Hiroshima-Aktionstag am 6. August

Hiroshima-Aktionstag am 6. August

Weltweiter Widerstand gegen den Atomtod!

Vor 77 Jahren, am 6. August 1945 warfen die USA die erste Atombombe auf Hiroshima in Japan, drei Tage später die zweite auf Nagasaki. Über 250.000 Menschen fielen dem Atomtod zum Opfer. 160.000 durch Hitze und radioaktive Strahlung. Verletzte fristeten ein qualvolles Leben, bis sie vom Tod erlöst wurden. Der eilige Einsatz der Bomben hatte das einzige Ziel, den Krieg gegen Japan möglichst noch vor der Offensive der sozialistischen Sowjetunion in der Mandschurei zu beenden und Japan ungeteilt unter die Herrschaft des US-Imperialismus zu bringen.

Von dr / hkg
Weltweiter Widerstand gegen den Atomtod!
Eine US-amerikanische Interkontinental-Rakete vom Typ "Trident II" startet von einem getauchten U-Boot (foto: gemeinfrei)

Brandgefährliche Situation

In der Broschüre „Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems“ analysiert die MLPD eine offene politische, ökonomische, ökologische und militärische Weltkrise. Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs eskaliert mit dem Ukraine-Krieg die unmittelbare Konfrontation zwischen imperialistischen Mächten und Machtblöcken. Die USA / NATO und Russland bereiten erstmals seit Jahrzehnten einen Atomkrieg vor. Sie haben 90 Prozent der Atomwaffen, aber auch Frankreich besitzt 300 Sprengköpfe auf Atom-U-Booten und Luft-Boden-Raketen. Großbritannien hat 220 Sprengköpfe. Im Falle eines Atomkrieges wäre Europa voll dabei. Aktuell rüstet Russland mit Atom-U-Booten in der Ostsee weiter auf und treibt damit ein gefährliches Spiel!

 

Warum verpflichten sich die USA und Russland nicht, keinen atomaren Erstschlag durchzuführen, wie es die MLPD und weitere Initiativen lange fordern? Um ihre Aggressions- und Eroberungspolitik durchzuführen, setzen sie auf alle Möglichkeiten!

Mythos des „begrenzbaren Atomkriegs“

Die imperialistischen Militärstrategen der NATO und von Russland bekennen sich offen zur Konzeption eines „begrenzbaren Atomkriegs“ und zum Ersteinsatz von Atomwaffen. Nicht nur, dass der Einsatz sogenannter taktischer Atomwaffen bereits eine ungeheure Zerstörung über hunderte Quadratkilometer und Millionen Tote verursacht, er kann auch einen entfesselten Atomkrieg auslösen. Taktische Atomwaffen senken insgesamt die Schwelle zum Einsatz atomarer Waffen. Ist die atomare Schwelle einmal überschritten, folgt leicht der Einsatz strategischer Atomwaffen. Der deutsche Militärtheoretiker Clausewitz hatte diese Gesetzmäßigkeit herausgearbeitet, wonach der Krieg als Akt der Gewalt zum Äußersten führen muss.

BRD im Atompoker dabei

Schon im Januar teilte das „Bundesministerium für Verteidigung“ in der Welt am Sonntag mit: „Uns ist es wichtig, dass wir bei entscheidenden Fragen der nuklearen Abschreckung ein bedeutendes Wort in der NATO mitsprechen. Deswegen sind wir für die nukleare Teilhabe, solange das Teil der Strategie ist.“ Dafür sollen dann aus dem 100-Milliarden-“Sondervermögen“ modernere F35-Kampfjets angeschafft werden, die die 20 US-Atombomben, die auf der US Air-Base in Büchel ins Ziel bringen.“ Die in Deutschland, Italien, Belgien, den Niederlanden und der Türkei stationierten 150 US-Atombomben müssen sofort abgezogen werden!

