Brennpunkt imperialistischer Konkurrenz

Brennpunkt imperialistischer Konkurrenz

Afghanistans Rohstoffe

Nicht nur wegen seiner geostrategischen Lage im Zentrum Asiens war Afghanistan schon lange ein Brennpunkt imperialistischer Konkurrenz, Besatzung und Kriegführung.

Korrespondenz aus Ingolstadt

Es ist auch ein an Rohstoffen sehr reiches Land. Im Widerspruch dazu lebt das Volk in bitterer Armut – ausgepresst und blutig unterdrückt vom Sozialimperialismus, dann vom westlichen Imperialismus unter Führung der USA. Und nun nach der desastriösen Niederlage ihres sogenannten Krieges gegen den Terror durch den islamistisch-faschistischen Taliban.

 

Es gibt große Vorkommen von Kupfer, Eisen, Marmor, Kohle, Lithium, Chromit, Kobalt, Gold, Lapislazuli, Edelsteinen und vielem mehr. Es ist damit eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Der Verkaufswert wird auf ungefähr eine Billion Euro geschätzt.

 

Aufgrund der Zerrüttung des Landes durch den Krieg schrumpfte die bestehende Montanindustrie sogar in den letzten Jahren ständig. Mit der Herrschaft der Taliban hat sich nur geändert, dass die Erlöse jetzt in deren staatliche Taschen fließen. Es gibt keine Industrie zur Verarbeitung im Land. Die Sanktionen haben den Hahn der Hilfsgelder zugedreht. Deshalb betreiben die Taliban den Ausverkauf der Rohstoffe. Der Raubbau z.B. an den fünf Kohlegruben im Bezirk Balkhab soll angeblich am Tag 660 000 Euro einbringen.

 

Um diese Einnahmen entbrennen jetzt Kämpfe der verschiedenen Richtungen und regionalen Führungen der Taliban. Die Kohle wird hauptsächlich nach Pakistan abtransportiert. Derzeit 500 000 Tonnen pro Monat. Dies hatte hauptsächlich Kohle aus Südafrika bezogen, deren Preis jedoch stark gestiegen ist. China hatte großes Interesse gezeigt, mit den Taliban ins Geschäft zu kommen, vor allem wegen der reichen Lithiumvorkommen, die für die Batterieproduktion benötigt werden. Nun halten sie sich angesichts der Lage in Afghanistan etwas zurück.