Aus der Kollegenzeitung "Vorwärtsgang"
Schadet der Kampf um Lohnnachschlag der Tarifrunde?
Ein MAN-Kollege schrieb an die Redaktion des "Vorwärtsgang", Zeitung von Kolleginnen und Kollegen für Kolleginnen und Kollegen in den deutschen VW-, Audi-, Porsche- und MAN-Werken:
"Wir sollten unsere ganze Kraft jetzt auf die IGM-Tarifrunden konzentrieren statt uns in weiteren Kämpfen wie Lohnnachschlag zu verlieren. Das schadet uns."
Antwort der Redaktion MAN Nürnberg: "Das ist kein Gegensatz! Wir brauchen beides! Sowohl die Entfaltung der vollen gewerkschaftlichen Kampfkraft für 8% mehr Entgelt. Darunter geht nichts! Als auch den Kampf um Lohnnachschlag, sonst frisst uns die Teuerung alles auf, das schadet uns. Die Kapitalisten versuchen, mit der Friedenspflicht unsere Hände zu binden. Dagegen müssen wir den gewerkschaftlichen Rahmen durchbrechen und zum selbständigen Streik übergehen.
In letzter Zeit gingen selbständige Streiks zurück. Sie werden kriminalisiert. Viele Belegschaften gelangten in ihren gewerkschaftlichen Kämpfen mit der Taktik des Sozial-Tarifvertrags in die Sackgasse. Am Ende gibts höhere Abfindungen. Die Arbeitsplätze sind futsch.
Wir müssen lernen, wieder richtig zu streiken, in der Tarifrunde und selbständig! Zeit für ein echtes Streikrecht! Proteste, Streiks, Aufstände, Revolutionen waren und sind Teil der Arbeiterbewegung. Bürgerliche Gerichte schützen die Kapitaleigner davor. "Um unsere Rechte müssen wir uns selber kümmern!" (Kali-Kumpel im Bischofferode-Streik)