Hiroshima-Aktionstag

Hiroshima-Aktionstag

Berichte von den Aktionen gegen Atomkrieg und Weltkriegsgefahr (Aktualisiert: 8. August)

Hier die bisher eingegangenen Korrespondenzen vom Hiroshima-Aktionstag:

Rote Fahne Redaktion
Berichte von den Aktionen gegen Atomkrieg und Weltkriegsgefahr (Aktualisiert: 8. August)
Bild von der Aktion in Hamburg (rf-foto)

Kommunistische Partei Australiens (Marxisten-Leninisten) (CPA [M-L]) - Adelaide / Australien

"Vor allem viele Jugendliche hörten auf einem belebten Platz vor einem Einkaufszentrum den Redebeiträgen zu. Sie fotografierten häufig das Transparent 'Australien muss den Vertrag über das Verbot von Kernwaffen unterzeichnen!' Sie wandten sich gegen die Pläne der australischen Regierung, in Adelaide Atom-U-Boote zu bauen."

Ein kulturpolitisches Highlight im Stadtteil Stuttgart Untertürkheim

Unsere heutige kleine kulturvolle Aktion am S-Bahnhof Untertürkheim bot eine anziehende orientierungsgebende Alternative zu der Manipulation des bürgerlichen Mediensumpf. Vielseitig traten wir mit Liedern, der aktuellen Analyse der MLPD zum Ukraine-Krieg, Straßenmalkreide, Plakaten zum selbermalen und Redebeiträgen am offenen Mikrofon auf.

 

Auffällig war die große Offenheit der Passanten und das Interesse an den Positionen der MLPD zur Weltlage, was zu einigen guten Gesprächen führte. Hier war wichtig, nicht nur über die Gefahr eines Dritten Weltkriegs aufzuklären und zu diskutieren, sondern dies jeweils mit der sozialistischen Alternative zu verbinden. Gerade nach einer Perspektive sind die Menschen auf der Suche. Mehrere Broschüren der MLPD zum Ukraine-Krieg wechselten den Besitzer und einige trugen sich für die Widerstandsgruppe von MLPD und REBELL ein. Wir sind stolz auf diese Aktion und werden diese auf jeden Fall bald wiederholen.

Wichtiger Baustein im Aufbau einer neuen Friedensbewegung - Hiroshima-Gedenktag in Hamburg

Mit ca. 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am nicht so belebten Platz des Deserteursdenkmals - direkt in Nachbarschaft des Kriegsklotzes von 1936 - machten wir unsere Kundgebung, die traditionell von der Friedensbewegung genutzt wird. Es waren Vertreterinnen und Vertreter von ATIF, Courage, Umweltgewerkschaft und MLPD anwesend und ein Kollege von Airbus mit IG-Metall-Fahne. Ein Interessierter mit „Atomkraft- Nein-Danke-Flagge und diversen anderen Flaggen verweilte längere Zeit bei uns.

 

Pepperoni und Freunde lieferten die Musikalische Begleitung von verschiedenen interessanten Redebeiträgen, die alle die Notwendigkeit ausdrückten, dass dieser Gedenktag gerade angesichts der Gefahr eines atomaren Dritten Weltkriegs wichtig ist und dazu genutzt werden muss, für den aktiven Widerstand aufzuklären und zu mobilisieren.

 

Mit der Rede von Joachim Griesbaum (einer der Europakoordinatoren der ICOR) wurde die Schaffung einer weltweiten Einheitsfront gegen Faschismus und imperalistischen Krieg in Zusammenhang mit dem Kampf für den Sozialismus gestellt. Er stellte fest: "Es gab gute Gründe heute die Kundgebung hier abzuhalten, es gibt aber auch gute Gründe, sich an der anderen Kundgebung [der alten Friedensbewegung] zu beteiligen" - damit eben keine Chance für den Aufbau einer breiten Friedensbewegung ungenutzt bleibt.

