Kriegs-und Krisenherd Philippinen

Kriegs-und Krisenherd Philippinen

Mit der neuen Indo-Pazifik-Strategie der NATO entbrennt ein neuer Herd der Kriegsgefahr

Die „Friends of the Filipino People in Struggle“ (FFPS) rufen zu weltweit koordinierten Aktivitäten gegen verstärkte Waffenverkäufe und Militärhilfe an die philippinische Regierung.

Korrespondenz aus Düsseldorf

Bereits unter dem früheren Präsidenten Duterte fanden die Bombardierungen gegen Gemeinden statt. Diese Militarisierung und dieser antikommunistische Terror erfolgt im Kampf der imperialistischen Blöcke um ihren Einfluss in der pazifischen Region und wird vom jetzigen Präsidenten Marcos Jr. fortgesetzt. Der seit über 50 Jahren unter Führung der Kommunistischen Partei der Philippinen geführte soziale und nationale Kampf um Befreiung ist den Imperialisten und den reaktionären Regierungen in den Philippinen ein besonderer Dorn im Auge.

 

Mitte Januar 2022 erhielt die Duterte-Regierung aus der Türkei sechs Kampfhubschrauber T129B, als erste Lieferung militärischer Ausrüstung von einem vereinbarten Wert über 274 Millionen Euro.

 

Im Dezember erhielt die philippinische Regierung bereits aus Israel unter anderem zwei Haubitzen Soltam ATMOS mit Eigenantrieb. Darüber hinaus lieferte China im Januar die ersten beiden Tranchen Drohnensysteme, Sprengstoffbeseitigungssysteme, Transportfahrzeuge und technisches Material. Vereinbart ist die Lieferung mit einem Gesamtwert von ca. 10 Millionen Euro.

 

Das Duterte-Regime bestand im Frühjahr auf den Kauf der mit Russland vereinbarten Lieferung von 17 militärischen Transporthubschraubern, da der Vertrag bereits vor dem Krieg abgeschlossen wurde. Die Lieferung wurde für die Zeit des neuen Präsidenten Marcos Jr. vereinbart.

 

Die USA bleiben bisher größter Waffenlieferant in die Philippinen. Sie haben der Regierung Duterte seit 2016 Militärhilfe in Höhe von fast 600 Millionen US-Dollar/Euro gewährt. Heckler&Koch-Gewehre G37 aus Deutschland werden von Spezialeinheiten der philippinischen Armee eingesetzt, finden sich zahlreich auf dem Schwarzmarkt.

 

Seit Mitte 2021 haben Bombardements und Luftangriffe gegen Ziele zugenommen, die von der Regierung zu Camps der NPA (Nationale Volksarmee) erklärt wurden: Seit 2017 wurden mindestens 591 Bomben abgeworfen, 589 Artilleriegranaten abgefeuert und mindestens 74 Luftangriffe durchgeführt. Auf Mindanao entfielen 67,1 Prozent aller von der AFP (philippinische Armee) abgeworfenen Bomben. Dort ist die NPA besonders stark. Es wurden mindestens 144 Menschen getötet und 39 verwundet. Davon waren 68 Angehörige der philippinischen Streitkräften versehentlich von ihren eigenen Bomben getroffen wurden; 66 waren Kämpfer der NPA.

 

Arme Bauern und indigene Gemeinden in den abgelegenen Gebieten sind am stärksten betroffen. Zehntausende wurden gezwungen, ihre Gemeinden zu evakuieren, und es wird Jahre dauern, bis sich die Umwelt von den Schäden erholt haben wird. Da Gemeinden und Bergregionen wahllos angegriffen werden, sind Häuser, Ackerland, Nutztiere, angestammte Ländereien und Jagdgründe zerstört, so dass Hunderttausende von Zivilisten ohne Lebensunterhalt und Existenzgrundlage sind.

 

Die MLPD fordert die deutsche Bundesregierung auf, sofort alle Waffenlieferungen in die Philippinen zu unterbinden. Solidarität mit dem Befreiungskampf in den Philippinen um soziale und nationale Befreiung!