Deutsche Bahn

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Unterwegs mit dem 9-Euro–Ticket …

Eigentlich eine Super-Sache. Seit der Einführung des 9-Euro-Tickets sind ich und mein Fahrrad sehr viel mit dem Zug unterwegs. Dabei habe ich mehrere Hundert Euro eingespart und auch CO2. Auf der Fahrt konnte ich Zeitung lesen, einfach die Landschaft an mir vorbeiziehen lassen oder mich mit anderen Mitfahren unterhalten.

Korrespondenz aus Eisenach

Einmal kam ich mit einer jungen Kurdin auf den Ukraine-Krieg zu sprechen. Als ich sagte, dass es die akute Gefahr eines Dritten Weltkrieges gibt, war sie ganz erschrocken. Ich fuhr fort: „Wir dürfen es aber nicht so weit kommen lassen.“ Die junge Frau kam auf jeden Fall ins Nachdenken und wir vereinbarten, in Kontakt zu bleiben. Sie gab mir ihre Telefonnummer und Adresse.

 

Die Züge sind immer gut gefüllt, aber sie waren nie überfüllt – bis auf einmal. Ich stand am Bahnhof und dachte: „Was geht denn hier ab?“. Da standen, nachdem der Zug in den Bahnhof eingefahren war, an jeder Zugtür gefühlte 30 Leute. Oh je, die gehen doch alle gar nicht da rein, dachte ich. Aber sie gingen rein ! Und alle Mitfahrer waren erstaunlich geduldig, rücksichtsvoll und nahmen das Ganze mit Humor.

 

Ich muss zugeben, das 9-Euro-Ticket hat auch seine Tücken und Lücken. Lücken – damit meine ich, plötzlich stehst du nach dem dritten Umsteigen auf einem Bahnhof, dessen Namen du in deinem Leben noch nie gehört hast und die Stimme aus der Lautsprecheranlage gibt bekannt: „Die Regionalbahn 2010 von Elze nach Göttingen fällt heute aus.“ Nix weiter. Da stehst du da, mit zig anderen und fragst dich, wie du heute noch nach Hause kommen sollst? Ich bin noch nach Hause gekommen, aber das ist eine andere Geschichte. Daraus habe ich die Konsequenz gezogen, nie die letzte Verbindung für die Heimreise zu nehmen. Auch sollte man, wenn möglich, am besten werktags reisen.

 

Eine Frage hätte ich da noch: Warum gibt es die Tickets eigentlich nicht zum Null-Tarif? Wäre doch alles möglich, denn dann bräuchte man keinen mehr, der die Tickets kontrolliert. Im Sozialismus würden die Schaffner nicht arbeitslos werden, sondern die Gesellschaft hätte für sie eine andere sinnvolle Aufgabe. Da das Bedürfnis, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, so groß ist, müssten einfach mehr Züge eingesetzt werden.

 

Zu guter Letzt gibt es auf solchen Fahrten immer was zu lachen. Einmal gab der Lokführer durch, dass die Toiletten im Zug nicht funktionieren. Er gab dann den Rat: „Wenn sie auf Toilette müssen, dann wenden Sie sich bitte an das Zugpersonal!“