 

Jochen Büttner, Umweltgewerkschaft, legte dar, wie sich der Kampf gegen die Atomwaffen entwickelte. Wie nach Abwurf der Atombombe und unter Einsatz massiven Antikommunismus gegen die sich entwickelnden Proteste, die Nebelkerze von der zivilen Nutzung der Atomenergie von Eisenhower propagiert wurde. Es waren Frauenbewegungen zuerst, die sich gegen die Atombombe wandten. Das beeinflusste eine breite Bewegung der Arbeiter in Großbritannien unter dem Slogan "Ban the Bomb"

 

Suse Bader (Europakoordinatorin Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen, Bundesvorstand Courage) kritisierte die Rechtsentwicklung der Grünen und wie hier Greenwashing betrieben wird und wie die Kriegsvorbereitungen verharmlost werden. Mit einem beeindruckenden Gedicht von Nazim Hikmet - Das tote Mädchen schloss sie ihren Redebeitrag.

Rostock: Nie wieder Hiroshima!

Unter dem Motto „Nie wieder Hiroshima!“ rief die Widerstandsgruppe Rostock gegen Militarisierung und akute Weltkriegsgefahr alle friedliebenden Menschen dazu auf, gegen den Atomtod aktiv zu werden. Mit zwei Transparenten, einem Büchertisch und Lautsprecher machten wir die Menschen auf den Hiroshima-Tag und die seit dem Ukraine-Krieg wachsende Atomkriegsgefahr aufmerksam. Diese wird systematisch in den Medien heruntergespielt, worauf auch der Redner der MLPD einging. Es sei eine höchst gefährliche Illusion, dass die Vernunft der Imperialisten einen Atomkrieg nicht zulasse, denn die Entwicklung neuer kleinerer „taktischen“ Atomwaffen senke gerade die Schwelle ihres Ersteinsatzes.

 

Beginnend mit dem Lied „Hiroshima“ der britischen Popgruppe Wishful Thinking, wurden am offenen Mikrofon verschiedene weitere Redebeiträge und Gedichte vorgetragen, u. a. von der Widerstandsgruppe „Letzte Generation“, einer jungen Courage-Frau und einem Lyriker und Liedermacher, der selbstgeschriebene Anti-Kriegsgedichte vortrug. Wegen einer Erkältung konnte er leider keine seiner Lieder singen - schade. Dennoch blieben viele Leute stehen, wir hatten gute Gespräche und neue Kontakte entstanden.

Sindelfingen: „Verbot und Vernichtung aller ABC-Waffen!“

„Verbot und Vernichtung aller ABC-Waffen!“ - diese dringliche Forderung verband alle Rednerinnen und Redner der Demonstration und Kundgebung in Sindelfingen am 6. August anlässlich des Gedenktags zum verheerenden ersten Abwurf einer Atombombe 1945 in Hiroshima.

Einsatz für den Weltfrieden: Dazu hatte ein Bündnis aus Internationaler Automobilarbeiter Koordination (IAC), Umweltgewerkschaft, Frauenverband Courage, Montagsdemo gegen die Hartz-Gesetze sowie der MLPD aufgerufen und immerhin 25 feste Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren trotz Urlaubszeit gekommen. An beiden Kundgebungsorten waren weitere Zuhörer stehengeblieben und hörten zumindest einzelnen Reden interessiert und oft zustimmend zu. Während des Demo-Zuges auf der „1.-Mai-Route“ durch Sindelfingens Innenstadt wurden Lieder (und Parolen) gesungen und der sofortige Stopp des Krieges in der Ukraine wurde gefordert.

 

 

„Wir bleiben an dem Gedenken an das Leid der Menschen damals und die Zerstörung ihrer Natur und Lebensgrundlagen nicht stehen, sondern tragen heute unsere Wut und unseren Zorn auf die Straße. Wir kämpfen weltweit gegen eine erneut akut gewordene atomare Weltkriegsgefahr.“ So hatte Gerda Straif von der Umweltgewerkschaft in ihrer Begrüßung die Zuhörer eingestimmt.

 

 

Tobias Knapp von der IAC betonte nach einer Gedenkminute die herausragende Bedeutung der internationalen Arbeitereinheit für die Herstellung und den Erhalt des Weltfriedens. Dass es gerade die Arbeiter sind, die die Weltkriegsvorbereitungen der imperialistischen Mächte Russland, NATO (USA und EU) oder China stören und stoppen können. Beim Abschluss unterstrich Courage die Notwendigkeit der internationalen Solidarität gegen alle imperialistischen Kriegstreiber und wie dies in der Vorbereitung der Weltfrauenkonferenz in Tunis die Frauen eng verbindet. Die MLPD setzte sich insbesondere mit dem Trugschluss auseinander, ein Atomkrieg würde nicht vorbereitet, da er ja den Vorbereitern selbst schade. Sie hob in dem Zusammenhang hervor, wie erst ein revolutionärer Sturz des kapitalistischen Profitsystems die Grundlage für einen dauerhaften Weltfrieden schaffen könne.

