Weilheim unter Teck

Weilheim unter Teck

Daimler-Truck-Vorstand droht mit Aus für Brennstoffzellen-Fabrik in BaWü

Im schwäbischen Weilheim an der Teck will Daimler Truck zusammen mit Volvo eine der größten Brennstoffzellen-Fabriken in Europa in Bau geben. Diese erhoffen sich davon eine weltmarktbeherrschende Position bei schweren, mit Wasserstoff betriebenen LKWs und durch die Kooperation höhere Stückzahlen sowie noch höhere Profite.

Von wb

Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende von Daimler Truck, zeigt sich sehr erfreut darüber, „dass die Landesregierung voll hinter diesem Projekt steht und die Bevölkerung mit der überwältigenden Mehrheit von 70 Prozent zugestimmt hat“ [1]. Schließlich war es Winfried Kretschmann, der „grüne“ Freund der Autobosse, der das Projekt zur Chefsache gemacht hat, um die Investitionsentscheidung fürs Ländle zu bekommen.

 

Baden-Württemberg soll bei der Wasserstofftechnologie international ganz vorne mitspielen. Kretschmann trommelte dafür in der Region, da durch die kapitalistische „Umstellung auf klimafreundlichere Kraftstoffe zwar Arbeitsplätze verloren gehen, aber auch neue entstehen würden. Es sei jedoch nicht gesagt, dass diese neuen Arbeitsplätze auch in Baden-Württemberg entstünden.“ [2]

 

Doch ein Teil der Grundstückseigentümer will ihr Land nicht an Mercedes/Volvo verkaufen. Für Daum zeige das, wie „unglaublich langwierig große Projekte in Deutschland ... umzusetzen sind“, weil es Menschen gibt, die „grundsätzlich gegen das Projekt sind“1. Doch so grundlos ist das nicht, wie Daum tut. So kritisieren Umweltschützer vom BUND das Investitionsvorhaben als „flächenverschwenderisch geplant, das zahlreichen Tieren und Pflanzen den Lebensraum nehmen würde“ [3].

 

Bundes- und Landesregierung wollen deshalb der Forderung der Monopole nachkommen, dass die Genehmigung für Infraststrukturprojekte beschleunigt wird, indem das Recht auf Einsprüche z.B. von Naturschützern eingeschränkt wird. Und weil sich Daum darauf nicht verlassen will, droht er schon mal mit einem Plan B und erinnert daran, dass „in anderen Bundesländern und auch im europäischen Ausland solche Ansiedlungen offenbar einfacher (seien). Der Batteriezellenhersteller Northvolt etwa plane in Schleswig-Holstein eine riesige Batteriefabrik, ohne dass bisher von Problemen zu hören sei.'“1 Widerstand von Umweltschützern und Arbeitern sehen die Herren in den Vorstandsetagen gar nicht gern.   

 

 

[1] www.stuttgarter-zeitung.de 15.9.22

[2] www.swr.de 13.4.22

[3] www.stuttgarter-nachrichten.de 19.4.22