Nürnberg
Kämpferische Aktion von 3500 IG-Metall-Mitgliedern vor der Meistersingerhalle
Am gestrigen 15. September protestierten 3500 IG-Metallerinnen und -Metaller vor der Nürnberger Meistersingerhalle gegen die Erklärung der „Arbeitgeber“-Seite, in der Tarifrunde sei nichts drin! Die besagten Kapitalisten tagten zeitgleich.
Das Gejammer ihrerseits ist: Es sei ein noch nie dagewesener Mix aus schweren Krisen, welcher die Metall- und Elektroindustrie belasten würde. Ist das die Schuld der Kolleginnen und Kollegen? Es ist das kapitalistische System, dass diese Krisen hervorbringt und es ist das gescheiterte Krisenchaos der Bundesregierung, die ihrer nicht mehr Herr wird.
8 Prozent ist die Forderung der IG Metall. Dass das angesichts der Inflation nicht reichen wird, wurde in vielen Gesprächen klar. Bei der aktuellen Lage wäre ein Lohnnachschlag dringend notwendig. Darüber, wie dieser durchzusetzen ist, gab es vielfältige Gespräche. Wir von der MLPD waren mit einem Trupp vor Ort und verkauften diverse Exemplare des Rote Fahne Magazins sowie mehrere Ausgaben der aktuellen Broschüre von Stefan Engel, Gabi Fechtner und Monika Gärtner-Engel „Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems.“
Die Aktion der IG Metall zum Auftakt der Tarifrunde war kämpferisch: Mit Trommeln und viel Beifall für die Redner machten die Kolleginnen und Kollegen Stimmung. Die Redner wiesen die Vorwürfe der Metallkapitalisten zurück. Die Inflation steigt durch die Energiekosten immer weiter an. Bei den Leuten geht die Angst um, dass sie das nicht mehr hinkriegen. Manche schauen sich schon nach einem Nebenjob um. Heute: Das ist die „Ruhe vor dem Sturm“, sagt der Betriebsratsvorsitzende von MAN Nürnberg, Markus Wansch.
Es ist tatsächlich eine angespannte Erwartungshaltung: Es ist erst der Anfang der Tarifrunde und es muss die volle gewerkschaftliche Kampfkraft entfaltet werden. Es ist an der Zeit, dass die IG Metall zur Kampforganisation gegen die Abwälzung der Krisenlasten durch Monopole und Staat gemacht wird.
Vieles wurde bei den heutigen Reden noch nicht thematisiert: So waren die Gefahr eines Dritten Weltkriegs und die zugespitzte Umweltkrise zum Beispiel nicht Thema. Auch die Kritik an der Regierung blieb außen vor.
Wir werden in dieser Tarifrunde und im Kampf um Lohnnachschlag nichts geschenkt bekommen. Es wird eine Kampfansage an die Monopole und die Regierung nötig sein.