Das ist organisiert!

Das ist organisiert!

Einschüchterungen, Hakenkreuze und Zerstörung von „Wir sind bunt“-Schildern

Unter der Überschrift "Einschüchterungen, Hakenkreuze und Zerstörung von 'Wir sind bunt'-Schildern: Das ist organisiert!" hat das Linke Forum Radevormwald eine aktuelle Pressemitteilung veröffentlicht.

Pressemitteilung Linkes Forum (LF)

Seit Juli versuchen Neofaschisten wieder, politische Gegner in Radevormwald einzuschüchtern. Am 29.8.22 wurden prominent am Wuppermarkt Hakenkreuze gesprüht. Gestern, am 1.9., wurden – zwei Tage nach der Aufstellung – alle städtischen Ortsschilder gegen Rassismus beschädigt oder gestohlen. Das sind koordinierte Aktionen, die mehr als nur nahelegen, dass dahinter eine faschistische kriminelle Vereinigung steht.

 

LF-Vorstandsmitglied Fritz Ullmann macht deutlich: „Das hier ist keine bloße Häufung von Sachbeschädigungen und darf auch nicht so behandelt werden. Diese Serie von politischen Straftaten ist eine offene Herausforderung. Die Wahrheit ist nicht, dass der 'Freundeskreis' wieder da ist. Die Wahrheit ist, dass er nie weg war.“

 

Gegen diesen Kern unbelehrbarer Faschisten, ihre Strukturen und Versorgungsbetriebe müssen sich die Ermittlungen richten. „Wenn wir diese Strukturen nicht schnell zerschlagen, wird das nur der Anfang gewesen sein. Menschen sind dann wieder in Gefahr.“, betont Ullmann.

 

Wir begrüßen die schnellen Reaktionen der Stadt und des Bürgermeisters ausdrücklich und befürworten die Einbeziehung des Staatsschutzes. Wir wissen aber auch, dass wir uns nicht ausschließlich auf die Polizei stützen können. Das Verbot des „Freundeskreises Rade“ und die Verurteilung der Verantwortlichen war nicht in erster Linie das Verdienst der Polizei, sondern von ehrenamtlichen Aktivisten und Antifaschisten des Runden Tisches gegen Rechts. Die Stadtgesellschaft muss sich jetzt wieder gegen diese Faschisten formieren. Nur so können diese Verbrecher ausgegrenzt und die weitere Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie unmöglich gemacht werden.

 

Jede Relativierung und Verharmlosung muss man kritisieren. Dass Bürgermeister Mans in dieser Lage sagt, man könne nicht abschätzen, was für einen Hintergrund das alles hat, verwundert uns. Es wäre Blindheit, keinen Zusammenhang zwischen dem verstärkten Auftreten einer bekannten Faschisten-Bande, dem Auftauchen von Hakenkreuzen und dem Verschwinden von Schildern gegen Rassismus zu sehen. Fritz Ullmann hatte Bürgermeister Mans bereits am Dienstag ein persönliches Gespräch angeboten, um ihn über den Kenntnisstand des LF zu informieren. Der Bürgermeister wolle sich zurückmelden; bis jetzt kam es aber noch nicht zu einem Gespräch.

 

Das Linke Forum macht dauerhaft antifaschistische Aufklärungsarbeit. In Anbetracht der jetzigen Entwicklung setzen wir darüber hinaus unseren Schwerpunkt auf antifaschistische Arbeit. Wir betonen, dass wir zu einer offenen Bündnispolitik mit allen aufrichtig demokratischen Kräften bereit sind und werden unsere Erkenntnisse mit Bündnispartnern teilen.

 

Wir bleiben dabei: Alle zusammen gegen den Faschismus!