Preissteigerungen

Preissteigerungen

Sprit, Lebensmittel, Gas und Strom – Inflation! Was tun?

Das fortschrittliche Kommunalwahlbündnis SOLINGEN AKTIV hat das Folgende veröffentlicht:

Von SOLINGEN AKTIV

Am 29. Juli schrieb unser Vorstandsmitglied und langjähriger IG-Metall-Funktionär folgenden Leserbrief an das SOLINGER TAGEBLATT: „15 Milliarden Euro an Steuergeldern pumpt die Bundesregierung zur Rettung von Uniper in das Unternehmen (1). Diese Kosten will sich der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck von uns Gaskunden über eine zeitlich bis zum 30. September 2024 befristete Umlageerhöhung zwischen 1,5 bis 5 Cent je Kilowattstunde Gas bezahlen lassen. Zusätzlich zu den überhöhten Gaspreisen, die auf uns schon zugekommen sind und noch zukommen, versteht sich!

 

Und bei der Gaspreisverteuerung allein bleibt es ja nicht. Ebenfalls steigen die Strompreise (+15,5 Prozent 2022 gegenüber 2021 (2)). Die Inflation lag im Mai 2022 bei 7,9 Prozent (3). Was sich an den Tanksäulen abspielt, bedarf ja mittlerweile keines Kommentars mehr.

 

Das Vergleichsportal Check 24 rechnet vor: Für einen Vier-Personen Musterhaushalt in einer Wohnung oder Haus mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden und einem Stromverbrauch von 5000 Kilowattstunden erhöhen sich die Preise binnen eines Jahres beim Gas von 1301 Euro auf 3415 Euro. Der Strompreis erhöht sich von 1525 Euro auf 1949 Euro (4). Eine Teuerung von 2538 Euro innerhalb eines Jahres. Die Frage stellt sich: Wer kann das bezahlen? Niedrige bis mittlere Einkommen jedenfalls nicht. Rentner und Bezieher öffentlicher Leistungen sowieso nicht.

 

Dabei machen die Konzerne gerade in Krisenzeiten maximale Profite. Uniper hat beispielsweise das Jahr 2020 mit satten Gewinnen von 774 Mio. Euro abgeschlossen (5). Auch andere Branchenriesen machen sagenhafte Profite: Total (+5,7 Milliarden), Shell (+17,6 Milliarden), Repsol (+2,54 Milliarden). Die RWE-Zahlen sind noch nicht veröffentlicht. Aber die Unternehmensprognose legt sich auf einen Gewinn von 5 bis 5,5 Milliarden Euro fest (6).

 

Während also die Konzerne Maximalprofite einfahren, erhöhte Energiepreise über ihre „variablen Kosten“ Jahr für Jahr steuerlich geltend machen können. bleibt uns „normalen“ Leuten nach dem Willen der Wirtschaft und der Politik nur die Option, den Geldbeutel zu öffnen und die Zeche zu bezahlen… wenn wir uns das länger gefallen lassen!“

 

Inzwischen haben erwartungsgemäß viele Stadtwerke ihre Preise drastisch erhöht – auch in Remscheid. Solingen wird folgen. Und die Umlage zugunsten der Gaslieferanten ist inzwischen auch beschlossen. Die reale Inflation ist wesentlich höher als die offizielle von knapp 8 Prozent: Der offizielle Warenkorb geht von einem Anteil von 9,7 Prozent für Lebensmittel aus, oder 20,7 Prozent für Miete plus Nebenkosten – ein schlechter Witz! Die GSA (7) hat eine reale Inflation von über 20 Prozent für eine Arbeiterfamilie mit vier Personen und einem Auto errechnet. Die relativ hohen Tarifforderungen von über 8 Prozent und teilweisen Erfolgen dabei tragen dieser Not ansatzweise Rechnung. Sie reichen aber nicht. SOLINGEN AKTIV unterstützt daher Forderungen aus einigen Belegschaften für einen Lohnnachschlag. Dieser muss selbstständig erkämpft werden.