Flüchtlinge

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Empörende Abzocke des Assad-Regimes

Eine Kurdin musste kürzlich die syrischen Pässe ihrer vier Kinder verlängern lassen, weil daran deren Aufenthaltsberechtigung in Deutschland gekoppelt ist. Kaum zu glauben: Aber pro Kind sollte sie 265 Euro bezahlen. Das kann sie von ihrer staatlichen Unterstützung nicht bewältigen.

Korrespondenz
Empörende Abzocke des Assad-Regimes
Das Assad-Regime finanziert auch seinen Krieg durch die Abzocke von Flüchtlingen. Hier: Die Bombardierung eines Dorfs bei Idlib durch die syrische Luftwaffe (foto: Qasioun News Agency (CC BY 3.0))

Im April wandten wir uns nach einigen Auseinandersetzungen mit der örtlichen Ausländerbehörde an den Bürgermeister: Mit diesem Geld wird der Kriegsverbrecher Assad finanziert. Der kann sich nur mit Hilfe Putins halten. Die Bundesregierung fordert lautstark, seinen Krieg in der Ukraine nicht zu unterstützen und was ist mit Syrien? Wir forderten, dass die Kinder eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung bekommen - ohne Verlängerung des syrischen Passes. Ohne Ergebnis.

 

Es ist ein starkes Stück, wie die Bundesregierung dem Assad-Regime so ermöglicht, syrische Flüchtlinge abzukassieren. Wir suchten und fanden einen Geldgeber, der die 1060 Euro finanzierte und fuhren kürzlich mit den vier Kindern zwischen sechs und 14 Jahren nach Berlin zur syrischen Botschaft.

 

Morgens um 8 Uhr erwartete uns eine lange Schlange, insgesamt 500 Antragsteller wurden an diesem Tag abgefertigt. Wir bekamen eine Nummer und einen Termin um 13 Uhr. Wer nicht bis etwa 9.30 vor Ort war, bekam keine Nummer mehr. Einige Profiteure verkauften eine Nummer für 50 Euro. Die Botschaft lässt die Antragsteller sechs bis acht Monate warten. Wer nicht so lange warten kann, dem wird ein Pass für den nächsten Tag angeboten. Dann muss der Betreffende aber 705 Euro abdrücken.

 

Wer vor dem Assad-Regime flüchtet, wird dafür bestraft. Zudem ist das eine gute Einnahmequelle für das Regime. Und das nutzt die Teuerungswelle auch noch aus: Unsere Kurdin musste zu den 1060 Euro noch 120 Euro drauflegen. Ein syrisches Café in der Nachbarschaft verlangte für sieben Fotokopien 13 Euro. Und dann verweigerte der Botschaftsangehörige zuletzt auch noch die Annahme des Antrages, weil die Mutter den Pass eines anderen Landes hat. Energisch und erfolgreich wies sie das zurück – mit Unterstützung einiger anderer Kurden, die auch die Nase voll hatten. Nach acht Stunden war der bürokratische Akt endlich erledigt. Auf der Heimfahrt sangen wir fröhlich das Kobanê-Lied.