Iran

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Arbeiter, Fußballer, Frauen, Demonstranten ... solidarisch mit den Massenkämpfen!

Der Mord an Mahsa Amini war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Seither reißen die furchtlosen Massenkämpfe gegen das faschistische Regime im Iran nicht ab. Eine Welle der Solidarität entwickelt sich.

Korrespondenzen
Arbeiter, Fußballer, Frauen, Demonstranten ... solidarisch mit den Massenkämpfen!
Demonstration in Frankfurt (rf-foto)

Solidaritätsdemonstration in Lübeck

Die iranische Freunde und einige deutsche Organisationen wie Amnesty International, soziale und Frauenorganisationen hatten für den Nachmittag des 27. September zu einer Protestkundgebung gegen den Mord an Mahsa Amini und von Demonstranten durch das faschistische Regime im Iran aufgerufen. Trotz der Kurzfristigkeit kamen über 150 Menschen. Trauer über die Toten und Empörung über das verbrecherische Regime prägten die Redebeiträge und Sprechchöre. Zu iranischer Musik fassten sich Männer und Frauen unter und drückten ihre Trauer und Verbundenheit in einem Kreistanz aus. Eine Frau vom Frauenverband Courage solidarisierte sich und berichtete von der kämpferischen und international verbindenden Weltfrauenkonferenz in Tunis / Tunesien. Zum Schluss bekam noch ein Genosse der MLPD das Wort. Er drückte sein Mitgefühl aus und klagte das faschistische Regime für seine blutige Unterdrückung an: „Aber in dieser Brutalität drückt sich auch der verzweifelte Versuch dieses Regimes aus, seinen Untergang zu stoppen.“ Unter großem Beifall hob er die Stärke der Völker im Iran hervor und erinnerte daran, dass sie vor über 40 Jahren das faschistische Schah-Regime gestürzt hatten. Die revolutionäre Weltorganisation ICOR organisiert die internationale Solidarität. Mit der Parole „Hoch die internationale Solidarität“ wurde die Kundgebung kämpferisch beendet.

Frankfurt: "Nieder mit der islamischen Republik Iran!"

Lautstark und kämpferisch protestierten am 24. September 2022 in Frankfurt am Main über 1.000 Menschen, überwiegend Iraner und Iranerinnen gegen die brutale Ermordung der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini. Schon bei der Auftaktkundgebung vor der Alten Oper erschallten Parolen wie „Nieder mit der Islamischen Republik Iran“, „Frauen leben Freiheit bzw. Jin Jihan Azadi“, „Hoch die Internationale Solidarität“. Bekannte internationale fortschrittliche Lieder wie Bella Ciao und Venceremos  erklangen in persischer Sprache. Die Protestaktion war getragen von einem Bündnis iranischer Organisationen wie der Arbeiterkommunistischen Partei Irans und anderen fortschrittlichen Gruppen. Aber auch königstreue Leute nahmen teil, die das frühere faschistische Schah-Regime idealisieren. Sie wurden von den Moderatoren aufgefordert, ihre Fahnen wegzupacken oder die Kundgebung zu verlassen. Sie rollten dann tatsächlich ihre Fahnen ein, um sie dann an anderer Stelle am Rande der Kundgebung wieder aufzustellen. Eine Provokation für Menschen wie meine iranische Bekannte, die mitgeholfen hatten, das Schah-Regime zu stürzen, aber auch ein Ergebnis davon, dass es keine Prinzipien für die Kundgebung gab, wo man hätte festlegen müssen, dass die Aktionen auf antifaschistischer Grundlage stattfinden. Nach der Kundgebung ging es dann weiter mit einer kämpferischen Demonstration, die mit einer Abschlusskundgebung auf dem Goetheplatz endete. Mitreißend wurde u.a. mit erhobenen Fäusten gerufen „Weg, weg, Mullahs weg!“ „Jin-Jihan-Azadi“, „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ u.a.m. Auf dem Goetheplatz verkaufte ich das Rote Fahne Magazin und die Broschüre „Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems“. Umso wichtiger, da der Mehrheit der Angesprochenen die MLPD noch keine Begriff war.

Bayer Leverkusen: Sardar Azmoun solidarisiert sich mit den Protesten im Iran

Der bei Bayer Leverkusen spielende Fußballer mit iranischen Wurzeln, Sardar Azmoun, solidarisierte sich über die sozialen Netzwerke mit den Protesten im Iran. Azmoun ist Teil der Iranischen Nationalmannschaft und riskiert mit seiner Solidarität seine WM-Teilnahme in Katar im November. Er veröffentlichte auf seinem Account einen Post mit den Worten: „Wenn sie mich aus dem Team streichen wollen, ist das nur ein Opfer für ein Haar einer iranischen Frau. Schande über alle, wie leicht man Menschen ermordet. Lang leben die iranischen Frauen.“ Sein Instagramm-Acount wurde zunächst gelöscht und ist seit Montagmorgen ohne Inhalte wieder online. Es ist zu vermuten, dass die iranische Regierung dahintersteckt.

Afghanistan / Iran: "Frau, Leben, Freiheit" Aufschrei in Kabul

Die Revolutionary Association of the Women of Afghanistan – RAWA schreiben (Übersetzt von einem Korrespondenten aus Hagen): Am 7. Mizan 1401 (29. September 2022) erklärten afghanische Frauen ihre Solidarität mit den Frauen und der glorreichen Bewegung des iranischen Volkes, indem sie eine Protestkundgebung vor der Botschaft des blutrünstigen iranischen Regimes in Kabul abhielten.


Sie skandierten: 'Frauen, Leben, Freiheit'; 'Tod dem Diktator, ob in Kabul oder Teheran!'; 'Der Iran ist aufgestanden, jetzt sind wir dran!'; 'Tod den Henkern im Iran und in Afghanistan!'; 'Gina dein Blut und dein Weg ist unsere Inspiration!'; 'Iran heute, Afghanistan morgen'. Die Demonstrantinnen trugen neben Mahsas Bildern Plakate mit Bildern von afghanischen Frauen, die Opfer von Taliban-Verbrechen waren, wie Elaha, Halima Emami, Shukriya Tabsem, Mina Mangal, Manourah, Negar, Nafisa Balkhi, Tajgol Moradi. Sie trugen Forozan Safi, Zainab Abdullahi, Shukriya Alkozi usw. Auf den Plakaten stand geschrieben: 'Lasst uns für das Leiden und Blut dieser Opfer anklagen und protestieren, gemäß der Tradition der freiheitsliebenden Menschen im Iran!'

 

Die Taliban stoppten die Demonstrantinnen mit Gewalt und Schüssen in die Luft und zerrissen ihre Plakate, aber die Frauen skandierten bis zum Ende furchtlos weiter Parolen und sie bemalten weiterhin die Tür und die Tafel des Spionagehauses (Anmerkung: Gemeint ist die iranische Botschaft in Kabul) des iranischen Regimes.

 

Eine Reihe von Journalisten, die vor Ort waren, sahen sich der Gewalt der Taliban ausgesetzt, und die Geheimdienste der Taliban zwangen mehrere von ihnen, die Bilder von ihren Kameras und Mobiltelefonen zu löschen."