Kassel

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Solidarität mit dem Kampf der VW-Leiharbeiter

Auch wenn nicht so viele Kollegen kamen (viele hatten Spätschicht in ihren neuen Leiharbeiterjobs z.b. bei Daimler), war die Solidarität der Montagsdemonstranten und dem Publikum der Dokumenta groß

Korrespondenz

Ein Kollege des Solikomitees meinte, als Kfz-Technikermeister und Betriebswirt sei er "bestens ausgebildet, ich würde sofort wieder anfangen, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Er habe soviele Bewerbungen auch bei Rheinmetall geschrieben und bekomme keinen neuen Job." Seit dem Ausscheiden bei VW Ende Februar ist er arbeitslos und versteht die Welt nicht mehr. Ein IG-Metall-Vertrauensmann, der auch Mitglied im Solikreis ist, betonte, dass diese Kollegen sehr gut ausgebildet sind, ganz anders als die Ferienarbeiter, die VW für 3 Monate eingestellt hat. hunderte Jobs würden benötigt. Die Stammbelegschaft sollte der Ausweitung der Pflichtschichten nicht zustimmen und die Wiedereinstellung der ausgeschiedenen Leiharbeiter fordern. Viele grundsätzliche Fragen wurden gestellt und diskutiert:

 

Warum gibt es eigentlich so viel Leiharbeit?
Etliche Wortmeldungen kritisierten die verbreitete Leiharbeit als menschenunwürdig. Der Bogen zum Beginn der Monagsdemos gegen Hartz IV gegen die Agenda 2010 wurde gezogen. Er beinhaltete ja auch den Kampf gegen die Leiharbeit. Eine Krankenschwester berichtete von abartigen Leiharbeiterstukturen in der Intensivpflege. Sie ist bei der Linkspartei und will sich die MLPD näher ansehen, weil es soviele Widersprüche bei den Linken gäbe.

 

Warum kämpfen die Leute in Deutschland nicht wie in Frankreich?
Darauf ging der VW-Kollege ein: Wir haben hier nur ein eingeschränktes Streikrecht, deswegen brauchen wir ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht. Das Beispiel der griechischen und Italienischen Kollegen, die im Generalstreik die Auslieferung von Militärgütern an die Ukraine verhindert haben, zeigt die Stärke, wenn die Arbeiter zusammenstehen. Aber auch in Frankreich wird nicht ständig gekämpft und die Arbeiterklasse in Deutschland hat auch eine reichhaltige Kampftradition.


Diskutiert wurde auch: Wer ist die Gewerkschaft? Gewerkschafter sind wir alle ob SPD, Kommunisten, Christen u.s.w. Die Gewerkschaftsführung hat aber eine andere Rolle und soll Kämpfe möglichst verhindern und die Klassenzusammenarbeitspolitik stärken. Daher müssen wir die Gewerkschaften zu Kampforganisationen machen. Auch in Funktionärskreisen bei VW gibt es bei einigen große Solidarität mit den Leiharbeitern. Und Streiks für nicht tarifliche Fragen, gegen die Abwälzung der Krisenlasten und den Ukrainekrieg, müssen selbständig geführt werden.

 

Wir freuen uns auf die Kundgebung am Donnnerstag vor dem Haupttor von VW. Die neuen Plakate der Montagsdemo "Weg mit der Gasumlage" und "Für 20% Lohnnachschlag" nehmen wir mit vors Tor.