalen antiimperialistischen und antifaschistischen Einheitsfront mit dem Kern des internationalen Industrieproletariats. Ebenso notwendig ist die Solidarität mit den Revolutionären in der Türkei gegen die Unterdrückungsmaßnahmen des faschistischen Regimes.

 

Und die Solidarität mit den Massen in Griechenland: Sie kämpfen dagegen, dass ihr Land zum NATO-Aufmarschgebiet für Truppenbewegungen und Waffentransporte missbraucht wird. In Griechenland haben sich in letzter Zeit einige der wichtigsten Arbeiterkämpfe entwickelt. Und die Massen in Griechenland sind zutiefst beunruhigt über die Drohungen des Erdogan-Regimes.