Evonik

Evonik

„Kullmanns Mutation zum Öko-Softie – Was ist aus den Kapitalisten geworden?“

Mann oh Mann, muss man sich Sorgen machen? Früher hat Kullmann (Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik Industries, Anm. d. RF-Red.) klare Ansagen gemacht: „In der Krise werden die Starken stärker und die Schwachen schwächer.“ Richtig so! Und: „Wer Ruhe haben will, soll im Museum arbeiten!“ Da weiß man doch, wo man dran ist. Und nun: „Ich habe alle Beschäftigten gleich lieb, das gilt auch für unsere russischen Beschäftigten.“ Ein echter Arbeiterversteher ist aus ihm geworden. Das geht ans Herz.

Aus Kollegenzeitung „Rührwerk“

Es sei denn, die Beschäftigten passen nicht in den Umbau zu einem globalen Monopol-Player, siehe Performance-Materials. Da macht Lover Kullmann mit ganzen Belegschaft Schluss, hat sie aber immer noch lieb. Hauptsache! Der beschützt die Arbeiter noch, wenn er ihnen längst den Laufpass gegeben hat: „Keine betriebsbedingten Kündigungen, solange ich Vorstandsvorsitzender bin. Hier fällt niemand ins Bergfreie.“

 

Aufgepasst: Die Bergleute haben Erfahrungen mit diesem leeren Versprechen gemacht. Mit dem Ende der Steinkohlezechen wurden die „Nichtanpassungsberechtigten“, egal, ob sie sich Jahrzehnte unter Tage kaputt geschuftet hatten, gekündigt und müssen in viel schlechter bezahlten Jobs bis 67 malochen.

 

„Keiner fällt ins Bergfreie“, war eine dicke Lüge, um die Kumpel vom Kampf um ihren Arbeitsplatz abzuhalten! Die Evonik-Belegschaften sollten ihre Lehren daraus ziehen.

 

Jetzt wird Kullmann nicht nur zum Softie, sondern auch noch zum Öko!? Noch im Bundestagswahlkampf 2021 hat er das Grünen-Programm als eine „Eistonne für das Wachstum“ beschimpft und sich angewidert abgewendet. Nun entdeckt er in den Grünen eine neue Liebe.

 

„Liebe Mona“, so begann er als Präsident des Verbands der Chemischen Industrie eine Laudatio auf Mona Neubaur auf dem kleinen Parteitag der Grünen … . Reumütig bekannte er, sich vor Jahren in Mona Neubaur geirrt zu haben. Als Chemie-Mann habe er vorsichtige Distanz zur Öko-Frau gehalten. „Das war ein Fehler.“ Bin ich hier beim Bachelor?? Mona und ihre Grünen zeigen sich nicht abgeneigt, nachdem sie inzwischen alle noch so mageren Öko- und Friedensziele über Bord geworfen haben und den Unternehmen Milliardensubventionen in Aussicht stellen. „Transformation und Klimaziele sollen mit den Unternehmen und Gewerkschaften erreicht werden“, flirtet Mona.

 

Kapitalisten wie Kullmann scheinen so ein schleimiges anbiedern für nötig zu halten. Sie haben Angst vor den Arbeitern. Zu Recht!