Argument

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Sorgen einer EZB-Bankerin

Am diesjährigen geldpolitischen Treffen der Zentralbanken in den USA nahm auch die deutsche Direktorin der Europäischen Zentralbank (EZB), Isabel Schnabel, teil.

Korrespondenz von mas

Sie sagte: "Dieses Vertrauen nicht zu erfüllen kann mit hohen politischen Kosten einhergehen. Die Geschichte ist voller Beispiele, in denen hohe und nachhaltige Inflation gesellschaftliche Unruhen verursacht hat. Die jüngsten Ereignisse in der Welt legen nahe, dass der gegenwärtige Inflationsschock keine Ausnahme bildet. Plötzlich und erhebliche Kaufkraftverluste können sogar für stabile Demokratien einen Test bedeuten [1]."

 

Wer hätte das gedacht – die massiv gestiegene Inflation macht nicht nur denen große Sorgen, die nicht wissen, wie sie gegen Monatsende ihre Einkäufe und Rechnungen  bezahlen sollen. Auch den Währungshütern treibt diese Entwicklung Sorgenfalten auf die Stirn. Sie fürchten „gesellschaftliche Unruhen“, weil die Arbeiterklasse und die Massen sich diese Ausplünderung nicht mehr gefallen lassen.

 

Dabei ist die Inflation nicht vom Himmel gefallen oder geht auch keineswegs allein auf Putins Konto. Die Zentralbanken gehören zu den Produzenten der Inflation. Ihre jahrelange Politik des billigen Geldes sollte der Abdämpfung der Weltwirtschafts- und Finanzkrise dienen. Wenn nun die Zinsen wieder erhöht werden, um die Inflation zu bremsen, befeuert das wiederum diese Krisen.

 

Angesichts der beschleunigten Destabilisierung des imperialistischen Weltsystems mit dem Potenzial einer revolutionären Weltkrise werden den internationalen Bankern die Sorgen nicht ausgehen!

 

 

[1] FAZ  29.08.2022