Russland

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Putin und die nationalen Minderheiten

Wassili Matenow, Gründer der Organisation "Asiaten Russlands" berichtet in der „Frankfurter Rundschau“ über die „erschreckende „Statistik der zivilen Todesopfer in der Ukraine (...), ebenso, wie die katastrophale Statistik der toten Soldaten, die nationalen Minderheiten entstammen."

Von lg

Laut mehreren Berichten wird ein großer Teil der Soldaten für die russische Armee aus Dagestan und Burjatien eingezogen, wo der durchschnittliche Monatslohn um die 200 Euro liegt. 80 Prozent der Kriegstoten aus der Region Astrachan gehörten der Minderheit der Kasachen an, so berichtet die Frankfurter Rundschau weiter.

 

Für die, von großer Armut betroffenen, Minderheiten schien es zu Beginn des Kriegs wohl verlockend, 3000 Euro Sold zu erhalten – während Soldaten russischer Nationalität allerdings auf 5000 Euro Sold kommen sollen.

 

Seit dem Verrat am Sozialismus in der Sowjetunion, ab 1956, werden die eigenständigen Rechte der nationalen Minderheiten im Vielvölkerstaat Russland - bis 1990 die sozialimperialistische Sowjetunion - Stück für Stück abgebaut. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 verschärfen sich die nationalen Konflikte fortlaufend.

 

Statt einer Generalmobilmachung setzt Putin nach den Berichten bisher in erster Linie auf die überdurchschnittliche Mobilmachung junger Männer aus den nationalen Minderheiten. Doch diese Taktik führt nun dazu, dass sich die Widersprüche in den nationalen Minderheiten zum neuimperialistischen Putin-Regime verschärfen. So soll es bereits Mitte Juli Proteste gegen den Krieg und gegen das Putin-Regime in der autonomen Teilrepublik Tuwa gegeben haben. Auch in Südsibirien soll es Proteste der Burjaten gegeben haben, nachdem 150 burjatische Soldaten aus der Ukraine desertiert waren.


Diese Berichte entstammen der bürgerlichen Presse und teils auch westlichen Institutionen, erscheinen aber glaubwürdig. Auch wenn es selbstredend an Heuchelei nicht zu überbieten ist, wenn ausgerechnet Emmanuel Macron Russland als eine der letzten Kolonialmächte bezeichnet. Das sagt der Präsident von Frankreich, das bis heute seine neokolonialen Krallen auf den afrikanischen Kontinent erstreckt.

 

Wer aus erster Hand über die Lage in Russland hören will, der ist herzlich zum Jubiläumswochenende 40 Jahre MLPD eingeladen, wo Marxisten-Leninisten aus Russland und der Ukraine aus erster Hand berichten werden.