Mibrag Sachsen-Anhalt

Mibrag Sachsen-Anhalt

"Wenn ein solches Weltereignis in Deutschland stattfindet…"

In ziemlich genau einem Jahr findet im benachbarten Bundesland Thüringen die 3. Internationale Bergarbeiterkonferenz statt.

Korrespondenz aus Leipzig
"Wenn ein solches Weltereignis in Deutschland stattfindet…"
(rf-foto)

"Die erste Konferenz war in Peru, die zweite in Indien und die dritte kommt jetzt nach Deutschland", so informierten diese Woche Aktivisten der unabhängigen Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF die Braunkohle-Bergleute am Mibrag-Tagebau Profen (Sachsen-Anhalt). „Wenn ein solches Weltereignis in Deutschland stattfindet, muss das jeder Kumpel wissen“, so die Verteiler des Info-Flyers zu den Kumpeln. Das leuchtete vielen ein und rund 90 Prozent der Bergleute nahmen den Flyer mit.

 

Wir Kumpel aus Deutschland müssen gute Gastgeber sein, deshalb gibt es seit kurzem auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt eine Vorbereitungsgruppe für die Internationale Bergarbeiterkonferenz. Einige Kumpel ließen sich dafür auch die neue Visitenkarte der Vorbereitungsgruppe geben (siehe Foto).

 

Mit der Energiekrise und deren Abwälzung auf die Arbeiterklasse und breiten Massen ist auch die Diskussion um das Ende des Braunkohletagebaus neu entbrannt.

 

Auch Braunkohle ist ein wertvoller Rohstoff der zu Schade zum Verbrennen ist. Im Gegenteil, sorgt er bei der Verbrennung für das Ansteigen von Klimagasen in der Atmosphäre und damit befeuert er den Übergang in die Klimakatastrophe. Außerdem kann man Braunkohle auch im untertägigen Bergbau abbauen welches die Umwelt nicht so extrem verändert und somit die Lebensgrundlage der Menschen und Tiere vor Ort nicht infrage stellt. Für die Kumpel müssen die Kohlemonopole adäquate Ersatzarbeitsplätze schaffen.

 

"Kohle, Kohle, Kohle schreit die Mibrag", berichtet einer der Kumpel. "Aber investiert wird schon lange kaum mehr. Unsere Maschinen sind zum Teil schon alt und klapprig." Ihm gefiel am Gedanken der Internationalen Bergarbeiterkonferenz besonders, dass es darum geht, dass sich die Kumpel in den unterschiedlichen Ländern nicht mehr gegeneinander ausspielen lassen. "Das ist wichtig und wird von vielen hier noch nicht verstanden", so sein Kommentar.

 

In dem jetzt anstehenden Vorbereitungsjahr wird noch viel zu klären sein, Kumpel für AUF war jetzt zum ersten Mal in Profen, aber sicher nicht zum letzten Mal.