Ukraine-Krieg

Ukraine-Krieg

Argumente gegen die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine

Die folgende Korrespondenz ist bereits einmal in gekürzter Form auf "Rote Fahne News" erschienen. Nach der berechtigten Kritik der Autoren, dass die Kürzungen wichtige und richtige Faktoren außen vor ließen, bringen wir sie hier noch einmal in voller Länge:

Korrespondenz aus Neuruppin / Oldenburg

Wie und wo sollen die schweren Waffen eingesetzt werden? Angenommen, die ukrainische Armee nimmt ein von russischen Streitkräften besetztes Dorf, in dem noch Dorfbewohner leben, mit schweren Waffen wieder ein. Glauben die Befürworter der Lieferung, die schweren Waffen wären so zielgenau, dass sie nur russische Militärs töteten, nur feindliches Kriegsgerät zerstörten und keine ukrainischen Häuser, Felder, Menschen? In Idar-Oberstein und / oder Grafenwöhr wurden Ukrainer angelernt, wo in den 1960er-Jahren der Einsatz taktischer Atomwaffen geübt wurde.

 

Die Manöverschäden, die solche Truppenübungsplätze wie z. B. auch in der Ruppiner Heide verursachen, sind harmlos, verglichen mit den Folgen kriegerischer Einsätze. Schwere Waffen, in der Ukraine eingesetzt durch Ukrainer, zerstören Ukrainisches kaum weniger als feindliche schwere Waffen. Es kann natürlich sein, dass von vornherein an einen Einsatz schwerer Waffen in Russland gedacht ist. Aber! Wie sollen die schweren Waffen eigentlich in den Osten der Ukraine kommen?

 

Der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hatte von Bundeskanzler Olaf Scholz gefordert, sich in einen Zug zu setzen, der Panzer in den Osten der Ukraine bringt. War das ernst gemeint, und fordern das auch unsere Befürworter schwerer Waffen? Die Zerstörung von Bahninfrastruktur ist vorprogrammiert, und die Frage ist, ob die Panzer usw. überhaupt dort ankommen. Oder geht es gar nicht um Panzer, von denen die Ukraine mehr im Einsatz haben soll als die Russen, sondern um leichter Transportierbares? Wenn schwere Waffen der 1960er-Jahre einsatzfähig gemacht werden sollen - gehören dazu auch die taktischen Raketen, die mit Nuklearsprengkopf, Splittergefechtskopf, Sarin-Bomblets ausgerüstet werden können? Geplant und zugesagt ist die Lieferung „modernster“ schwerer Waffen mit Reichweiten bis zu 40 km. Eines ist klar: Der Gebrauch schwerer Waffen, besonders wenn sie größere Entfernungen überwinden, schließt die Schonung von ziviler Infrastruktur und Zivilisten aus. Die Befehlshaber machen sich nach den Nürnberger Prinzipien schuldig. Deutschland führt seit den 1960er-Jahren in Aberdeen und Fort Sill (USA) immer noch Lehrgänge zum Umgang mit taktischen Atomwaffen durch, die unvereinbar mit den Nürnberger Prinzipien sind. Ausnahmslos alle, die solche Waffen herstellen, vertreiben und zum Einsatz bringen, müssen wegen Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt werden!