 

 

Weitere Beiträge insbesondere der Umweltgewerkschaft beschäftigten sich mit „Erneuerbarer Energie contra Atomkraft“, mit der Panikmache um angeblich leere Gasspeicher und der Preistreiberei, mit der Forderung Abschaffung aller Atomwaffen und Atomkraftwerke weltweit. Mit dem Friedenslied aus Aserbaidschan wurde die Aktion würdevoll beendet.

München: „Ich hab die Grünen gewählt – das war das letzte Mal.“

„Ich hab die Grünen gewählt – das war das letzte Mal“, so ein Passant am Münchner Rosenheimer Platz bei der Protestkundgebung zum Hiroshima-Tag, organisiert vom Internationalistischen Bündnis München.

 

Manche ließen sich vom geschäftigen Einkaufstreiben kürzer oder länger abhalten, nahmen Flyer mit, aus Autos heraus wurde Zustimmung signalisiert. Es war unbedingt richtig, mit dieser Aktion den aktiven Widerstand zum Thema zu machen.

 

Ausführlichere Gespräche begannen oft mit der Aussage: „Ja, protestieren ist richtig, aber wir können ja doch nichts ändern“, garniert mit Beispielen, z. B. aus Lateinamerika von ehemals Linken, die korrupte Präsidenten geworden sind.

 

Interesse konnte geweckt werden mit der zentralen Aussage der Broschüre von Stefan Engel, Gabi Fechtner und Monika Gärtner-Engel, „Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems“, dass der Imperialismus in einer offenen Krise steckt. Vertiefende Diskussionen erfolgten darüber, wie eine Entartung des Sozialismus verhindert werden kann. Ein über 90-Jähriger lobte besonders das Plakat gegen die Vorbereitung eines Dritten Weltkrieges: Er habe das alles schon einmal mitgemacht und nicht gedacht, dass so etwas wieder möglich ist. Alle Gespräche zeigten großen Verarbeitungsbedarf, aber auch Interesse daran, Wege zu finden, wie Krisen und Kriege endgültig beseitigt werden können. Und an der Analyse der MLPD.

 

Dem sich anschließende Protest beim nahegelegenen Grünen-Büro schlossen sich Einzelne an, eine kurze Blockadeaktion an einer großen Kreuzung mit dem Transparent „Gegen jede imperialistische Aggression“ wurde von Passanten und Autofahrern mit „Daumen-hoch“ begrüßt. Dass gerade vor dem Grünen-Büro protestiert wird, ist notwendig und muss fortgeführt werden.

 

Diese kämpferische Aktion, auch mit wenigen Menschen, war ein Kontrast zur Mahnwache des Münchner Friedensbündnisses am Abend. Dort erinnerten Rednerinnen an den Atombombenabwurf und an die verheerenden Folgen, eine klare Analyse der Kriegsursachen war jedoch eher wenig zu hören, bis auf den Redner der Umweltgewerkschaft. Er erhielt viel Beifall für klare Ansagen, wie z. B. Verbot und Vernichtung aller ABC-Waffen. Und er erwähnte als einziger den Widerstand der Arbeiter in Italien und Griechenland, was aber unbedingt notwendig ist, um nicht, wie zahlreiche Anwesende aus der alten Friedensbewegung, in Resignation zu versinken, warum sich an einem Samstagabend so wenige Menschen an Protesten beteiligen.

Hattingen: Hiroshima – wieder in Erinnerung gebracht

Unser MLPD-Stand am Hiroshima-Tag, 6. August, auf dem Hattinger Untermarkt, bei strahlendem Wetter mitten im Touristen- und Samstagstrubel der Innen- und Altstadt war erfolgreich, aber durchaus kein Selbstläufer.

 

Älteren Passanten wurde die barbarischen Atombombenabwürfe des US-Imperialismus auf Hiroshima und Nagasaki 1945 erst wieder bewusst, jüngeren war das weniger bekannt. In Gesprächen stießen wir auf wachsendes Interesse und konnten die derzeitige akute Gefahr eines atomaren Weltkriegs am Ukraine-Krieg und dem Säbelrasseln China - USA / Taiwan aufzeigen.

