Nach Streiktag

Nach Streiktag

Zwischenvereinbarung zwischen Lufthansa und Pilotengewerkschaft

Am 2. September streikten die Piloten der Lufthansa, die in der Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ (VC) organisiert sind. 800 Flüge fielen aus. Der Streik wurde abgesagt, nachdem der Lufthansa-Vorstand einlenkte und ernsthaft sich auf die VC-Forderungen zubewegte.

Von wb

Jetzt wurde das Ergebnis veröffentlicht: Die Piloten erhalten rückwirkend zum 1. August und noch einmal am 1. April 2023 tabellenwirksam jeweils 490 Euro mehr Gehalt. „Das bedeutet der Lufthansa zufolge rund 20 Prozent mehr für junge Co-Piloten, während Kapitäne in der Endstufe durch die pauschalen Erhöhungen 5,5 Prozent mehr Geld bekommen sollen.“ [1]

 

Das ist ein wichtiger Erfolg gegen die von Lufthansa betriebene Spaltung und Lohndrückerei bei Neueingestellten. Nicht erreicht hat VC den ursprünglich geforderten „automatisierten Ausgleich oberhalb der aktuellen Inflation.“ Auch sind „die umstrittenen Tarifverträge weiter offen, wie VC-Sprecher Matthias Baier anmerkte.“ [2] Der Gewerkschaft geht es dabei um „eine zukunftsfähige Lösung für die Vergütungsstruktur in allen Berufsgruppen.“ [3]

 

Die Einschätzung und Hoffnung der VC-Führung, dass diese Lösung mit der Zustimmung zu einer Friedenspflicht bis zum 30. Juni 2023 und dem angeblich jetzt erreichten „Schritt in Richtung einer tragfähigen Partnerschaft“ aufgeht, ist allerdings illusionär. Sie widerspricht auch dem, dass der Lufthansa-Vorstand erst kurz vor der zweiten Streikwelle „zur Vernunft kam“ und einlenkte.