Aus dem Vortrieb
Vorbereitung der 3. Internationalen Bergarbeiterkonferenz nimmt Fahrt auf
Vom 31. August bis 3. September 2023 findet in Deutschland (Thüringen) die 3. Internationale Bergarbeiterkonferenz statt.
Rote Fahne News dokumentiert einen Artikel zur Vorbereitung der 3. Internationalen Bergarbeiterkonferenz aus dem Vortrieb, der Zeitung der Bergarbeiterbewegung in Deutschland.
Angesichts der akuten Weltkriegsgefahr und einer rigorosen Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiterfamilien kommt dem Zusammenschluss der weltweit 20 Millionen Bergleute und ihrer Familien eine besondere Bedeutung zu. Die Internationale Bergarbeiterkoordinierung hat gegenwärtig 44 Mitgliedsorganisationen, auch aus Russland und der Ukraine. Die Regierungen beider Länder und die dort herrschenden Oligarchen (frühere Staats-, Geheimdienst- oder Parteiführer der ehemaligen Sowjetunion, die sich die Zechen und andere Staatsbetriebe unter den Nagel gerissen haben) treiben mit Kriegsrecht und massiver Unterdrückung jeder Opposition die Bevölkerung als Kanonenfutter in den Krieg. Die Bergleute als wichtiger Teil der internationalen Industriearbeiterschaft sollen das mit ihrem Leben und massiven Preissteigerungen bezahlen. Umso bedeutender ist es, dass ihr Arbeiterstandpunkt weiter an Boden gewinnt: Kumpel schießen nicht auf Kumpel!
Im Gastgeberland Deutschland wird die Konferenzvorbereitung von einem Nationalen Vorbereitungskomitee koordiniert. Getragen wird das zum großen Teil durch die örtlichen Gruppen von Kumpel für AUF, die überall dort tätig sind oder aufgebaut werden, wo es aktive oder ehemalige Bergarbeiter gibt. Auch nach dem Ende der Steinkohleförderung ist der Bergbau alles andere als nur Geschichte. Im Gegenteil werden angesichts einer weltweiten Gier nach Rohstoffen gerade neue Lagerstätten wie von Wolfram oder Lithium erschlossen.
2021 gab es in Deutschland 59.000 aktive Bergleute, die Kali, Steinsalz, Braunkohle, Steinsalz, Feldspat und einige seltene Erze fördern oder die Wasserhaltung geschlossener Schachtanlagen sicherstellen. Neu hinzugestoßen sind jetzt Vorbereitungsgruppen in Heilbronn (Baden-Württemberg), Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Hier wird jede und jeder gebraucht, die sich mit den Bergleuten und ihren Kämpfen verbunden fühlen - sei es bei der Vorbereitung der Verpflegung, der Öffentlichkeitsarbeit, zur Übersetzung und vielem mehr. Melden kann man sich bei den örtlichen Vorbereitungsgruppen oder per E-Mail an info@minersconference.org
Und natürlich sind Spenden für die Konferenzorganisation und die Unterstützung der Anreise von Delegierten aus ärmeren Ländern gefragt. Alle Informationen gibt es auch auf der Webseite der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung.
Ein besonderes Anliegen ist, dass die Konferenz auf noch breitere Füße gestellt und viele Bergbauländer einbezogen werden, die bisher noch nicht vertreten sind. So hat die Vorbereitungsgruppe im Vestischen Kreis Recklingshausen Kontakt zu den Steinkohlekumpel von Harlan County in Alabama/USA aufgenommen. Diese streiken seit einem Jahr gegen Lohnkürzungen und werden aktuell durch ein Gerichtsurteil mit Schadensersatzforderungen der Minengesellschaft bedroht. Dagegen wird die Solidarität über Ländergrenzen hinweg organisiert und zugleich werden die kämpferischen Kumpel zur 3. Internationalen Bergarbeiterkonferenz eingeladen.