Sao Bernardo do Campo

Sao Bernardo do Campo

Streik bei Mercedes-Benz gegen angekündigte Entlassung von 3400 Beschäftigten!

Am Donnerstag, dem 8. September, haben 6.000 Metaller bei Mercedes-Benz in Sao Bernardo do Campo (in der Region von Sao Paulo) in einer Versammlung der Fabrik entschieden, die Arbeit bis zum Montag 12.9. einzustellen.

Von wb

So die Presseerklärung der Gewerkschaft SMABC. [1]

 

„Die Arbeitsniederlegung ist ein Protest gegen die geplante Entlassung von 3.600 Arbeiterinnen und Arbeitern, 2.220 Stamm- und 1.400 Fremdfirmen-Kollegen“ durch die Daimler Truck AG. Diese rechtfertigt die Auslagerung der Produktion von Vorderachsen und Getrieben sowie Logistik- und Wartungsdienstleistungen mit dem „Kostendruck und den Veränderungen in der Automobilindustrie“ [2]. Das ist aber nichts anderes als eine Umschreibung einer Politik der Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen durch die Monopole zur Sicherung und weiteren Maximierung der Profite.

 

Doch die Arbeiter wollen im Interesse der Zukunft ihrer Familien und der Jugend nicht hinnehmen, dass nach Ford, wo 5.000 Arbeitsplätze direkt und rund 100.000 in Zulieferbetrieben vernichtet wurden, sowie Toyota, weitere Automobilbetriebe oder Teile ihrer Produktion in ihrer Region stillgelegt werden. “Wir werden für unsere Arbeitsplätze kämpfen und für die Zukunft der befristeten Kollegen, das geht alle an; nicht nur die Betroffenen, “ sagte Moisés Selerges, Vorsitzende der Gewerkschaft bei Mercedes. „Hier gibt es keine Helden, es gibt Kollegen die sich für den Kampf entschieden haben, und es kann ein länger werden”.

 

Gestern hieß es dazu auf Rote Fahne News: "Die Kolleginnen und Kollegen bei Daimler Truck und Mercedes-Benz in Deutschland sind aufgerufen, sich solidarisch mit dem Kampf in Brasilien zu erklären und auf Solidaritäts-Kampfmaßnahmen in ihren Werken, Bereichen und gewerkschaftlichen Gremien hinzuarbeiten.“ Denn auch in Deutschland kämpfen die Evobus-Kollegen in Mannheim und Ulm gegen die angekündigte Vernichtung von 1500 Arbeitsplätzen im Zuge der Verlagerung des Rohbaus ins Werk in Tschechien; im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim wollen die Kolleginnen und Kollegen die Vernichtung von 4.000 Arbeitsplätzen nicht hinnehmen und ganz aktuell gibt es Unruhe unter den Belegschaften von Mercedes Benz in Düsseldorf und Ludwigsfelde, weil die Produktion des vollelektrischen Nachfolgemodells des Sprinters dort vom Vorstand infrage gestellt wird. All das schreit nach einem gemeinsamen, konzernweiten und internationalen Kampf der Automobilarbeiter um jeden Arbeitsplatz und für eine Arbeitszeitverkürzung auf Kosten der Profite. Dazu muss auch die IAC gestärkt werden, als Organisation der internationalen Automobilarbeiterkoordination.