„Das werden die schon nicht machen“

Es ist eine verbreitete, höchst gefährliche Illusion, dass die Vernunft der Imperialisten einen Atomkrieg nicht zulassen würde. Vom Standpunkt der Menschheit aus gesehen, wäre ein Atomkrieg Wahnsinn, aber für Imperialisten gibt es keine moralischen Grenzen. Weltherrschaft erfordert letztlich Ausschaltung der Rivalen, egal um welchen Preis.

 

Willi Dickhut schrieb in seinem Buch „Krieg und Frieden und die sozialistische Revolution“: „Es gibt zur Verhütung eines Atomkriegs nur ein Mittel – die Anwendung jeglicher Atomwaffen zu verhindern!“. Der Kampf für Verbot und Vernichtung aller ABC-Waffen hat deshalb höchste Bedeutung. Ein atomarer Dritter Weltkrieg kann nur durch den aktiven Widerstand der breiten Massen unter Führung der Arbeiterklasse verhindert werden.

Hiroshima-Tag am 6. August wird vorbereitet

Das Gedenken an die Opfer in Hiroshima ist eine Mahnung, aktuell den Kampf gegen einen atomar geführten Dritten Weltkrieg entschieden zu führen und Widerstand dagegen zu leisten.

 

Am Luftwaffenstützpunkt Büchel und in vielen Orten führen Friedensgruppen Mahnwachen durch. An der Urananreicherungsanlage Gronau machen Anti-Atomkraft-Initiativen am 7. August eine Fahrrad-Demo und Kundgebung. Auch die Umweltgewerkschaft ruft zum Protest in einer Reihe von Städte auf und fordert unter anderem: „100 Milliarden für Umweltschutz und entsprechende Arbeits- und Ausbildungsplätze statt für Weltkriegsvorbereitung!“ In zwei Webinaren der antiimperialistischen und antifaschistischen Einheitsfront beschloss diese konkrete Aktivitäten für einen internationalen Kampftag gegen die Gefahr eines weltweiten Atomkriegs, für Verbot und Vernichtung aller ABC-Waffen und gegen die Renaissance und den Ausbau der Atomkraftwerke. So ruft z.B. die Kommunistische Partei Australiens (Marxisten-Leninisten), CPA (M-L), zu Protesten in allen größeren Städten des Landes auf: „Keine weiteren Hiroshimas, keine Atom-U-Boote, keine Atomindustrie, kein AUKS (Militärpakt mit den USA), kein Uranabbau!“

Aktiver Widerstand und Bewusstseinsbildung

MLPD und REBELL werden sich aktiv an Protesten beteiligen, aber den Tag auch zum Thema in den Stadtteilen und Betrieben machen. Sie treten für den aktiven Widerstand gegen einen Dritten Weltkrieg, für die Ächtung, das Verbot und die Vernichtung aller atomaren, biologischen und chemischen Waffen ein. Sie werben für den Aufbau einer neuen Friedensbewegung und Stärkung der örtlichen Widerstandsgruppen.

 

Mit der eifrig betriebenen Renaissance der Atomkraft, der geplanten Verlängerung von Laufzeiten und dem Ausbau von Atomkraftwerken und dem dafür notwendigen Uranabbau ist die weitere Aufrüstung mit Atomwaffen eng verknüpft. Die AKWs Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland / Lingen müssen sofort stillgelegt werden! Den Imperialisten endgültig die Verfügungsgewalt über diese Waffen aus der Hand zu nehmen und imperialistische Kriege zu verhindern, erfordert eine internationale sozialistische Revolution.

 

Dafür steht die MLPD als die revolutionäre Arbeiterpartei in Deutschland. Sie kämpft seit 40 Jahren gegen Atomwaffen und Atomkraft. Wer mehr darüber und über die MLPD wissen möchte ist herzlich zum Jubiläumswochenende 40 Jahre MLPD willkommen, dass vom 26 bis 28. August rund um das Willi-Dickhut-Haus in Gelsenkirchen-Horst stattfinden wird. (Mehr dazu hier)

 

Die Rote Fahne Redaktion freut sich auf Korrespondenzen vom Aktionstag