 

Ein aus Italien stammender Arbeiter trug sich bei der Hattinger Widerstandsgruppe ein. Mehrere Freunde kamen vorbei, froh sich austauschen zu können. Wichtig waren auch freundliche Gespräche mit ukrainischen Flüchtlingsfrauen, oft mit Kindern, teils in Englisch. Von einer Frau wurde unser Flyer allerdings abrupt zurückgegeben: „Ukrainer wollen keine Kommunisten“. Die Gegenrichtung zeigte ein vitaler älterer Ukrainer, der mit uns vereinbarte, dass er die Broschüre zum Ukraine-Krieg von uns bekommt, sobald die russische Übersetzung vorliegt. Natürlich haben wir alle Gesprächspartner auch zum 40. Parteijubiläum nach Gelsenkirchen eingeladen.

Mülheim an der Ruhr: Hiroshima und Nagasaki warnen vor den brutalen und unmenschlichen Auswirkungen eines Atomkriegs!


Anlässlich des Hiroshima-Gedenktags bauten wir in der Mülheimer Innenstadt unseren Infostand auf. Zu Beginn unseres Einsatzes riefen wir zu einer Schweigeminute auf. 100.000 wurden vor 77 Jahren durch den Abwurf der Atombomben durch den US-Imperialismus in Hiroshima und Nagasaki sofort getötet. Bis Ende 1945 starben weitere 130.000 Menschen an den Folgen. Generationen danach litten an schweren Folgeerkrankungen.

 

Unser auffällig langes Transparent „Aktiver Widerstand gegen die Weltkriegsgefahr! Gegen jede imperialistische Aggression in der Ukraine und anderswo“ auf dem Boden forderte die Aufmerksamkeit der Passanten heraus. Ein Passant kritisierte direkt unsere Losung: „Da müsste aber gegen jede imperialistische Aggression Putins drauf stehen.“ Schon waren wir mitten in der Diskussion, ob eine einzelne Person einen solchen Krieg mitten in Europa entfachen kann oder welche wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Gründe bei den beteiligten imperialistischen Mächten dahinter stehen.

 

Er sei, seit Willy Brandt Anfang der 1970er-Jahre Bundeskanzler wurde und unter ihm die Ostverträge abgeschlossen wurden, Anhänger der SPD. Damals galt die Devise „Wandel durch Handel“. Das hat sich heute verändert, wie wir am Ukraine-Krieg erleben. Potentiell kann jeden Tag ein atomarer Weltkrieg ausbrechen. Zur Aufforderung in der überparteilichen Widerstandsgruppe mitzuarbeiten meinte der Kollege: Er verschließe sich nicht einer Zusammenarbeit mit der MLPD, wenn es darauf ankäme, denn „Frieden wollen ja alle“. Interessiert nahm er die Einladung zu unseren dreitägigen Festivitäten im Rahmen „40 Jahre MLPD“ und ein Kärtchen mit den Adressen unserer Internetauftritte entgegen. Marx und Lenin waren für ihn als linken SPDler zwei wichtige Theoretiker und Zeitgenossen. Das Kommunistische Manifest sollte man neben der Bibel und Thomas Manns „Zauberberg“ gelesen haben, meinte er.

 

Mehrmals wurde das Werbeplakat zur Broschüre „Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems“ mit dem Handy abfotografiert.

 

An diesem Morgen trafen wir auf internationales Publikum, u. a. Leute aus Dänemark, Syrien oder China. So war es gut, dass wir eine Auswahl unserer grundsätzlichen Literatur in verschiedenen Sprachen dabei hatten. Damit leisteten wir einen Beitrag zur Vorbereitung der internationalen sozialistischen Revolution und für den Aufbau der Internationalen Widerstandsfront gegen Krieg und Faschismus.

