Großbritannien

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Hafenarbeiter weiten Streiks für höhere Löhne aus.

Die Hafenarbeiter im ostenglischen Felixstowe haben bereits vom 21. bis 29. August den größten Containerhafen in Großbritannien mit einem Streik für Lohnerhöhungen weitgehend lahmgelegt.

Korrespondenz

Von ca. 2500 Beschäftigten haben sich 1900 am Arbeitskampf beteiligt. Das war der erste Streik seit 1989. Damit folgen sie den Streiks von Beschäftigten in anderen Branchen für höhere Löhne und Gehälter gegen die Inflation.

 

Über den Hafen von Felixstowe werden ca. 48 Prozent aller Container transportiert, was ihn zu einem wichtigen Importknotenpunkt für Großbritannien macht. Jetzt kündigt die Gewerkschaft „UNITE" einen zweiten, achttägigen Streik vom 27. September bis 5. Oktober an. Zuvor haben die Hafenbeschäftigten in einer Urabstimmung das Lohnangebot von 7 Prozent des Hafenbetreibers CK Hutchinson mit einer klaren Mehrheit von 82 Prozent abgelehnt. CK Hutchinson hatte nach dem Streik im August eine Prämie von 400 Pfund mit Danksagung an diejenigen Docker gezahlt, die sich nicht am Streik beteiligt hatten (East Anglian Daily Times, 04.9.22)

 

Wohl, um weitere Kämpfe zu vermeiden. „Weitere Streiks werden unweigerlich zu Verzögerungen und Unterbrechungen in der britischen Lieferkette führen, aber das hat das Unternehmen selbst zu verantworten", sagte der nationale UNITE-Beauftragte für Häfen, Bobby Morton. „Da die Inflation im Juli über 10 % lag und die Bank of England für den nächsten Monat einen Anstieg auf über 13 % prognostiziert, stellt das Lohnangebot von 7 % nach Ansicht der UNITE eine reale Lohnkürzung dar".

 

Auch in Liverpool wollen die Hafenarbeiter am 19. September in einen 15-tägigen Streik um höhere Löhne treten, wie die Gewerkschaft UNITE mitteilte. Ein wichtiges Signal für weitere Arbeiterkämpfe. Die zwei größten Gewerkschaften UNISON und UNITE, sowie der Gewerkschaftsdachverband TUC sprechen sich für koordinierte Streiks im Herbst aus.

 

(Quelle: u.a. CNN/Reuters vom 13.9.22)