Gesprächsrunde mit Monika Gärtner-Engel
Wie entsteht eine Ausgabe des Revolutionären Weg?
Die MLPD hat ihren 40. Geburtstag mit einer grandiosen Mischung von Kultur, Unterhaltung, Kampf und Bewusstseinsbildung gefeiert. Eine Gesprächsrunde am Samstag mit Monika Gärtner-Engel, Internationalismus-Verantwortliche der MLPD und stellvertretende Leiterin der Redaktion Revolutionärer Weg, trug den Titel: "Wie entsteht ein RW?"
Das von Willi Dickhut begründete System des REVOLUTIONÄREN WEG ist wesentlicher Garant der erfolgreichen 40 Jahre MLPD. Monika Gärtner-Engel führte aus, dass jeder RW ein zu lösendes Kernproblem aus dem Klassenkampf und dem Parteiaufbau behandelt. Zusammen bilden sie das System der ideologisch-politischen Linie der MLPD.
Ein solcher RW kann nur Ergebnis eines organisierten, schöpferischen und kollektiven Erkenntnisprozesses sein. Willi Dickhut hat einzelne Mitarbeiter herangezogen, den RW aber im Wesentlichen selbst geschrieben. Heute ist das nicht mehr möglich. Es gibt eine feste Kernredaktion, die für jeden RW entsprechend der Aufgabenstellung erweitert wird.
Zur Organisierung des kollektiven Erkenntnisprozesses: Durch die Weiterentwicklung der theoretischen Arbeit gibt es eine enorme Produktivitätssteigerung. Die Arbeit am dreiteiligen RW "Götterdämmerung über der 'neuen Weltordnung'" (Titel der Buchausgabe) dauerte noch zwölf Jahre, heute bedarf es für einen RW im Schnitt 1,5 Jahre. Das Manuskript geht zur Beurteilung an 100 Leute, neben den Genossinnen und Genossen des Zentralkomitees an weitere Mitglieder der MLPD. Daraus entstehen jeweils 1500 bis 2000 Anträge, die dann verarbeitet werden und das Buch weiter verbessern.
Zur Bedeutung der theoretischen Verarbeitung von praktischen Erfahrungen berichtete Iordanis Georgiou in der Gesprächsrunde, dass er für Michalis von Stand by me Lesbos auf dessen Wunsch das Kapitel zu den Nichtregierungsorganisationen aus dem RW 37 "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus" ins Griechische übersetzt hat. Michalis hat voller Spannung darauf gewartet und seine Erfahrungen mit den NGOs in den Flüchtlingslagern Moria und Kara Tepe damit durchdrungen.
Eine wichtige Frage war die der Sprache, der Anspruch an ihre Wissenschaftlichkeit. Hier kann es keine Abstriche geben. Es muss gelernt werden, wissenschaftlich - und zwar verständlich zu schreiben. Nicht intellektualistisch verschraubt. Stefan Engel macht schon mal aus einem Schachtelsatz drei verständliche Sätze. Professionelles Redigieren zu lernen ist wichtig.
Frage nach den Quellen: Zitiert wird vollständig und das Zitat ggf. mit einer Polemik zerpflückt. Wenn bürgerliche Wissenschaftler zerpflückt werden, darf dies nicht beliebig erfolgen. Es müssen charakteristische Vertreter sein auf dem jeweils höchsten Stand des betreffenden Gebiets. Das haben wir gerade während der ganzen Plagiatsaffären sorgfältig weiterentwickelt.