Lübeck: Mit viel Power durch die Lübecker Innenstadt Korrespondenz

Das Internationalistische Bündnis Lübeck hatte für den 6. August zu einem Protestzug durch die belebte Innenstadt aufgerufen. Zu Beginn trug ein Mitglied des Jugendverbands REBELL sehr gekonnt ein Lied der „Grenzgänger“ vor. Ein Mitglied der Umweltgewerkschaft eröffnete die Demonstration mit einem Beitrag gegen den Wiedereinstieg in die Atomkraft. Sie prangerte die Gefahr für Mensch und Natur in immer unsicherer werdenden Atomkraftwerken an und verwies auf deren Bedeutung für die militärische Nutzung. Aufmerksam lauschten viele Passanten in der Fußgängerzone unseren Liedern und Kurzreden. An einer Zwischenstation machten Frauen vom Frauenverband Courage lebendig die Gefahr eines Atomkrieges für die Menschheit deutlich.

 

Inzwischen hatten sich einige Jugendliche eingereiht. Vor dem Büro der Grünen griffen wir deren kriegstreiberische Politik und ihre Zustimmung zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken an. Deren Vorstand hatten wir rechtzeitig informiert und zu einer Stellungnahme aufgefordert. Er kniff.

 

Der Rebell stellte die Kraft der Arbeiterbewegung gegen die Kriegsgefahr dar und berichtete von den Streiks der italienischen und griechischen Arbeiter. Der MLPD-Vertreter griff den Imperialismus grundsätzlich an, der sich in einer Fülle von Krisen immer weiter destabilisiert. Ein Jugendlicher fand besonders gut, dass die Arbeiter keinen Grund haben, sich gegenseitig niederzumetzeln. Mit dem Sozialismus setzen sie dem imperialistischen Krieg und Hunger ein Ende. Er bekam Kontakt zum REBELL und will in der Studiengruppe zum Ukraine-Krieg mitmachen.

 

Mit insgesamt 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war unsere Demonstration noch relativ klein, aber geladen mit beeindruckender menschlicher Energie. Sie hat uns dazu mobilisiert, weiterzumachen.

Büchel: Hiroshima mahnt - Abzug aller US-Atombomben

Mit einer kleinen Delegation nahm die MLPD an der Mahnwache der Friedensgruppe Daun teil. Auf dem Fliegerhorst Büchel lagern 20 US-Atombomben. Jede Bombe, die dort gelagert wird, hat elfmal so viel Sprengkraft wie die Hiroshima-Bombe. Auch die neuen taktischen Atomwaffen, sogenannte “Mini Nukes”, mit denen die neuen F35-Kampfjets bestückt werden sollen, haben die gleiche Sprengkraft, wie eine Hiroshima-Bombe. Die Teilnehmenden sprachen sich gegen jegliche Atomwaffen aus und fordern den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag.

 

Das Gedenken an die Opfer fand auf dem Hügel vor dem Fliegerhorst statt. Die amerikanische und deutsche Flagge in Büchel hingen an diesem Tag noch nicht mal auf halbmast - obwohl die USA mit den beiden Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki ein Verbrechen an der Menschheit begangen haben. Atombomben dienen nicht der Abschreckung, wie aktuell behauptet wird, sondern werden skrupellos eingesetzt.

 

Eingeladen zur Mahnwache werden traditionell jedes Jahr Abgeordnete in Parlamenten, die sich für den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag einsetzen. Kathrin Vogler/ Linkspartei (MdB) nahm teil. Ein Abgeordneter für die Grünen nahm nicht teil, dafür sprach Julian Joswig / Die Grünen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis und wurde von den Teilnehmenden an die Wahlversprechen der Grünen bezüglich der Stilllegung aller AKW erinnert. Wir beteiligten uns an der anschließenden Diskussion.

 

Dass keine der Atommächte dem Atomwaffenverbotsvertrag bisher beigetreten ist - auch die NATO-Staaten und Deutschland nicht - hat den Grund, dass sie Atomwaffen in einem drohenden Dritten Weltkrieg einsetzen werden. Es geht darum den aktiven Widerstand gemeinsam mit der Arbeiterbewegung und international zu organisieren. Das ist notwendig um einen Weltkrieg, der auch ein Atomkrieg wäre, zu verhindern und auch um wichtige gemeinsame Forderungen, wie die Verpflichtung der Atommächte keinen Erstschlag durchzuführen (No First Use), durchzusetzen. Die ca. 50 Teilnehmer wünschten sich auch, dass im nächsten Jahr Jugendliche teilnehmen und die Mahnwache viel größer wird.

