Dokumentiert

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Demokratischer Stachel im Nordosten Syriens

Der folgende Artikel ist am 18. September auf der Homepage der „Frankfurter Rundschau“ erschienen. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert Auszüge:

Rakka ist eine traumatisierte Stadt. Hinter den bunten Schaufenstern und den Menschen, die sich durch die Straßen drängen, zeugen aufgerissene Gebäude von den Schrecken des Krieges. Als inoffizielle Hauptstadt des „Islamischen Staates“ von 2013 bis 2017 lebten ihre Bewohner:innen dort unter dem Joch von Angst und Gewalt. Doch ihre Befreiung durch die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), eine von den USA unterstützte Koalition aus kurdischen, arabischen und christlichen Milizen, hat den gewalttätigen Islamismus nicht ganz ausgerottet.

 

Nun tobt ein unsichtbarer Krieg: der Krieg um die Mentalitäten. An dieser Front sind die Zenubiyas aktiv – Frauenräte, die sowohl Hilfe für Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt als auch Aufklärung über Frauenrechte bieten.

 

„Wir bekämpfen den Islamischen Staat auf dem Gebiet der Ideologie. Nach fünf Jahren des Leidens kämpfen wir immer noch gegen die traditionelle Clan-Mentalität in unserer Gesellschaft“, sagt Nisreen Hassan, Mitglied der Generalversammlung des Zenubiya-Rates in Rakka, der nach der legendären Königin Zenobia von Palmyra benannt ist.

 

Sie erinnert sich an die Demütigungen der Frauen durch den Islamischen Staat: auf Märkten wie Vieh verkauft, als Geschenk an Prinzen des sogenannten Kalifats gegeben, auf öffentlichen Plätzen und später privat wegen des kleinsten Fehltritts verprügelt, die Schließung von Frauenschulen und -universitäten, Vergewaltigungen, das Verbot, ohne männliche Begleitung auszugehen ... „Wenn ich Ihnen alles erzählen müsste, würde ich drei Tage brauchen“, seufzt sie und schlürft einen Kaffee mit Kardamom.

 

Im Sommer 2017 leisteten die Frauenbataillone der kurdischen YPJ (Frauenverteidigungseinheiten) unter der Führung von Kommandantinnen wie Rojda Felat einen großen Beitrag zur Befreiung der Stadt. „Die Frauen haben sich selbst befreit, sie haben gemeinsam gegen den Islamischen Staat gekämpft. Das war eine echte Revolution, die den Weg für eine egalitäre Gesellschaft geebnet hat“, erinnert sich Nisreen Hassan. ...

 

Hier gibt es den kompletten Artikel