Leserbrief an die Recklinghäuser Zeitung

Leserbrief an die Recklinghäuser Zeitung

Die Angst des Herrn Pedoth vor der MLPD

Für den Kreisverband Recklinghausen der MLPD schrieb Lothar Schuhmann:

In der RZ (Recklinghäuser Zeitung) von 8. September haben Sie einen Artikel veröffentlicht, der sich mit der tiefen Besorgnis des attac-Sprechers und ehemaligen Polizeibeamten Klaus Pedoth um den Zusammenhalt in der Gesellschaft dreht. Beleg dafür sind seine Erfahrungen an einem Infostand von attac am Wochenmarkt in Recklinghausen, wo er wohl auf einigen Ärger der Menschen stieß. Energiekosten +200 bis 300 Prozent, die Energieumlage oben drauf und Lebensmittel für eine Arbeiterfamilie ca. + 20 Prozent. Was sorgt sich denn Herr Pedoth um den Zusammenhalt der Gesellschaft? Diese Spaltung geht doch von den Verursachern aus, die die Millitarisierung der Gesellschaft vorantreiben und die Kriegs- und Krisenlasten den Arbeitenden auf bürdet.

 

Ganz richtig empört sich Herr Pedoth gegen „mitunter … rechtsextreme Positionen“ die ihm wohl entgegenkamen. Ganz schräg wird es aber dann, als Herr Pedoth sich dazu verstieg, seine Furcht vor einer Spaltung der Gesellschaft und einer Stärkung der Ränder so darzustellen: “Von den Rechten auf der einen Seite, aber auch vor allem von der MLPD auf der anderen Seite“.

 

Da reibt sich der Leser erst mal die Augen. Ging es gerade noch ausführlich um die sehr richtige und wichtige Abgrenzung von Nationalisten und Faschisten, kommt jetzt völlig unvermittelt die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) ins Spiel. Klar, wir sind auch die einzige linke Partei in Deutschland, die sich klar gegen den Ukraine-Krieg positioniert hat: Als ungerechten Krieg von beiden Seiten. (Russland und Ukraine / NATO) Aktiv wird von den imperialistischen Mächten eine militärische Auseinandersetzung vorbereitet, die in einem Dritten atomaren Weltkrieg enden kann. Klaus Pedoth schwört auf dem Zusammenhalt der Gesellschaft und auf die Abgrenzung von der MLPD. ...

 

Dabei greift er auf die bürgerliche Methode, dass in den letzten Tagen in der Presse regelrecht eine Gleichsetzung von rechts und links betrieben wird, wenn es um die angekündigten Herbst-Proteste gegen die unsoziale Regierungspolitik geht zurück. Es wird gebetsmühlenartig eine sogenannte „Querfront“ herbeigeredet, wo links und rechts gemeinsame Sache machen würden. Damit sollen die Leute abgeschreckt werden … . Wirklicher Protest ist links und richtet sich gegen Regierung und Konzerne, während die AfD sich schützend vor die Konzerne stellt.

 

Weiter unten sagt er dann folgendes: “Wir müssen an die Gewinne der Konzerne ran“. Nur wie? Das müssen wir Arbeiterinnen und Arbeiter mit Lohnnachschlag und Protesten auf der Straße durchsetzen, weil Appelle bei diesen Herren nichts nützen. Also, warum die antikommunistisch motivierte Warnung vor der MLPD und die Spaltung einer dringend notwendigen neuen Friedensbewegung?

 

Wir haben eine Perspektive und arbeiten gerne mit allen Menschen über weltanschauliche Grenzen zusammen, die sich heute gegen die Regierungs- und Monopolpolitik zusammenschließen.