 

Im Anschluss gab es sehr viel Interesse und Einzelgespräche, auch zur Einschätzung der Lage, zur Arbeit der MLPD, zu unserer Haltung zu Stalin. Einige Teilnehmer hatten zuvor bereits unsere Broschüre “Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems” durchaus kritisch gelesen. Wir vereinbarten, in der Auseinandersetzung zu bleiben.

Frankfurt am Main: "Das interessiert mich"

Die Friedens- und Zukunftswerkstatt hatte für gestern zu einer Kundgebung zum Hiroshima-Tag unter dem Motto „Atomwaffenverbot endlich unterzeichnen“ auf dem Paulsplatz eingeladen. Die MLPD und das Internationalistische Bündnis beteiligten sich an der Kundgebung, ohne den Aufruf zu unterschreiben. An der Kundgebung nahmen ca. 150 Leute plus Laufpublikum teil, leider kaum junge Leute. Es war auffallend, dass in den Medien in den letzten Tagen nichts zu Hiroshima und Nagasaki berichtet wurde. Das gehört sicher auch zur psychologischen Kriegsführung.

 

Der Aufruf forderte die Abschaffung aller Atomwaffen und den Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag der UNO, der im Januar 2021 in Kraft trat, weil durch die Konfrontation der atomaren Supermächte USA und Russland die Gefahr eines Atomkriegs besteht. Diesen Teil unterstützen wir. Andererseits appelliert der Aufruf an die Bundesregierung, Deutschland müsse „Teil der Lösung“ sein und u. a. die Atomwaffen aus Büchel abziehen. Damit wird der imperialistische Charakter der BRD geleugnet. Die Frage der wirtschaftlichen Konkurrenz, die der Hintergrund der Vorbereitung eines Dritten Weltkriegs ist, wurde gar nicht erst angesprochen.

 

Bei der Kundgebung redeten Philipp Jacks vom DGB Rhein-Main und eine Vertreterin von ICAN (Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen). Eine japanische Musikerin umrahmte die Kundgebung musikalisch mit einer Trompete. Das war sehr gelungen.

 

In seiner Rede kritisierte Jacks, dass viel über die Ukraine in den Medien berichtet werde, aber nichts über den Überfall der türkischen Armee auf die Kurdengebiete. Auch forderte er auf, dass es keine verschiedenen Arten von Fluchtenden geben dürfe. Er kritisierte auch die Militarisierung, weil damit wichtige Mittel für die sozialen und ökologischen Aufgaben fehlten. Ansonsten warf er viele Fragen auf, ohne sie zu beantworten. Das Ganze hatte aber einen Appell-Charakter.

 

Die ICAN-Vertreterin forderte klar, dass die Regierung endlich diesen Vertrag unterschreibt und die Atomwaffen aus Büchel abgezogen werden.

 

Das Internationalistische Bündnis verteilte die Flyer vom März, die mit ihrem Aufruf, auch in Deutschland eine Front gegen einen Dritten Weltkrieg zu schaffen, noch immer aktuell sind.

 

Die MLPD setzte sich mit den Menschen vor allem über die Gefahr eines Dritten Weltkriegs auseinander. Dabei orientierte sie besonders auf die kapitalistische Konkurrenz als Triebkraft dieser Entwicklung.

 

Auffallend war, dass einige sofort sagten: „Das interessiert mich“ - und dann die aktuelle Broschüre von Stefan Engel, Gabi Fechtner und Monika Gärtner-Engel kauften.

Leverkusen: Viele nachdenkliche Menschen über die Gefahr eines Dritten Weltkriegs

Wir haben in Leverkusen eine begeisternde offensive Kundgebung zum Hiroshima-Tag durchgeführt. Die MLPD war in Leverkusen die einzige Partei, die diesen Atombombenabwurf in Hiroshima in der Öffentlichkeit als barbarisches Verbrechen an den Menschen brandmarkte.

 

Das wurde in Dutzenden Gesprächen mit der brandaktuellen Gefahr eines Dritten Weltkriegs und mit dem möglichen Einsatz atomarer Waffen sowie der notwendigen Entwicklung eines aktiven Widerstands, um diesen Weltkrieg zu verhindern, verbunden.

