Algerien / Marokko

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Der Westsahara-Konflikt mit Marokko und algerisches Gas im internationalen Licht

Worum geht es bei dem Konflikt?

Korrespondenz aus Erfurt

Seit dem Abzug Spaniens aus der Westsahara 1975 hält Marokko das Land besetzt. Algerien unterstützt die Befreiungsbewegung in der Westsahara. In dem Konflikt schwelt eine Kriegsgefahr zwischen Marokko und Algerien. Schon der faschistische EX-US-Präsident Donald Trump hatte sich zu Präsidentschaftszeiten auf Marokkos Seite gestellt (was die deutsche Regierung kritisierte), um sie zu einer Normalisierung mit Israel zu bewegen. Das sorgte für Unmut in Algerien, welches dem Staat Israel feindlich gegenübersteht. Die Lage hat sich jüngst verschärft, da Spanien dem marokkanischen König mitgeteilt hat, dass es eine „begrenzte Autonomie der Westsahara unter marokkanischem Dach als ernsthafte und realistische Lösung“ ansieht. Als Strafe erhöhte Algerien die Gaspreise für Spanien.

 

Denn: Für Spanien ist Algerien der zweitwichtigste Gaslieferant und 11 Prozent der Gasimporte der EU kommen aus Algerien. Algerien entwickelt Selbstvertrauen und nutzt seine Gaslieferungen als politisches Druckmittel. Es beansprucht in der Region zunehmend eine führende Rolle und will den Gipfel der Afrikanischen Union dieses Jahr ausrichten. Algerien verfügt über enge Beziehungen zu Russland und zum Iran - und es hat den russischen Angriff auf die Ukraine nicht verurteilt.

 

Und was hat es mit dem Gezanke um die Westsahara auf sich? Es liegt an ihren wertvollen Ressourcen! 75 Prozent des Phosphatvorkommens liegen in der Westsahara! Hier könnte sich ein weiterer Kriegsbrandherd entwickeln. Indirekt treffen hier die Machtblöcke aufeinander, wenn auch noch nicht ausgereift: Marokko mit Spanien (Teil der EU, EU als Ganzes steht aber noch nicht dahinter) und Algerien mit Russland. Alle Beteiligten haben selbstverständlich auch eigenständige Interessen an den Rohstoffen und Einflusssphären.