"Kein Katar in meiner Kneipe!"

"Kein Katar in meiner Kneipe!"

Wachsende Boykottbewegung der Fußball-WM in Katar

Unter dem Motto "Kein Katar in meiner Kneipe“ hat die Düsseldorfer Altstadtkneipe Retematäng (die Ratinger Straße, eine der ältesten Straßen der Düsseldorfer Altstadt trug früher diesen Namen) eine Boykott-Bewegung unter den Kneipiers initiiert.

Leserzuschrift

Sie wollen die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Katar diesen Winter nicht übertragen. Inzwischen sind es täglich mehr Kneipenwirte und Eventveranstalter in Deutschland, die keine Live-Übertragungen der WM-Spiele machen wollen. Event-Lokalitäten wie das Zakk, das Stahlwerk oder das Konvex in Düsseldorf, der Grugapark in Essen, die Berliner Fußballkneipe Fargo sowie das „EISEN“ - Traditionsgaststätte in Bremen - haben die Übertragungen ebenfalls abgesagt.

 

Der Düsseldorfer Kneipier Daniel Vollmer dazu: "Wir sind leidenschaftliche Fußballfans. Uns blutet das Herz. Aber das geht halt einfach nicht. Wir würden uns selbst für Heuchler halten, wenn wir das Turnier scharf verurteilen, durch eine Übertragung aber Umsatz generieren." Der Wirt wird noch deutlicher: "Die WM findet auf Leichen statt. Immer noch werden Arbeiter ausgebeutet und gleichzeitig nicht bezahlt." Auch der Umstand, dass Homosexuelle und Frauen in Katar Repressionen erfahren, spiele eine Rolle. "Fußball steht für Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz. Das sucht man in Katar vergebens", sagt Vollmer (WDR Nachrichten).

 

Eine wachsende Zahl von Einzelpersonen, aber auch Fanclubs und Fußballvereine wie Fortuna Düsseldorf sprechen sich für den Boykott aus. So die „Schalker Fan-Initiative, schwarz-gelb.de (Dortmund), Supporters Karlsruhe 1986 e.V. (Dachverband der KSC-Fans), der FC-Bayern-Fanclub „hia-san-mia“, Fanclubs von Union Berlin, FC Köln, St. Pauli und VfB Stuttgart.

 

Danny Baumgart von der Rockband Westwärts erklärt: "Die Vergabe der WM 2022 nach Katar ist das bislang eklatanteste Beispiel für die Verkommenheit des Fußball-Weltverbands FIFA, einer der korruptesten Institutionen, die unter dem Deckmantel des Sports Politik betreibt. Tausende Todesopfer aufgrund unwürdiger Arbeitsbedingungen bei den Bauarbeiten der Stadien, keine relevante Fußballtradition, fehlende Gleichberechtigung und eine knallharte Diktatur – genug Gründe, um Flagge zu zeigen und eine eindeutige Position zu beziehen!“