Telekom

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Viel Phantasie bei der Vernichtung von Arbeitsplätzen

Seit der Privatisierung der Deutschen Telekom AG werden massiv Arbeitsplätze vernichtet. 2013 gab es noch 228.600 Beschäftigte, 2019 nur noch 210.500. Besonders lästig sind die langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den „alten Postzeiten“ oft noch beamtet waren und denen auf jeden Fall ein etwa gleichwertiger Arbeitsplatz angeboten werden musste. Da bietet man dann Abfindungen an oder auch einen Arbeitsplatz weit von Zuhause, irgendwo im Land. Der Phantasie der Geschäftsleitung sind wenig Grenzen gesetzt.

Korrespondenz

Ein so genanntes „Personalabbauangebot“ ist die 55er-Vorruhestandsregelung. Man kann mit verringertem Einkommen ab 55 Lebensjahren in den Vorruhestand wechseln. Es gibt allerdings bestimmte Bedingungen, die dabei eingehalten werden müssen!

 

Seit 2018 gibt es den sogenannten „Engagierten Vorruhestand“! Dies bedeutet, nach Eintritt in den Vorruhestand müssen entweder ein Kalenderjahr soziales Engagement z. B. beim Bundesfreiwilligendienst oder tausend Sozialstunden innerhalb von drei Jahren abgeleistet werden. Das kann zum Beispiel die Mitarbeit in einem Laden der Tafel sein, oder in einer sonstigen sozialen Einrichtung: Altenheime, Pflegeheime oder Behinderteneinrichtungen. Ein weiteres Kriterium ist, wenn man einen pflegebedürftigen Angehörigen betreuen muss oder ein Kind unter 18 Jahren hat. Dann kann man ohne weiteres soziales Engagement in den Vorruhestand wechseln. Sollte jemand aber die tausend Sozialstunden oder das Kalenderjahr Bundesfreiwilligendienst nicht zu Ende führen oder durchführen, wird ihm 10 Prozent seines Einkommens gekürzt.

 

Nun ist die Frage, was macht ein Mitarbeiter der Deutschen Telekom, der hauptsächlich im Büro gearbeitet hat, in einer sozialen Einrichtung? Hat er automatisch die Fähigkeit, in sozialen Einrichtungen zu arbeiten? Ich sage: "Nein". Aber, aus Sicht des Unternehmens spielt das ja alles keine Rolle, Hauptsache weg.

 

Ein großer Teil der verbeamteten Kolleginnen und Kollegen wurde 2007 in eine sogenannte Transfergesellschaft umgesetzt, in der sie ständig mit Stellenangeboten in Behörden konfrontiert wurden und sich bewerben sollten. Ein Teil wechselte zum Zoll oder zur Agentur für Arbeit bzw. anderen Bundesbehörden. Nicht an jedem Wohnort gibt es aber viele Bundesbehörden. Im Jahr 2015 / 2016 wurden die Transfergesellschaften in ganz Deutschland reduziert und hierbei verlor so mancher seinen Arbeitsplatz oder wurde dienstunfähig. Das bedeutet: Ausscheiden aus dem Dienst durch Krankheit.

 

Das Klima bei der Deutschen Telekom AG wurde von Jahr zu Jahr unfreundlicher, jeder Mitarbeiter wurde nur noch als Kostenfaktor betrachtet. Zugleich wurden gewerkschaftliche Strukturen aus der Zeit der deutschen Bundespost Stück für Stück ausgehebelt, die Kolleginnen und Kollegen in alle Winde zerstreut.