 

Ein Kollege fragte, wie der aktive Widerstand aussehen soll. Die Antwort, dass weltweite politische Streiks der Arbeiterklasse und weltweite Massendemonstrationen dazu notwendig sind, überzeugte ihn. Die Diskussion um den notwendigen Kampf um die Perspektive Sozialismus konnten wir nur ansatzweise führen.Er will die MLPD auf jeden Fall näher kennenlernen und kommt mit etlichen Freunden zur Open-Air-Diskussion am 12. August nach Köln. Er hat noch viele Fragen.

 

Es wurde in vielen Gesprächen deutlich, dass sich viele Menschen Gedanken und Sorgen über den Krieg und die drohende Weltkriegsgefahr machen. Diese Gedanken sind mit der Suche nach Erklärungen und Hintergründen verbunden - und auch mit Wut. Verschiedentlich wurden Ohnmachtsgefühle geäußert: So zum Beispiel, dass man nichts dagegen machen könne.

 

Wir hatten so viele Gespräche, wie selten. Aber noch entschieden sich keine Menschen in der Widerstandsgruppe mitzuarbeiten, einige wenige brachten jedoch mit ihrer Unterschrift ihre Zustimmung für den Aufbau einer neuen Friedensbewegung zum Ausdruck.

 

Wir trafen noch auf einen 91-jährigen Herrn, der in Leverkusen als Karnevalist, Künstler und Schriftsteller bekannt ist. Er hat ein Buch mit dem Titel "Meine zerbombte Kindheit" geschrieben. Das will er mit einer Lesung vor der Jugend in den Schulen vorstellen. Er kommt bestimmt auch zu den Rebellen und Rotfüchsen.

 

Begleitet wurde die Kundgebung von der Band "Gehörwäsche". Ihre wunderbaren Lieder luden etliche Passanten zum Zuhören ein. "Gehörwäsche" bedankte sich zum Schluss bei den Kollegen in den umliegenden Geschäften für ihre Geduld. Solch eine "Beschallung" sei ja nicht alltäglich.

Stralsund Viel beachtete Friedenskundgebung

Am Sonnabend, den 6. August, fand in Stralsund eine viel beachtete Friedenskundgebung zur Mahnung an die US-Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki statt. Mit dabei: Eine Wanderausstellung mit aktuellen Kinderkriegsopfern aus der Ukraine. Zeitgleich wurde eine weitere Veranstaltung der Stadt auf den Alten Markt von Stralsund durchgeführt. Dadurch erweiterte sich der Kreis der zeitweiligen Zuhörer erheblich.

 

Der Versuch der Stadtverwaltung, die als Mahnwache geplante Veranstaltung woanders hin zu verlegen wurde durch die Organisatorin verhindert. Es wurden gut 50 ständige unmittelbare Teilnehmerinnen und Teilnehmer und weitere mittelbare Zuhörer / Teilnehmer gezählt.

 

Alle Redner gingen in ihren Redebeiträgen bei offenem Mikrofon auf die Geschichte und Auswirkungen der ersten beiden Atombombenabwürfe ein. Begleitet wurden die Reden mit Musikeinspielungen zum Friedenskampf. Es wurden neue Kontakte geknüpft und Telefonnummern wurden ausgetauscht. Zum Abschluss wurde noch eine Kette gebildet, in der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter anderem auch Russen, Ukrainer, Deutsche etc. Hand in Hand für den Frieden vereinigten. Ende August findet die nächste Friedenskundgebung statt.

Dresden: Für das sofortige Verbot aller ABC-Waffen

Auch in Dresden gab es eine Kundgebung einiger weniger Aktivisten anlässlich des Jahrestags des ersten Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Aufgerufen hatten das Internationalistische Bündnis und die Umweltgewerkschaft. Geprägt war der Stand von Redebeiträgen verschiedener Teilnehmerinnen und Teilnehmer und zwischendurch von Musik. Verschiedene Passanten blieben zeitweise interessiert stehen.

 

Die Kundgebung war gegliedert in verschiedene Beitragsblöcke, zu denen die jeweiligen, teils sehr emotional gehaltenen Redebeiträge passten.

 

Themen waren: Das Gedenken an den Atombombenabwurf und der Bezug zu heute, sprich: Insbesondere der Krieg in der Ukraine; das Thema, dass es keine sicheren Atomkraftwerke gibt und dass das insbesondere in Kriegszeiten noch einmal besonders deutlich wird, nämlich dann, wenn man sich die Frage stellt was passieren wird, wenn AKWs bombardiert werden?

