documenta 15

documenta 15

... oder Die Demontage von Reisscheunen

Am 13. Juli hat "Rote Fahne News" einen Gastbeitrag des Philippinen- und Südostasien-Experten Dr. Rainer Werning veröffentlicht, der sich gegen die Antisemitismus-Keule positioniert, mit der die Documenta 15 verunglimpft wird, und den Antikommunismus dahinter aufdeckt und angreift.

Gastbeitrag von Dr. Rainer Werning
... oder Die Demontage von Reisscheunen
Ein Rote-Fahne-Foto von der documenta 15

Der Beitrag "Enttarnter Antisemitismus oder verkannter Antikommunismus?" (hier auf Rote Fahne News) ist inzwischen auch in einigen anderen Publikationen erschienen, darunter auf der Webseite der Deutsch-Philippinischen Freunde, im Blog von Evelyn Hecht-Galinski und nicht zuletzt - in englischer Übersetzung - in der Jakarta Post.

 

Rainer Werning hat das Thema jetzt in einem weiteren Beitrag vertieft: "documenta 15 oder die Demontage von Reisscheunen". Der Beitrag steht ungekürzt auf der Webseite der Deutsch-Philippinischen Freunde zur Verfügung.

 

Die documenta 15 in Kassel, so der Autor, läuft Gefahr, die letzte Kunst- und Kulturausstellung ihrer Art zu sein. Sie geriet bis dato dermaßen tief ins Räderwerk ätzender und verletzender 'Antisemitismus'-Kritik, dass als vorläufig letzter Akt Sabine Schormann als Generaldirektorin der documenta einvernehmlich mit dem Aufsichtsrat der Weltkunstschau am 16. Juli zurücktrat. Dabei hätte die diesmal von indonesischen Künstlern kuratierte Ausstellung und das von ihnen präsentierte Konzept „lumbung“ eigentlich gute Chancen haben können ... 'Lumbung' bezeichnet ja die Reisscheune als gemeinsamen (H)Ort des Verwaltens und Teilens einer lebenswichtigen Ressource. Stattdessen sind Scheunen niedergerissen worden ...".

 

Der Beitrag geht auf die Geschichte des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi ein, von dem die große, inzwischen abgebaute Installation stammte. Taring Padi schuf in Indonesien Kunst, die sich gegen das faschistische Suharto-Regime (1965/66 bis 1998). Stimmen zur documenta 15, die sich mit diesem Hintergrund beschäftigten, haben Mühe, in der aufgeheizten Debatte gehört zu werden.

 

Im Beitrag von Rainer Werning heißt es u.a.: "Laut Ausführungen der Bundesregierung hielten sich zwischen 1960 und 1998 im Rahmen der Militärischen Ausbildungshilfe (MAH) insgesamt 122 indonesische Soldaten als Lehrgangsteilnehmer an Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr in Deutschland auf. Auf solche Fragen wie 'Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die direkte oder indirekte Unterstützung der Massaker durch ausländische Regierungen, Geheimdienste oder andere Organisationen?' oder zur Rolle des BND während dieser 'Geschehnisse' fielen die Antworten stets schmallippig aus beziehungsweise schob man zur Begründung die Wahrung staatlicher Sicherheitsinteressen vor: 'Die Bundesregierung ist nach sorgfältiger Abwägung zu der Auffassung gelangt, dass eine Beantwortung nicht offen erfolgen kann. Die erbetenen Auskünfte sind geheimhaltungsbedürftig, da sie Hinweise zu nachrichtendienstlichen Quellen enthalten.'"