Programm am Denkmal für den Bergarbeiterstreik 1997

Programm am Denkmal für den Bergarbeiterstreik 1997

Kumpel für AUF aktiv beim Sternmarsch und bei 40 Jahre MLPD

Die Zentrale Koordinierungsgruppe Kumpel für AUF und die Leitung des nationalen Vorbereitungskomitees für die 3. Internationale Bergarbeiterkonferenz informieren über das bundesweite Treffen, das Mitte August stattgefunden hat. "Rote Fahne News" dokumentiert Auszüge aus dem Infobrief.

Von Kumpel für AUF
Kumpel für AUF aktiv beim Sternmarsch und bei 40 Jahre MLPD
Im Juni 2021 wurde dieses Bergarbeiterdenkmal enthüllt - dort gestaltet die Bergarbeiterbewegung "Kumpel für AUF" ihr Programm beim Jubiläumswochenende "40 Jahre MLPD" (rf-foto)

Am bundesweiten Treffen der überparteilichen Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF und der Vorbereitungsgruppen für die 3. Internationale Bergarbeiterkonferenz nahmen Vertreterinnen und Vertreter und Delegationen aller Stadtgruppen aus dem Ruhrgebiet und vom Kali-Werra-Revier teil. Außerdem der Hauptkoordinator der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung mit Büroteam und ein junger Übersetzer. Begrüßt wurde ein Vertreter der neuen Vorbereitungsgruppe „Stahlarbeiter für die 3. IMC“ aus Hagen. Bekanntgegeben wurde der Beginn der Aufbaus einer Vorbereitungsgruppe in Sachsen/Sachsen-Anhalt.

Wichtige Erfolge seit dem letzten Treffen

Der Einleitungsbeitrag des KfA-Sprechers Christian Link informierte über wichtige Erfolge seit dem letzten Treffen: Die griechischen Berg- und Stahlarbeiter von Larko haben gemeinsam mit der Bevölkerung der Region weitgehend Ihre Forderungen durchgesetzt gegen Unternehmen, Regierung und gegen EU-Beschlüsse inclusive immense Bußgelder bei Nichtumsetzung. Ein großer Erfolg also. Die Larko-Arbeiter sind auf weitere Auseinandersetzungen eingestellt. Die vier verhafteten Gewerkschaftsführer von Si Cobas mussten freigelassen werden. Das ist ein Erfolg der internationalen Solidarität, wozu auch Kumpel für AUF und Internationale Bergarbeiterkoordinierung beigetragen haben. Beide Kämpfe verbinden den Kampf um die sozialen Belange mit dem Kampf gegen die Weltkriegsvorbereitung.

Akute Weltkriegsgefahr verschärft sich

Die akute Gefahr des Weltkriegs hat sich verschärft. Weder Russland noch NATO/USA und EU machen Zugeständnisse. In der Ukraine-Kriegsführung wird bewusst eine atomare Katastrophe in Kauf genommen. Weiterer Brandherd ist der Konflikt um Taiwan. Grönland ist ein Brennpunkt des Kampfs der Imperialisten um neue Rohstoffquellen mit dramatischen Folgen für die Umwelt. China hat sich zum Weltmarktführer bei der Kohle entwickelt. Neben Australien spielt Afrika eine immer größere Rolle. Der Weltwirtschaftskrieg hat bereits immense Auswirkungen. Während die Gewinne der Rüstungs-, Energie- und Rohstoffkonzerne explodieren.- K&S verzeichnet die höchsten Gewinne seit Bestehen - wird die Ausbeutungsschraube angezogen, werden die Krisen- und Kriegslasten massiv abgewälzt. Die beschlossene Gasumlage kann nicht akzeptiert werden. Sie fordert Massenprotest und Kampf um Lohnnachschlag heraus.