 

Gefordert wurde von verschiedenen Rednern das sofortige Verbot aller ABC-Waffen. Günter Slave von der MLPD betonte die Notwendigkeit der gesellschaftlichen Alternative echter Sozialismus und rief zum aktiven Widerstand gegen die Weltkriegsgefahr und zur Vorbereitung der internationalen Revolution auf.

 

Ein aktiver IG-Metall-Gewerkschafter berichtete eindrucksvoll von italienischen Kollegen, die Streiks gegen die Kriegsbeteiligung der NATO organisiert hatten und vom italienischen Staat angeklagt und inhaftiert wurden. Große Freude rief die Nachricht hervor, dass sie nun freigelassen wurden - ein wichtiges Ergebnis internationaler Solidarität.

Berlin aktiv gegen Atomkriegsgefahr

„Berlin aktiv gegen Atomkriegsgefahr“, unter diesem Banner wurde am Hiroshima-Tag in Berlin-Moabit eine Kundgebung durchgeführt: Die größte Straßenaktion in Berlin an diesem Tag mit 60 bis 80 Teilnehmenden. Dass es nicht das Hundertfache war, zeigt die verbreitete Unterschätzung dieser Gefahr.

 

Um so wichtiger war diese Initiative der Umweltgewerkschaft Berlin, gemeinsam gestaltet auch von Frauenverband Courage, der Nümmes-Band, von MLPD, REBELL, Koreaverband AG Trostfrauen, Internationalistischem Bündnis. Auch Vertreterinnen von Omas gegen Rechts, der IG Metall, ver.di und etliche Leute aus dem Stadtteil waren dabei. Viele selbstgestaltete Plakate der Widerstandsgruppe und zigfach das Anti-Atomwaffen-Plakat der Umweltgewerkschaft zogen die Aufmerksamkeit auf sich.

 

Auffällig war das Interesse an unseren Standpunkten: Viele Leute hörten die ganze Zeit über sehr aufmerksam zu, in Gesprächen mit zunächst vorbeieilenden Leuten gab es viele „Aha“–Erlebnisse bezüglich der Hintergründe des imperialistischen Krieges und über aktiven Widerstand.

 

„Gut, dass ihr das macht!“, war häufiger zu hören; die Organisierung solcher Aktionen gegen jeden imperialistischen Krieg wird zunehmend zum Anziehungspunkt für kritische Menschen. So gab es für die Widerstandsgruppe in Berlin Mitte mehrere Einträge. Die Broschüre “Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems“ wurde mehrfach verkauft, auch andere Literatur der MLPD. Aber auch zwei „pro-Russland“ eingestellte Frauen verließen die Kundgebung, schade, wir hätten uns gern mit ihnen auseinandergesetzt.

 

Es wurde deutlich, wie sehr sich viele über die Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten auf „die kleinen Leute“ empören, aber sich gleichzeitig hilflos fühlen. Damit setzten sich mehrere Redebeiträge auseinander - gegen die psychologische Kriegsführung. Die MLPD-Vertreterinnen verwiesen auf den erbitterten Konkurrenzkampf der Imperialisten um die Weltherrschaft. Welchen Schaden Waffen und Munition noch Jahrzehnte später anrichten, erlebt Berlin gerade an dem gefährlichen Brand auf dem Sprengplatz im Grunewald.

 

Wir brauchen eine Gesellschaft ohne Kriege, Ausbeutung und Umweltkatastrophen - deshalb für den echten Sozialismus!

 

Die Vertreterin der AG Trostfrauen informierte über die Rechtsentwicklung und die forcierten Aufrüstungsbestrebungen Japans, dem Opfer der verheerenden Hiroshima- und Nagasaki-Bomben.

 

Ein Höhepunkt war am Schluss die einstimmig von 60 Leuten verabschiedete „Moabiter Erklärung gegen wachsende Atomkriegsgefahr“, vorgeschlagen von der Umweltgewerkschaft, mit dem Schlusssätzen: „Hiroshima und Nagasaki mahnen: Für das Verbot und die Vernichtung aller Atomwaffen! Wenn Millionen Menschen auf der ganzen Welt dafür aufstehen wird es auch möglich sein, dies durchzusetzen!“ Damit kann man im Aufbau einer neuen Friedensbewegung nun weiterarbeiten.