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Dialektischer Spaziergang durch die Ausstellung: „Karl Marx und der Kapitalismus“

Wir trafen uns in Berlin, um uns in einem dialektischen Spaziergang die Ausstellung zu Karl Marx im Deutschen Historischen Museum zu erschließen - bewaffnet mit Lenins Elementen der Dialektik.

Korrespondenz
Dialektischer Spaziergang durch die Ausstellung: „Karl Marx und der Kapitalismus“
Eine der Tafeln der Ausstellung (rf-foto)

Was ist der Charakter der Ausstellung? Hochinteressante Dokumente, treffende Zitate im Original. Keine Ausstellung des plumpen Antikommunismus, sondern verfeinert im Gewand der scheinbar objektiven Darstellung... um dann die Keule zu schwingen: Alles eine gute Idee, aber am Ende kam angeblich nur Folter und Mord dabei heraus. Was kann man auch erwarten von einer Ausstellung im Auftrag der Bundesregierung?

 

Zur Analyse einzelner Teile: Marx sei eigentlich nicht für eine den Kampf der Arbeiter „ordnende“ Partei gewesen, wie Lenin. Krass steht das im Widerspruch zum Titel „Manifest der Kommunistischen Partei“.

 

Kampf und Einheit der Gegensätze wurde zu Beginn der Ausstellung daran deutlich, dass die Herrschenden - besonders nach der Weltwirtschafts- und Finanzkrise 2008 - nicht an Marx vorbei kommen. Vor allem, weil viele Menschen ein positives Verhältnis zum Begründer des Wissenschaftlichen Sozialismus haben. So stellen die Ausstellungsmacher den Marxismus als eine Meinung dar und nicht als Wissenschaft.

 

Typisch ist das Video einer Diskussion zweier Ökonomen, die „glauben“, dass Marx Recht hat, wenn er die Produktivkraft des Kapitalismus, aber auch die Destruktivkraft feststellt. Und? „Das sind zwei Seiten einer Medaille, die man nicht auseinanderreißen kann.“ Auf die Methode von Marx, nach dem Gesetz der Negation der Negation zu kommen, dafür reicht ihr Mut nicht: Die ganze Medaille auf den Misthaufen zu werfen und eine Gesellschaft ohne Konkurrenz und Profitmaximierung zu erkämpfen. Ungewollt kann die Ausstellung dazu beitragen, sich den echten Marx im Kampf gegen den Antikommunismus zu erschließen.