RAG betreibt weiter ihre Politik der verbrannten Erde

Die Umweltkrise verschärft sich erheblich. Eins greift ins andere. Die RAG betreibt die Politik der verbrannten Erde weiter. Infolge der Austrocknung der Flüsse darf die RAG das Grubenwasser nicht ableiten, weil die Methode der Verdünnung so nicht funktioniert. Der Puffer, es zurückzuhalten, hat seine Grenzen, d.h. irgendwann wird das verseuchte Grubenwasser in die Flüsse wie Rhein und Lippe geleitet. Die aktuelle Katastrophe in der Oder lässt grüßen. Ein Gutachten der DMT für Bochum vom Mai 2022 sagt unkontrollierte Methangas-Austritte (auch radioaktives Radon wird frei) und Explosionen auch unter Wohngebieten voraus als Folgen der Flutung. Die Diskussion, in die der Hauptkoordinator auch seinen Bericht einbrachte, machte deutlich, wie allseitig und tiefgehend die Auswirkungen und die Angriffe auf die gesamte Lebenslage der Bergarbeiterfamilien hier und auf der ganzen Welt sind.

Häufung von Unfällen in Bergwerken

Eine Seite sind zunehmende Unfälle und Tote in Bergwerken, aktuell auch im Bergwerk Merkers/K&S. Die Bedeutung der 3. IMC wächst. Gleichzeitig ermutigen der wachsende aktive und teils erbitterte Widerstand auf der ganzen Welt. In Deutschland gab es große, starke gewerkschaftliche Kämpfe, auch selbständige Kämpfe nehmen wieder zu. Die Zustimmung zum Krieg bröckelt. Wo es gelingt, bei den nationalen Kämpfen den internationalen Zusammenhang herauszuarbeiten, gewinnen der Gedanke der IMC, ihr Kampfprogrmm und die internationale Einheitsfront gegen Imperialismus, Faschismus und Krieg an Anziehungskraft.

Enge Verbundenheit von Kumpel für AUF und der MLPD

Die Parteivorsitzende der MLPD, Gabi Fechtner, nahm ebenfalls am Treffen teil und überbrachte nochmal persönlich die Einladung an KfA zur Teilnahme am 40-jährigen Jubiläum der MLPD. Sie versicherte die Unterstützung, mit der Teilnahme vieler internationaler Gäste dort, die Einladung für die 3. Internationale Bergarbeiterkonferenz voranzubringen. Betont wurde, dass Kumpel für AUF ohne die Unterstützung und Förderung durch die MLPD heute nicht da stehen würde, wo wir stehen. Und umgekehrt betonte die MLPD, ihre Entwicklung und Fortschritte durch die enge Verbundenheit mit der kämpferischen Bergarbeiterbewegung. Kumpel für AUF wird über die drei Tage am Denkmal für den Bergarbeiterstreik 1997 einen vielfältigen Treffpunkt durchführen. Hier der Einladungs- und Programm-Flyer.

Die Stadtgruppen berichten

Bei K&S wurde erfolgreich ein Gerichtsurteil gegen die Unterdrückung des Verteilens der Bergarbeiterzeitung erstritten. Beim 2. Vorgang wurde das Verfahren allerdings nur eingestellt, und damit die Kosten auf die Verteiler abgewälzt. Spenden sind erbeten. In Walsum, Moers und Marl fanden erfolgreiche Versammlungen statt, die die Weltkriegsgefahr zum Thema machten und die Ergebnisse der „PCB-Studie“ vorstellten. Von Ibbenbüren, wo viele im Vertrauen aufs Deputat neue Kohleöfen angeschafft hatten, wird berichtet, dass die Tonne Kohle inzwischen 700 Euro kostet, die Kumpel brauchen 3-4 Tonnen pro Jahr. Das wird auch den Kampf ums Deputat wieder beleben. In Marl schwemmt Regenwasser aus den vergifteten Halden, verseucht Gärten und Trinkwasser und fordert den Widerstand heraus. Im Wartburgkreis finden inzwischen ständig
Manöver und „Beistands“übungen der Bundeswehr statt. Die Diskussion stellte heraus, dass es wichtig ist, das Selbstbewusstsein der Bergleute zu stärken, durch Bewusstseinsbildung und indem sie für ihre Forderungen auftreten.

 

Das nächste bundesweite Treffen findet statt am 5. November 2022 um 15 Uhr.

 

Hier steht eine genaue Wegbeschreibung zum Startpunkt "Zeche Nordstern" für den Sternmarsch am 27. August zur Verfügung