Essen

Essen

Erste Montagsdemo vor einer Tafel

Am 19. September fand in Essen-Katernberg, einem von Armut besonders betroffenen Stadtteil, eine besondere Montagsdemo statt.

Korrespondenz
Erste Montagsdemo vor einer Tafel
Impression von der Montagsdemonstration in Essen-Katernberg (rf-foto)

Die Essener Montagsdemo hat entschieden, auf Vorschlag von Teilnehmern aus dem Essener Norden, hier die Montagsdemo zu machen. Jeden Montag, um 14 Uhr, stehen hier die Katernberger auf dem Marktplatz in der Schlange für die Ausgabe der Tafel. Dabei hatten sich Menschen zum „Freundeskreis Essen-Katernberg“ zusammengeschlossen, um Hilfe und Solidarität im Alltag zu organisieren, wie es die Bergleute geprägt haben. Dieser Freundeskreis warb zusammen mit der MLPD im Vorfeld bei der Tafel, sie hielten Redebeiträge und verkauften bei der Montagsdemo leckeren Kaffee.

 

Teilnehmer aus dem Stadtteil sprachen mutig: Ein Rentner berichtete wütend, wie Renten- und Hartz-IV-Erhöhung von der Inflation direkt wieder aufgefressen werden. Eine junge Frau berichtete mit ihrer Mutter, wie diese seit drei Monaten ohne Strom leben muss, weil zwischen Stromanbieter und Jobcenter Sachen nicht geklärt werden, obwohl die Abrechnung gezahlt ist. Die Montagsdemo forderte, dass keinem Bürger Strom oder Gas abgestellt werden dürfen und wird dem Fall weiter nachgehen. Ein anderer Teilnehmer kritisierte, wie die Strompreise gebildet werden, dass im Dienst der Energiemonopole der Strompreis anhand der teuersten Energie gebildet wird, anstatt nach der günstigsten. Die MLPD brachte die gesellschaftliche Alternative des Sozialismus ein, der mit dem ganzen kapitalistischen Kriegs- und Krisenchaos Schluss macht.

 

Ein junger Kollege berichtete vom Bäcker um die Ecke, dass ein Brot Ende des Jahres 10 Euro kosten könne. Ein ehemaliger Evonik-Arbeiter rief dazu auf, dass alle ihre Rechnung mit der Bundesregierung aufmachen müssen. Das sprach auch einer Pflegeschülerin aus dem Herzen, die kritisierte, dass bei ihr gar keine Entlastung ankomme. Die Arbeiter und Arbeitslosen müssen gemeinsam den Widerstand gegen die Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten organisieren. Es wurde dafür geworben, am 1. Oktober gemeinsam zur großen Demonstration gegen die Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten in Berlin zu fahren. Das wurde im Anschluss konkret vorbereitet, Zuschüsse von der Montagsdemonstration wurden geklärt, Bahnfahrten vereinbart usw. Die nächste Aktivität in Essen wird die größere Montagsdemo am 10. Oktober mit anderen Bündnispartnern, dann wieder in der Innenstadt.